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Großniedesheim: Etwa 32 tote exotische Schlangen gefunden – PETA setzt 1.000 Euro Belohnung für Hinweise aus

 
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Stand März 2016
Großniedesheim / Stuttgart, 8. März 2016 – Fahndung nach Tierquäler: Vergangenen Samstag entdeckten Mitarbeiter der Tierrettung Rhein-Neckar in einem Gebüsch am Feld bei Großniedesheim etwa 32 exotische Schlangen (Boa Constrictor), die bereits mehrere Tage tot waren. Zwei ausgewachsene Boas befanden sich in einem sehr gut zugeschnürten Karton und waren nochmals in einem Bettbezug verschnürt. In einer versiegelten Plastikbox befanden sich außerdem circa 30 tote Jungtiere. Um den Tierquäler, der für den Tod der Tiere und ihre illegale Beseitigung verantwortlich ist, zu ermitteln, setzt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die seiner zur Ergreifung führen. Zeugen, die am Ortseingang Großniedesheim aus Beindersheim kommend etwas Verdächtiges beobachtet haben oder sonstige Hinweise zu der Tat geben können, wenden sich bitte telefonisch unter 06233 31 30 an die Polizei Frankenthal, unter 06359 94 89 50 3 an die Tierrettung Rhein-Neckar oder unter 01520 73 733 41 oder per E-Mail an PETA – auch anonym. Möglicherweise waren mehrere Personen an der Tat beteiligt.
 
„Der ehemalige Halter der Schlangen hat sich strafbar gemacht. Bitte helfen Sie mit, diese Tat aufzuklären“, sagt Judith Pein im Namen von PETA Deutschland e.V. „Immer wieder werden Tiere von verantwortungslosen Menschen wie Wegwerfware behandelt. Häufig sind es Reptilien, deren Halter sich nicht ausreichend mit den Bedürfnissen der anspruchsvollen Lebewesen auseinandergesetzt haben, so dass ihnen dann Aufwand, Kosten und – im wahrsten Sinne – die Tiere selbst über den Kopf wachsen.“
 
PETA macht darauf aufmerksam, dass das Aussetzen von Tieren laut § 3 des Tierschutzgesetzes verboten ist und den Straftatbestand der Tierquälerei nach § 17 des Tierschutzgesetzes erfüllt. Dies kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
 
PETA fordert ein generelles Haltungsverbot von exotischen Tieren in Privathaushalten. Eine artgerechte Haltung von Reptilien ist in Gefangenschaft nicht möglich. Zudem ist die Versorgung nicht nur extrem kostspielig, sie erfordert auch ein umfangreiches Wissen. Ein Großteil der in Deutschland gehaltenen Exoten stirbt frühzeitig, weil die Tiere nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden. Gerade im Handel sind „Verlustraten“ von 70 % normal. (1) Eine Recherche von PETA USA bei dem weltweit agierenden Großhändler USGE zeigte, dass von insgesamt 26.000 Tieren 80 % krank, verletzt oder bereits tot waren. Jede Woche wurden ca. 3.500 tote und sterbende Tiere ausgesondert. Auf Börsen werden die „Exoten“ wie Ramschware verhökert und häufig in kleinen Plastikboxen oder strukturlosen Glaskästen an jeden Interessenten verkauft. Außerdem können die Exoten zur Gefahr für Menschen werden, da sie häufig Salmonellen in sich tragen. Wer ein Tier findet und nicht sachkundig ist, sollte es nicht anfassen und umgehend die Polizei, Feuerwehr oder den örtlichen Tierschutzverein kontaktieren.
(1) Toland, Elaine/Warwick, Clifford/ Arena, Phillip: Pet Hate, in: The Biologist, Vol. 59 No. 3, 2012.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Whistleblower
PETA.de/Tierqual
PETA.de/Reptilien
PETA.de/Reptilienchronik
PETA.de/Salmonellen
PETA.de/Terraristika
PETA.de/Reptilienhandel

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de