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In wessen Haut stecken Sie?

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Stand August 2011
Jedes Mal, wenn Sie eine Lederjacke oder Lederschuhe kaufen, verurteilen Sie ein Tier zu einem Leben voller Leid. Der Kauf von Leder trägt direkt zu dem Geschäft der Intensivhaltung und Schlachthäuser bei, da die Tierhäute das wirtschaftlich wichtigste Nebenprodukt der milliardenschweren Fleischindustrie sind. Die Nachfrage nach Tierhäuten bestimmt also einen erheblichen Teil der tödlichen Industrie

Kühe

Rindsleder stammt von Tieren, die für Fleisch und Milch gezüchtet wurden. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens in überfüllten Verschlägen. Studien fanden heraus, dass Züchter ihre Profite erhöhen, indem sie jedem Bullen nicht einmal 2 Quadratmeter Platz zugestehen. Sie sind schmerzhaften Prozeduren, wie Kastration, Brandmarkung (die Verbrennungen 3. Grades hervorruft), Schwanzkürzung und Enthornung ausgesetzt – und das alles ohne den Einsatz von Schmerzmitteln. Man gesteht ihnen keine tierärztliche Versorgung zu, setzt sie allen Elementen schutzlos aus; diese lebendigen, denkenden, fühlenden Wesen, die genau wie wir Schmerz empfinden, erleiden Schreckliches. Statt sie human zu behandeln, verabreicht man ihnen ständig Hormone, um sie zu mästen und Antibiotika, um sie am Leben zu halten.

Sogenannte Milchkühe sind normalerweise in überfüllte Melkeinrichtungen aus Beton eingesperrt, wo sie von Maschinen gemolken werden, die sie häufig schneiden oder ihnen Schocks verabreichen. Einige Bauern verabreichen den Kühen synthetische Wachstumshormone, die häufig zu Mastitis führen, einer schmerzhaften Euterentzündung. Sie werden ständig befruchtet, doch jedes Kalb wird ihnen schon kurz nach der Geburt wieder entrissen. Es ist bekannt, dass sowohl Kalb als auch Mutterkuh tagelang laut und verzweifelt nach einander rufen, wenn sie getrennt werden, da sie innige Liebe füreinander empfinden. Die weiblichen Kälber sind die zukünftigen „Milchmaschinen“ und verängstigte männliche Kälber werden auf Kälberfarmen gebracht, wo sie in winzigen, dunklen Verschlägen angebunden leben. Sie wurden ihrer Mutter entrissen, fühlen sich vollkommen allein gelassen und können nun nicht einmal einen einzigen Schritt gehen, sich umdrehen oder bequem hinlegen. Wenn der Tag der Schlachtung gekommen ist, sind sie oft zu krank oder lahm, um überhaupt noch gehen zu können.

Schweine

Zuchtschweine in der Massentierhaltung werden in dreckige Verschläge, die kaum größer sind, als sie selbst, eingesperrt und müssen ihr gesamtes Leben auf Beton verbringen. Sie können nicht nach Futter suchen und auch alle anderen natürlichen Verhaltensweisen werden ihnen verwehrt. Man setzt diese sensiblen Tiere schmerzhaften Verstümmelungen, wie dem Abkneifen von Zähnen, Ohren und dem Schwanz sowie der Kastration aus – und das alles ohne den Einsatz von Schmerzmitteln. Sauen sind dauerhaft trächtig oder stillend und werden deshalb in enge Metallgestelle („Eiserne Jungfrau“) gepfercht, wo sie nicht einmal in der Lage sind, sich umzudrehen.

