Spenden
 »  »  » Hund in Karlsdorf-Neuthard starb an Giftköder-Anschlag – PETA erhöht Belohnung für Hinweise

Traurige Gewissheit: Hund in Karlsdorf-Neuthard starb an Giftköder-Anschlag – PETA erhöht Belohnung für Hinweise auf 1.500 Euro

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge

Tierrechtsorganisation fordert zentrales Melderegister für Anschläge auf Hunde

Stand August 2017
Karlsdorf-Neuthard / Stuttgart, 14. August 2017 – Suche nach Tierquäler geht weiter: Einem Zeugenbericht zufolge befanden sich am 10. Juni 2017 nahe dem Waldsportplatz in Karlsdorf-Neuthard viele Brotstücke im Wald. Der Hund des Zeugen aß eines davon, fiel nur Augenblicke später um und krampfte. Trotz umgehender veterinärmedizinischer Versorgung konnte das Tier am Abend nach erneuten Krampfanfällen nur noch eingeschläfert werden. Der Zeuge vermutete vergiftetes Brot, erstattete im Juni Anzeige gegen unbekannt und ließ den vermeintlichen Giftköder im Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München toxikologisch untersuchen. Bei den Analysen wurde Strychnin festgestellt. Diese Substanz zählt zu der Gruppe der Alkaloide und wurde früher unter anderem als Rattengift verwendet. Der Befund liegt PETA vor. Die Tierrechtsorganisation erhöht die Belohnung für Hinweise, die zur Überführung des Täters führen, nun auf 1.500 Euro. Hinweise nimmt die Polizei unter 07251 42760 entgegen. Zeugen haben außerdem die Möglichkeit, sich unter der Telefonnummer 0711 860591-0 oder per E-Mail bei PETA zu melden – auch anonym. Möglicherweise handelte es sich um mehrere Täter, die die Köder auslegten.
 
„Dieser Fall muss schnellstmöglich aufgeklärt und der Tierquäler zur Rechenschaft gezogen werden. Jeder Hinweis kann helfen, damit Vierbeiner in Karlsdorf-Neuthard wieder sorglos spazieren geführt werden können.“, so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Neben der Gefährdung für Hunde und Katzen stellen präparierte Köder auch eine Gefahr für Kinder und freilebende Tiere dar. Tierhalter sollten auf ihre vierbeinigen Freunde achten und im Falle eines Verdachts auf Verzehr solcher Köder umgehend einen Tierarzt aufsuchen.“
 
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
 
PETAs Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen: Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Es besteht Lebensgefahr – das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, einer gelblichen Verfärbung der Schleimhäute, blassem Zahnfleisch, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen muss ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell. Der Hund sollte beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da bei Erbrechen Erstickungsgefahr droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.
 
PETA fordert die Einführung eines zentralen Meldesystems für Anschläge dieser Art. Durch eine Registrierung könnte die Bevölkerung frühzeitig über Köderwarnungen und Gefahrenschwerpunkte informiert werden, um Kinder und Tiere besser schützen zu können. Zugleich würde durch eine stringente Dokumentation der Fälle deutlich, wie häufig Tiere Opfer von Delikten werden. Berlin geht mit gutem Beispiel voran: In der Hauptstadt wurde aktuell der erste amtliche Giftköderatlas eingeführt. Auf einer Website können Betroffene Giftköderfunde eintragen und sich über aktuelle Funde informieren. Um der Verbreitung von Gerüchten entgegenzuwirken, muss der Köderfund allerdings zuvor bei der Polizei gemeldet worden sein. Außerdem ist ein Attest eines Tierarztes sowie, wenn möglich, ein Foto des Köders hochzuladen.
 
In Deutschland werden täglich Fälle von Tierquälerei aufgedeckt. Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Giftkoeder
PETA.de/Tierquälerei
PETA.de/ZeugeVonGrausamkeit
Veganblog.de/2016/08/Melderegister-Giftkoeder-Berlin/
 
Das Video zur Ersten Hilfe beim Hund:
PETA.de/Erste-Hilfe-für-den-Hund

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de