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Unschuldig hinter Gittern: Lebenslänglich Zwingerleid

Eine alte Hündin verkümmert einsam und allein in einem Zwinger im südhessischen Einhausen

Stand Oktober 2013
UPDATE
PETAs Strafanzeige gegen den Hundehalter zeigt endlich erste Erfolge: Informanten zufolge führte die zuständige Staatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Veterinäramt im August dieses Jahres eine umfangreiche Durchsuchung des Grundstücks durch, auf dem die alte Hündin tierschutzwidrig in einem Zwinger untergebracht ist. Dabei konnten kritische Tierhaltungsbedingungen dokumentiert werden. Zudem stellte sich heraus, dass sich hinter dem Hundehalter eine im Ort umstrittene Hundezüchterfamilie verbirgt.
Das Verfahren gegen die PETA-Ermittler, die der Hundehalter wegen Hausfriedensbruchs angezeigt hatte, wurde eingestellt.


Die Vorgeschichte (Juni 2013)
Im südhessischen Einhausen muss eine betagte Bernhardiner-Dame ihr Leben in einem Zwinger verbringen: einsam und allein, ohne Spaziergänge, ohne ausreichende Umsorgung. Dieses Tierleid ist kein Einzelfall, sondern steht stellvertretend für alle Hunde, die hinter Gittern leben. Die Zwingerhaltung ist in Deutschland nicht verboten – obwohl diese Art der Unterbringung für die sozialen und sensiblen Tiere unendliches Leid bedeutet. Verantwortungsvolle Halter würden ihren Hunden ein derart trauriges Leben niemals zumuten! PETA Deutschland e.V. fordert ein uneingeschränktes Verbot der Zwinger- und Anbindehaltung.

 


Die zwölfjährige Hündin lebt im Zwinger © PETA

Hintergrundinformationen

Das Leben zieht vorbei – die Hündin kann nur zuschauen
Durch eine Missstandsmeldung wurde das PETA-Team über die tierschutzwidrige Hundehaltung in Einhausen informiert: Eine zwölf Jahre alte Hündin muss ihr ganzes Leben einsam in einem Zwinger verbringen – verschiedenen Informationen zufolge, ohne ihn jemals für eine tierschutzvorgeschriebene Zeitspanne zu verlassen.

Das PETA-Einsatzteam fand die alte Hündin in einem kahlen und stinkenden Zwinger vor. Eine nicht isolierte, aus lediglich zwei Holzbrettern bestehende Hundehütte entspricht nicht den Anforderungen der Tierschutz-Hundeverordnung.

Mithilfe einer Langzeitvideoüberwachung stellten Tierrechtler fest, dass die Hündin ihre Zwangsbehausung nur während der Zwingerreinigung verlassen darf. In dieser kurzen Zeit von höchstens 10 bis 30 Minuten am Tag erwarten die alte Hündin aber weder ein Spaziergang noch anderweitige Beschäftigungen oder Streicheleinheiten: Sie wird während dieser Zeit lediglich in den angrenzenden Pferdestall gesperrt.


Ein PETA-Ermittler dokumentiert die Zwingerhaltung © PETA
Rechtliche Situation: unschuldig hinter Gittern?
Die Zwingerhaltung von Hunden ist in Deutschland nicht verboten. Doch die Tierschutz-Hundeverordnung macht auch für diese tierfeindliche Haltung Vorgaben: Entsprechend der Verordnung müssen der Hündin täglich ausreichend Auslauf außerhalb des Zwingers im Freien sowie ausreichend Umgang mit einer Betreuungsperson gewährt werden. Explizit gilt das gerade für einzeln gehaltene Hunde: Um ihr Gemeinschaftsbedürfnis zu befriedigen, benötigen sie mehrmals täglich die Möglichkeit zum länger dauernden Umgang mit Betreuungspersonen.

Das Beispiel Einhausen zeigt, wie schwierig die Kontrolle dieser vagen Vorschriften in der Praxis ist. Unbestritten ist jedoch, dass jeder Hund unter einem Leben hinter Gittern leidet! Daher fordert PETA Deutschland e.V. ein uneingeschränktes Verbot von Zwinger- und Anbindehaltung.

Der Hundehalter und das Veterinäramt
Bereits vor dem Einsatz der Tierrechtler hatten aufmerksame Tierfreunde die traurige Hundehaltung in Einhausen beim zuständigen Veterinäramt angezeigt. Doch leider brachte ihr Engagement kaum Besserung: Lediglich eine einfache Hütte wurde in den zuvor völlig unstrukturierten und verunreinigten Zwinger eingebaut.

Als das PETA-Einsatzteam die Hundehalter mit den Erkenntnissen über die Verstöße gegen die Tierschutz-Hundeverordnung konfrontierte, zeigten diese keinerlei Verständnis. Das Leiden ihrer Hündin schien sie nicht zu interessieren und so lehnten sie das Angebot der Tierrechtler, die Hündin in ein liebevolles, neues Zuhause zu vermitteln, um ihr einen schönen Lebensabend zu schenken, kurzerhand ab. Stattdessen erstatteten sie Anzeige gegen PETA wegen Hausfriedensbruchs.

PETA hat die tierschutzwidrige Hundehaltung beim zuständigen Veterinäramt angezeigt. Obwohl sich die Tierärzte nach eigenen Angaben bereits seit längerem mit dem Fall beschäftigen, ermöglicht die Rechtslage dennoch nicht die Beschlagnahmung der Hündin. Darüber hinaus erstattete PETA Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt unter Beifügung von stichhaltigen und unwiderlegbaren Beweisdokumenten.

Die Vorgaben der Tierschutz-Hundeverordnung zur Versorgung von Hunden in Zwinger- und Anbindehaltung sind grundsätzlich zu unverbindlich. Beide Haltungsformen haben nichts mit Tierschutz zu tun und können den Ansprüchen von Hunden nicht gerecht werden. Daher müssen sowohl die Zwinger- als auch die Anbindehaltung verboten werden!

 

Sie kennen einen ähnlichen Fall in Ihrer Umgebung?

Wenn Sie von einer ähnlichen Tierhaltung wissen oder Zeuge von Vernachlässigung, Misshandlung oder Quälerei von Tieren werden, melden Sie das bitte den zuständigen Behörden oder PETA.

• Tipps, wie Sie aktiv werden können finden Sie unter PETA.de/ZeugeVonGrausamkeit
• Wir bieten Ihnen zusätzlich die Möglichkeit, entsprechende Fälle anonym unter PETA.de/Whistleblower zu melden.
• In vielen Fällen können wir Tieren mit unseren Recherchen helfen, dank Ihrer Unterstützung.