Obwohl Schweine von Natur aus sehr soziale Tiere sind, lastet ein solcher Druck auf ihnen, dass es häufig zu Kannibalismus und Beißereien kommt, wenn sie in engen Ställen zusammengepfercht oder einzeln und eingesperrt gehalten werden. Durch fehlende Bewegung werden viele Schweine so schwach, dass sie kaum noch einige Meter laufen können. Im Schlachthof rammen ihnen Arbeiter Metallhaken in die Augen, in den Mund oder das Rektum, um sie dazu zu bringen, schneller zu gehen. Häufig sind Schweine, die unsachgemäß mit Bolzenschussgeräten „betäubt“ und mit Gatterpfosten, Hämmern und Schraubenschlüsseln niedergeknüppelt werden noch bei vollem Bewusstsein, wenn sie in ein Becken mit kochend heißem Wasser zur Haarentfernung gelassen werden.

Nicht nur Kühe und Schweine werden von der Lederindustrie umgebracht, um ihnen ihre noch warme Haut abzuziehen. Selbst bedrohte Tierarten, wie Elefanten, Haie oder Schlangen stehen auf der Liste skrupelloser Wilderer und Modefirmen, welche „exklusive“ Schuhe, Gürtel und Handtaschen aus ihnen machen.

Exotische Häute

Nur wegen ihren besonders farbigen und charakteristisch gemusterten Häuten werden Zebras, Haie, Delfine, Krokodile, Schlangen, Kängurus, Elefanten, Strauße und Rochen gejagt. Ein Großteil des importierten Schuhleders und anderer Artikel von so genannten Wildtieren stammt von gefährdeten, illegal geschossenen und erschlagenen Tieren. Für Wilderer und Jäger, die diesen schmutzigen Handel mit Exotenleder betreiben, hat eine humane Behandlung der Tiere keinen Stellenwert:

Schlangen und Echsen zieht man häufig bei vollem Bewusstsein die Haut ab, weil Hersteller glauben, dies verleihe dem fertigen Schlangenleder eine bessere Geschmeidigkeit. Größeren Tieren wie Pythons steckt man häufig einen Schlauch in den Mund und verabreicht ihnen große Mengen an Wasser, um ihre Haut zu lockern.
  • Ziegen werden lebendig verbrüht, um Handschuhe aus Kitzleder herzustellen. Die Häute absichtlich abgetriebener oder aus dem Mutterleib herausgeschnittener Kälber und Lämmer gilt als besonders „luxuriös“.
  • Alligatoren werden in der Intensivzucht in winzige Becken gepfercht, wo sie in abgestandenem Wasser voller Ausscheidungen liegen; es riecht nach vergammeltem Fleisch. Die Tiere werden oft mit Hämmern und Meißeln zu Tode geschlagen. Aufgrund ihres energiesparsamen Kreislaufs dauert es bis zu zwei Stunden, bis sie an ihren schlimmen Verletzungen qualvoll verenden.
  • Krokodile werden oft in der Wildnis mit riesigen Metallhaken und Drähten gefangen. Wenn sie der Blutverlust schwächt oder sie ertrinken, werden sie eingeholt. Viele Tiere werden bei lebendigem Leib gehäutet, winden sich oft noch bis zu zwei Stunden lang vor Schmerzen und werden dann mit Hämmern, Äxten und Baseballschlägern aus Aluminium totgeschlagen.
  • In Australien werden Jahr für Jahr Millionen von Kängurus ihrer Häute beraubt. Verwaiste Junge und verwundete Tiere gelten als nebensächliche Schäden. Die Regierung rät, die Tiere zu enthaupten oder hart auf den Kopf zu schlagen, um „das Gehirn zu zerstören“.
  • Hunde und Katzen

    Andere Häute stammen von sehr vertrauten Gesichtern. Hunderttausende Hunde- und Katzenhäute werden Jahr für Jahr trotz Importverbot in Europa gehandelt (geschätzte 2 Millionen werden in China getötet, um die Nachfrage zu decken). Viele werden von unwissenden Konsumenten erworben, da die Hunde- und Katzenprodukte häufig irreführend gekennzeichnet sind und ihren Ursprung nicht preisgeben. In Frankreich werden jährlich mehr als 20.000 Katzen für den Hautmarkt gestohlen. Bei einem Polizeieinsatz in einer Gerberei wurden 1.500 Katzenhäute sichergestellt, aus denen Babyschuhe hergestellt wurden.