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Kältewelle: Tiere in Zoos leiden jetzt an Enge und Beschäftigungslosigkeit

Niedrige Temperaturen bedeuten oft die Haltung in kleinen Innengehegen

Stand Januar 2013
Gerlingen, 23. Januar 2013 – Minusgrade und Schnee, Deutschland friert. Auch Tiere in zoologischen Einrichtungen leiden unter der Kälte – denn in den Wintermonaten reduziert sich die ohnehin schon geringe Auslauffläche von Elefant, Nashorn und Co. auf ein Minimum. Weil etwa die Hälfte der Säugetierarten in deutschen Zoos Temperaturen unter 15 Grad nicht vertragen, müssen sie den Winter in deutlich kleineren Innengehegen verbringen. Weitere 20 Prozent der Tiere dürfen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder Glätte ihr beheiztes Innengehege nur für kurze Zeit verlassen. Da eine tiergerechte Unterbringung nicht gewährleistet werden kann, fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. ein Zucht- und Importverbot für Wildtiere, um die Haltung von Elefanten, Menschenaffen und Raubkatzen etc. mittelfristig auslaufen zu lassen.

„Besonders in der Winterzeit zeigen viele Säugetiere in Zoos ausgeprägte Verhaltensstörungen“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Die sensiblen Exoten leiden unter Enge und Beschäftigungslosigkeit.“

Die Richtlinien für die Haltung von Säugetieren im Zoo sind vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im „Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren“ zusammengefasst. Ein Vergleich der Mindestvorgaben von Innen- und Außenflächen für ausgewählte Tierarten zeigt, wie wenig Platz den Tieren in den Wintermonaten zur Verfügung steht:

Nashorn
520 qm (Innen- und Außengehege) bei über +18 Grad Celsius
20 qm (Innengehege) bei unter +18 Grad Celsius

Flusspferd
90 qm (Innen- und Außengehege) bei über +15 Grad Celsius
30 qm (Innengehege) bei unter +15 Grad Celsius

Elefant
530 qm (Innen- und Außengehege) bei über +15 Grad Celsius
15-30 qm (Innengehege) bei unter +15 Grad Celsius

Weitere Informationen:
PETA.de/Zoo

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de