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Internationales Tierstudien-Register in der Diskussion – Statement von PETA

 
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Stand Dezember 2016

Hannover / Stuttgart, 22. Dezember 2016 – In Wissenschaftlerkreisen wird derzeit der Aufbau eines internationalen Tierstudien-Registers diskutiert. Dort sollen alle durchgeführten und geplanten Tierversuche und deren Ergebnisse, egal ob erfolgreich oder nicht, für alle Forscher einsehbar aufgelistet werden. So könnten beispielsweise doppelte Studien vermieden werden. Obwohl die Notwendigkeit eines solchen Registers nicht von der Hand zu weisen ist, gibt es gerade unter den Wissenschaftlern immer noch Gegner. Das geht aus einer aktuellen Studie der Medizinischen Hochschule Hannover hervor. Dazu kommentiert Stephanie Kowalski, Tierärztin und Fachreferentin gegen Tierversuche bei PETA:

 

„Das internationale Tierstudien-Register ist ein wichtiges Instrument, um Doppelungen oder noch mehr Wiederholungen von Tierversuchen zu vermeiden. Es trägt dem 3R-Prinzip (replace, reduce, refine) Rechnung, dem sich die Wissenschaft verpflichtet hat und nach dem Tierversuche verringert werden sollen. Dass sich viele sogenannte Forscher aus Angst vor Ideen-Klau gegen ein solches Register aussprechen zeigt, dass deren Profitgier und Streben nach Prestige auf dem Rücken der Tiere ausgetragen werden. Es muss zu einer allgemeinen Pflicht werden, dass jeder Tierversuch in das Register aufgenommen wird. Gleichwohl kann das Tierstudien-Register nur eine Übergangslösung auf dem Weg zu einer auch dem Menschen gegenüber verantwortungsbewussteren, tierfreien Forschung sein.“

 

Über 90 Prozent aller Tierversuche zu medizinischen Zwecken versagen. Das heißt, die Ergebnisse aus den Experimenten sind auf die menschliche Gesundheit nicht übertragbar, in einigen Fällen bergen sie sogar große gesundheitliche Risiken für den Menschen. Solche Fehlschläge werden nicht publik gemacht und werden nicht in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. Und auch sonst gibt es bislang kein Register, in das solche Versuche eingetragen werden müssen. Die Folge ist, dass es zu Dopplungen kommt. Ein und derselbe Versuch wird von unterschiedlichen Wissenschaftlern gemacht, da ihnen nicht bekannt ist, dass es diesen Versuch bereits andernorts gab. Das bedeutet, die ohnehin grausamen und unwissenschaftlichen Tierversuche finden mehrmals statt. Die Leidtragenden sind die Tiere. In Deutschland wurden im letzten Jahr 2.753.062 Tiere für Tierversuche missbraucht. Den mit Abstand größten Anteil mit 58,7 Prozent hatte die Grundlagenforschung, also die Forschung um des Forschens Willen.

 

Wir weisen darauf hin, dass das Statement auch in gekürzter Form verwendet werden darf.

 

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Stephanie Kowalski / © PETA Deutschland

 

Das Motiv geben wir auf Anfrage gerne heraus.

 

Weitere Informationen:

PETA.de/Tierversuche

 

Kontakt:

Denis Schimmelpfennig, +49 (0)711 860591-528, DenisS@peta.de