Spenden
 »  »  »  »  » Kängurus in einem Münchner Privathaus

Kängurus in einem Münchner Privathaus

Themenschwerpunkt
 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge
Stand Januar 2010
„Ein Känguruh kommt in den Boxring, was sein momentanes Zuhause ist. Es springt hin und her. Ich spreche mit dem Känguruh und dem Schiedsrichter. Ring frei für die erste Runde. Mein Känguruh beginnt zu boxen. Nach ein paar Minuten ist eine Pause, wo zwei Hunde tanzen und mein Känguruh klaut mir einen Keks aus dem Mund. Das Känguruh ist nicht diszipliniert. Es rangelt dann während der Pause weiter, tänzelt im Ring hin und her, greift mich wieder an und bekommt die gelbe Karte. Dann geht es wieder weiter. Zum Schluss ist Siegerehrung, zum Beispiel: Picasso, der Meister aus Australien, Sieger nach Punkten.“
(Quelle: angelika-kramls-tiershow.de)


Diesen Text finden wir auf der Website einer Frau, die im Zirkus aufgewachsen ist. Er beschreibt den möglichen Ablauf einer Show mit Kängurus, die mitten in München ein klägliches Leben führen. Sie vegetieren in einem kleinen Anbau an dem Haus der Tierhalterin, die auch noch 13 Katzen und 16 Hunde hat. Der „Freilauf“, wenn man den überhaupt so nennen kann, ist nur etwa 40 qm groß. Für Tiere, die neun Meter weit und über drei Meter hoch springen können, die täglich in der Steppe Australiens etliche Kilometer zurücklegen und den Tag damit verbringen, nach Nahrung zu suchen, ist dieses Außengehege ein Witz. Dazu kommt der nur zwei Meter niedrige Zaun, den die Kängurus mühelos überwinden könnten, um dann durch die Münchener Innenstadt zu flüchten. Das gefährdet nicht nur das Leben der Tiere, sondern auch das der Verkehrsteilnehmer.

Auch in diesem NDR-Beitrag wird über diesen Fall berichtet:

 

 

Im sogenannten „Säugetiergutachten“, an das sich jeder Zoo und jeder Zirkus im Winterlager zu halten hat, kann man nachlesen, dass für diese drei Roten Riesenkängurus ein Gehege von mindestens 300 qm und ein Stall von 20 qm vorhanden sein müsste. Beides ist nicht der Fall, wobei die Größe des Stalls mit etwa 16 qm nur geschätzt werden kann. Dass die Tiere ein nichtmal ansatzweise artgerechtes Leben führen, liegt auf der Hand. Im zum Zeitpunkt der Besichtigung vereisten „Freilauf“ rutschten die Kängurus imnmer wieder aus oder rannten gegen den Zaun.

Die Frau hat die männlichen Kängurus bei „ihrem Tierhändler“ gekauft. Eines ist sogar aus dem Zoo Hellabrunn, worauf die Dame besonders stolz zu sein scheint. Im Alter von sechs Monaten kam er zu ihr, jetzt ist er etwa 10 Jahre. Ob der Münchener Zoo weiß, was aus diesem Tier geworden ist, ist uns nicht bekannt. Es ist jedoch ein Skandal, dass Tiere aus Zoos immer wieder getötet oder an dubiose Händler abgegeben werden, wenn man für sie keinen Platz mehr hat. Am aktuellen Beispiel sieht man, was dann einem ehemaligen Publikumsmagneten widerfahren kann. Das tatsächliche Elend der Tiere lässt sich wohl eher in Bildern ausdrücken. Und diese sind in Form von Bewegtbild in der ARD-Reportage „Tierquälern auf der Spur“ ausgestrahlt worden.

Während Kraml wiederholt – bislang erfolglos - versucht, per Klage PETA-Veröffentlichungen über sie aus dem Internet löschen zu lassen, hat die Staatsanwaltschaft München I aufgrund einer Strafanzeige von PETA ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet, Az.: 230 Js 214856/09. Während auch eine Beleidigungsanzeige von Kraml gegen eine PETA-Mitarbeiterin von der Staatsanwaltschaft Stuttgart eingestellt wurde (Az. 133 Js 109350/09), hat die zuständige Verwaltungsbehörde, das Kreisverwaltungsreferat München unter dem Aktenzeichen TA 011/06 gegen Kraml Auflagen verfügt, zu denen mehrere Verwaltungsgerichtsverfahren beim Bayerischen Verwaltungsgericht laufen (Az. 18 K 09.426/09, 09.427/09, 09.455/09 und 09.667/09).