Spenden
 »  »  »  »  » Impotenz durch Fleischverzehr

Impotenz

Themenschwerpunkt
 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge

Was haben Wurst und Fleisch mit Problemen im Bett zu tun?

Stand Februar 2015
Ein hoher Fleischverzehr gilt oft als besonders „männlich“ - Impotenz allerdings eher weniger. Dass beides jedoch in einem engen Zusammenhang steht, wird allzu oft vergessen.
 
Über erektile Dysfunktion – landläufig als Impotenz bezeichnet – wird entweder hinter vorgehaltener Hand gesprochen oder Witze gemacht. Dabei ist in Deutschland mindestens jeder 5. Mann davon betroffen. Nur etwa 2,3 Prozent leiden im Alter bis 30 an einer Impotenz, diese Zahl steigt bei Männern bis zum 70. Lebensjahr mit über 50 Prozent allerdings drastisch an. (1)
 
Teure Pillen, die nicht bei jedem wirken, Injektionen in den Schwellkörper oder Penispumpen (für die die amerikanische Regierung immerhin 172 Millionen ausgegeben hat (2)) sind nicht wirklich eine Lösung, insbesondere wenn man spontan sein möchte. Doch vor allem schützen diese Maßnahmen nicht vor den oft begleitenden und teils auch ursächlichen chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzkreislauferkrankungen.
 
Impotenz ist unangenehm und belastend für die betroffenen Männer und auch für eine Beziehung. Aber noch viel gefährlicher: Eine erektile Dysfunktion kann ein erstes Warnzeichen für einen bereits bestehenden Herzfehler sein (3). Herz-Kreislauferkrankungen sind die häufigste Todesursache weltweit und beruhen auf krankhaften Verdickungen und Verhärtungen der Blutgefäße (4). Dadurch wird der Blutfluss nicht nur rund um das Herz (schlimmste mögliche Folge Herzinfarkt) oder zum Gehirn (Schlaganfall), sondern im ganzen Körper einschließlich der Genitalien (Impotenz) massiv eingeschränkt.
 
Während viele Männer immer noch denken, dass ihre Erektionsprobleme auf Stress, Alkohol oder Versagensängste zurückzuführen sind, scheint der Großteil vielmehr durch eben diesen eingeschränkten Blutfluss als Folge verstopfter Arterien verursacht zu werden.
 
Es sind also vermutlich gar nicht Sie, der ein Problem hat; eventuell benötigt nur Ihr Speiseplan eine kleine Überarbeitung, damit es im Schlafzimmer wieder klappt. Verschiedene Untersuchungen zeigten, dass sich das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen (und somit auch Impotenz) durch den Verzehr von Fleisch und verarbeiteten Wurstwaren gravierend erhöht (5).
 
Für Menschen, die bereits an Atherosklerose und daraus resultierenden Erektionsstörungen leiden, gibt es jedoch Hoffnung. Dieser Zustand ist umkehrbar, Arterien können sich durch den Wechsel zu einer fettarmen, pflanzenbasierten Ernährung nachweislich wieder öffnen (6). Eine Studie befasste sich dabei insbesondere mit Ernährungsumstellungen bei Fällen von Impotenz. Ein Drittel aller Probanden, die weniger gesättigte Fettsäuren (sind reichlich in tierischen Produkten enthalten) zu sich nahmen, aber dafür mehr Ballaststoffe (sind nur in pflanzlichen Produkten enthalten), konnten über eine zurückkehrende Funktionsfähigkeit Ihres besten Stückes berichten. In der Vergleichsgruppe, die nur minimale Diätänderungen vornahm, konnte bei lediglich 5 Prozent eine Besserung erzielt werden. Die „Nebenwirkungen“ der Ernährungsumstellung in dieser Studie waren zudem Gewichtsverlust, niedrigerer Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerspiegel – somit wiederum eine Verringerung der Risikofaktoren für Atherosklerose und Impotenz (7).
 
Selbst wenn Sie noch jung sind oder keine Anzeichen einer Impotenz feststellen, ist es eine gute Idee, Fleisch und Wurstwaren von Ihrem Speiseplan zu streichen. Eine Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Ernährung und Fortpflanzungsschwierigkeiten. Männer, die mehr verarbeitete Fleischprodukte verzehrten, hatten häufiger Anomalien in der Spermienanzahl, -größe und -form als Männer, die geringere Mengen zu sich nahmen (8).
 
 
(1) Braun M, Wassmer G, Klotz T et al. Epidemiology of erectile dysfunction: results of the "Cologne male Survey". Int J Imp Res 2000; 12: 305–311
(2) Rayman N: The U.S. Overspent Millions on Penis Pumps – Government spent $172 million on the erectile dysfunction tool over six years, TIME Magazine, 14.01.2014 (eingesehen am 9.02.2014)
(3) Feldman DI, Bilups KL, DeFilippis AP, et al. The association of subclinical vascular disease and erectile dysfunction at 9-year assessment: the Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis (MESA). Research presented at: American Heart Association’s Scientific Sessions 2014; November 18, 2014: Chicago, Ill.
(4) WHO (World Health Organization) (2015): Cardiovascular diseases (CVDs). Fact sheet No. 317 http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs317/en/ (eingesehen am 10.02.2015)
(5) Leitzmann C, Keller M (2013): Vegetarische Ernährung (3. aktualisierte Auflage). Stuttgart: Ulmer
(6) Ornish D, Brown SE, Scherwitz LW, et al. Can lifestyle changes reverse coronary heart disease? Lancet. 1990;336:129-133.
(7) Esposito K, Giugliano F, Di Palo C, et al. Effect of lifestyle changes on erectile dysfunction in obese men: a randomized controlled trial. JAMA. 2004;291:2978-2984.
(8) Afeiche M. Meat intake and semen parameters among men attending a fertility clinic. Report presented at: American Society for Reproductive Medicine 2013 Annual Meeting; October 14, 2013: Boston, MA.
(9) Kahn J (2013): Why Greens Are Good For Your Sex Life: A Cardiologist Explains, http://www.mindbodygreen.com/0-8268/why-greens-are-good-for-your-sex-life-a-cardiologist-explains.html (eingesehen am 10.02.2015)

 

Was Sie tun können


Eine pflanzenbasierte Kost stellt nicht nur eine Prävention für Atherosklerose und somit Impotenz dar, sondern auch eine wirkungsvolle Therapie. Streichen Sie Fleisch und Wurst von Ihrem Speiseplan und planen Sie lieber ein romantisches, veganes Abendessen für zwei.
Hierdurch schützen Sie Ihre Arterien und heizen gleichzeitig Ihr Liebesleben an. Für die Steigerung des Blutflusses hin zu bestimmten Körperteilen produziert Ihr Körper die Substanz Stickstoffmonooxid, und daraus entsteht wiederum zyklisches GMP. Die Folge: Blut strömt ein und lässt die Körperteile anschwellen, die es brauchen. Für diesen Vorgang benötigt Ihr Körper die Aminosäuren L-Arginin und L-Citrullin. (9)
Diese sind in besonders großen Mengen in Pinienkernen, Erdnüssen, Walnüssen, Getreide wie Haferflocken und Weizenkeimen und in Wassermelonen, Zwiebeln und Knoblauch enthalten. Eine vegane Ernährung ist demnach nicht nur wirklich lecker und abwechslungsreich, sondern auch in vielerlei Hinsicht gut für Sie. Anregungen für köstliche rein pflanzliche Gerichte finden Sie in PETAs Rezeptsammlung.