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Grüninsel für Igel, Molch & Co.: PETA-Expertin gibt Tipps zur tierfreundlichen Gartengestaltung

Stand März 2016
Stuttgart, 17. März 2016 – Gartenparadies für Mensch und Tier: Im Frühling und Sommer erwachen Flora und Fauna wieder zum Leben. Wo es möglich ist, sprießt Grün, die Vögel singen und Insekten tummeln sich um bunte Blumen. Vielerorts verschwindet die Natur jedoch nach und nach unter Platten und Pflastersteinen. Wo Bäume, Wiesen und Grünanlagen dem grauen Stadtbild weichen, wird der Lebensraum für die heimischen Wildtiere immer knapper. Gartenbesitzer können den Tieren ganz leicht helfen, indem sie ihre Grundstücke naturnah gestalten und vielfältige Lebensräume schaffen. Wie ein tierfreundlicher Garten aussieht, verrät Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei der Tierrechtsorganisation PETA.
 
„Inmitten der Kulturlandschaft und der eng bebauten Siedlungsbereiche schwindet der Lebensraum für die heimischen Wildtiere immer mehr“, so Vanessa Reithinger. „Doch mit wenigen Tricks können Gartenbesitzer tierfreundliche Grüninseln gestalten und den Vögeln, Insekten und anderen Kleintieren dabei helfen, ihr Überleben zu sichern. Wer ein solches Biotop schafft, kann sich bald an einer Vielzahl tierischer Bewohner erfreuen.“
So wird der Garten tierfreundlich gestaltet:
 
  • Natürliches Grün: Einheimische und möglichst vielfältige Bäume, Büsche, Hecken, Blumen und Kräuter bieten zahlreichen Wildtieren Unterschlupf, Nahrung und Nistmöglichkeiten. Das Zusammenspiel vielfältiger Lebensräume fördert auch die Artenvielfalt der Tierwelt im Garten.
  • Durchgänge schaffen: Hecken sind eine natürliche Alternative zum Gartenzaun und ermöglichen Wildtieren wie beispielsweise Igeln den Durchgang zu anderen Grundstücken. So können die Tiere von Garten zu Garten streifen und ausreichend Nahrung finden.
  • Wildblumenwiese: Mit einer im Fachhandel erhältlichen Blumenmischung aus verschiedensten Wildpflanzen wird die Grünfläche zu einem bunten Landeplatz für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Gut zu wissen: Zierpflanzen sehen zwar üppig aus, doch durch die Zucht der opulenten Blüten sind nur noch wenige Staubblätter vorhanden, die den nahrhaften Pollen erzeugen.
  • Kräuter-Genuss für Mensch und Tier: Blühender Schnittlauch, Lavendel, Oregano, Salbei und andere Küchenkräuter bieten unter anderem Bienen, Hummeln und Schmetterlingen eine leckere Nahrungsquelle.
  • Versteck- und Nistmöglichkeiten: Reisig- oder Steinhaufen bieten Eidechsen und  Blindschleichen Unterschlupf. Totholz oder sogenannte  Insektenhotels dienen Wildbienen, Käfern & Co als Nisthilfe und Unterschlupf.  Als Brutmöglichkeit oder Unterschlupf für gefiederte Besucher lassen sich Nistkästen ganz einfach an Bäumen anbringen.
  • Tränken: Zahlreiche Arten nutzen Vogeltränken für ein kühles Bad an einem heißen Sommertag oder zur Wasserversorgung.
  • Lebensraum für Amphibien und Insekten: Teiche oder Feuchtbiotope sehen nicht nur hübsch aus, sondern helfen auch vielen Arten beim Überleben im Garten – Amphibien nutzen zum Beispiel das Wasser als Kinderstube. Mit etwas Glück tummeln sich bald auch schon bunt schillernde Libellen um das kühle Nass. Der Teichrand sollte so gestaltet sein, dass Igel, Mäuse und andere Kleintiere nicht etwa an freiliegender Teichfolie oder glatten Rändern hineinrutschen oder -fallen bzw. problemlos wieder an Land gelangen. Wichtig: Damit Amphibienlaich und Insektenlarven überleben können, sollte auf Fische im Teich verzichtet werden.
 
Worauf bei der Gartenpflege geachtet werden sollte:
 
  • Vorsicht bei Schnitt- und Aufräumarbeiten: Zum Schutz der Wildtiere ist ein Rückschnitt der Pflanzen (bis auf kleinere Form- und Pflegeschnitte) zwischen März und September laut Bundesnaturschutzgesetz nicht gestattet. Auch in Totholz, Laub- und Reisighaufen können sich Tiere wie Igel oder Eidechsen befinden.
  • Tierfreundliche Pflanzenpflege: In einem naturnahen Garten kann gut auf eine Düngung verzichtet werden. Andernfalls sollten Gartenfreunde unbedingt auf natürliche Produkte wie Komposterde und Rindenmulch zurückgreifen. Chemische Mittel sind meist tödlich für Insekten und schaden in der Folge auch Igeln und anderen Insektenessern.
  • Torffreie Erde verwenden: Beim Abbau von Torf werden große Mengen CO2 freigesetzt, weshalb auf umweltfreundlichere Produkte zurückgegriffen werden sollte.
  • Regentonne sichern:  Regentonnen können zur tödlichen Gefahr für Eichhörnchen werden. Sie sollten unbedingt verschlossen, mit einem Gitter abgedeckt oder mit einem Kletterholz versehen werden – so können keine Tiere hineinfallen bzw. hineingefallene Tiere wieder heraus klettern.
 
Mit diesen Tipps können sich Gartenbesitzer und tierische Bewohner gleichermaßen am sommerlichen Grün erfreuen. Natürlich sollte bei allen anstehenden Arbeiten Rücksicht auf die Naturbewohner genommen und darauf geachtet werden, dass eventuelle Veränderungen des Gartens keine anwesenden Wildtiere stören. 
 

Summende Gäste freuen sich über bunte Wildblumen und Kräuter im Garten. / © PETA
 
Das druckfähige Motiv kann hier heruntergeladen werden.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Tierkinder-im-Frühsommer
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de