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Hamm: Zahlreiche tote exotische Tiere im Umfeld der Reptilienbörse Terraristika „entsorgt“ – PETA setzt 1.000 Euro Belohnung für Hinweise aus

 
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Stand Dezember 2015
Hamm / Stuttgart, 15. Dezember 2015 – Händler des Todes entsorgen „Ware“: Medienberichten zufolge fand ein Passant am vergangenen Wochenende zahlreiche tote Schlangen und Echsen, die verpackt in Luftfrachtkartons im Kanal nicht fern der in den Zentralhallen stattfindenden Reptilienbörse Terraristika trieben. Einen Karton in dem sich mehre Plastiktöpfchen mit 48 toten Königspythons-Jungen befanden, entdeckte der Rentner Samstagvormittags am Ufer in Höhe der Ostwennemarstraße. Einen weiteren Karton mit zwei jungen Echsen, die wahrscheinlich schon mehrere Tage tot waren, fand er Sonntagmittags am Kanal in Höhe Haaren. Möglicherweise wurden weitere tote Tiere noch nicht gefunden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Um den Tierquäler, der für den Tod der Tiere und ihre illegale Beseitigung verantwortlich ist, zu ermitteln, setzt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die seiner zur Ergreifung führen. PETA weist darauf hin, dass nicht nur das Aussetzen von Tieren verboten ist und einen Straftatbestand darstellt, sondern auch die nicht artgerechte Unterbringung und Versorgung, sowie die bewusste Unterlassung notwendiger Hilfeleistung. Dies kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Zeugen, die Informationen zu dem Reptilienfund beisteuern können oder Informationen über die Herkunft der Tiere haben, wenden sich bitte telefonisch unter 01520 73 733 41 oder per E-Mail an PETA – auch anonym. Da am Samstag die weltgrößte Reptilienbörse Terraristika in Hamm stattfand, an der Händler und Besucher aus aller Welt teilnehmen, geht PETA davon aus, dass der Täter in den Händlerkreisen der Börse zu finden ist. Möglicherweise waren mehrere Personen an den Taten beteiligt.
 
„Der Fund der toten Exoten zeigt wieder einmal, dass Tiere auf Reptilienbörsen als Ware betrachtet, in Transportkisten verpackt über lange Distanzen transportiert werden und ihr Tod billigend in Kauf genommen wird“, sagt Dörte Röhl von PETA Deutschland e.V. „Das Individuum dahinter gerät völlig in Vergessenheit. Dass auch Reptilien und Amphibien Schmerzen oder Krankheiten haben, unter Stress stehen und Todesangst verspüren, ist vielen Besuchern und Händlern scheinbar nicht bewusst oder schlichtweg egal.“

PETA fordert ein generelles Haltungsverbot von exotischen Tieren in Privathaushalten. Eine artgerechte Haltung von Reptilien ist in Gefangenschaft nicht möglich. Zudem ist die Versorgung nicht nur extrem kostspielig, sie erfordert auch ein umfangreiches Wissen. Ein Großteil der in Deutschland gehaltenen Exoten stirbt frühzeitig, weil die Tiere nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden. Gerade im Handel sind „Verlustraten“ von 70 % normal. (1) Eine Recherche von PETA USA bei dem weltweit agierenden Großhändler USGE zeigte, dass von insgesamt 26.000 Tieren 80 % krank, verletzt oder bereits tot waren. Jede Woche wurden ca. 3.500 tote und sterbende Tiere ausgesondert. Auf Börsen werden die „Exoten“ wie Ramschware verhökert und häufig in kleinen Plastikboxen oder strukturlosen Glaskästen an jeden Interessenten verkauft. Außerdem können die Exoten zur Gefahr für Menschen werden, da sie häufig Salmonellen in sich tragen. Wer ein Tier findet und nicht sachkundig ist, sollte es nicht anfassen und umgehend die Polizei, Feuerwehr oder den örtlichen Tierschutzverein kontaktieren.
(1) Toland, Elaine/Warwick, Clifford/ Arena, Phillip: Pet Hate, in: The Biologist, Vol. 59 No. 3, 2012.

Weitere Informationen:
PETA.de/Whistleblower
PETA.de/Tierqual
PETA.de/Reptilien
PETA.de/Reptilienchronik
PETA.de/Salmonellen
PETA.de/Terraristika
PETA.de/Reptilienhandel

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de