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Kaninchen illegal als „Schlachttiere“ angeboten: PETA schaltet Veterinäramt ein und stoppt Verkauf

 
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Stand Dezember 2016
Stuttgart, 22. Dezember 2016 – „Schlachthasen zu Weihnachten zu verkaufen“: PETA machte Anfang Dezember einem Verkäufer, der illegal lebende Kaninchen als Weihnachtsbraten anbot, einen Strich durch die Rechnung. Aufgefallen war der Tierrechtsorganisation ein Aushang in einem Supermarkt in Ostfildern Scharnhausen (Kreis Esslingen am Neckar). Die Tierrechtsorganisation schaltete daraufhin das Veterinäramt in Plochingen ein, das den Verkäufer überprüfte. Eine Genehmigung, die Kaninchen zum Schlachten an Dritte zu veräußern, konnte er dabei nicht vorweisen. Der Verkauf der Kaninchen wurde dem Mann untersagt. PETA hofft, dass er künftig auch die Zucht von Kaninchen einstellt.
 
„Kaninchen werden ihr kurzes Leben lang meist in engen Ställen gehalten, in denen sie sich kaum bewegen können. Dabei sind sie aufgeweckte, neugierige und sehr sensible Säugetiere“, sagt Jennifer Kuret, Koordinatorin für Missstandsmeldungen bei PETA. „Wir empfehlen ein veganes Weihnachtsmenü, um das Fest der Liebe zu feiern.“
 
Erst seit dem 11. August 2014 gelten gesetzlich festgelegte Mindestanforderungen zur Kaninchenhaltung. Diese Mindestanforderungen reichen bei Weitem nicht aus, um den Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Per Gesetz stehen ihnen in der Zucht nur 600 cm² und in der Mast sogar nur 300 cm² zur Verfügung – also nicht einmal 2,5 bzw. 1,5 DIN-A4-Seiten pro Tier [1]. Es sind lediglich viel zu kleine Rückzug- und dürftige Beschäftigungsmöglichkeiten vorgeschrieben, die nie von allen Tieren gleichzeitig genutzt werden können. Selbst die Haltung auf Gitterböden im Käfig ist weiterhin erlaubt. Durch chronische Langeweile und zu wenig Platz verletzen sich die Tiere oft gegenseitig oder selbst.
 
Bei kleinen Schlachtbetrieben oder Hausschlachtungen dürfen Kaninchen sogar noch mit einem harten Schlag auf den Kopf „betäubt“ werden, bevor sie getötet werden. Oftmals erleiden die Tiere dabei Kopfverletzungen oder eine Gehirnerschütterung – den späteren Schnitt durch die Kehle erleben sie jedoch bei Bewusstsein.
 
Etwa 35.000 Tonnen Kaninchenfleisch werden nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO in Deutschland produziert – dies entspricht etwa 22 Millionen Kaninchen [2]. Der Großteil davon wird unter unwürdigen Haltungsbedingungen produziert. Die Angabe in Tonnen macht erneut deutlich: Die Tiere zählen nicht als Individuen, sondern werden zum Produktionsfaktor degradiert.
 
Weder Kaninchen, noch Gänse, Fische oder andere Tiere gehören an Weihnachten auf den Teller.
Tipps für ein veganes Weihnachtsmenü gibt PETA hier: www.peta.de/weihnachtsmenue#.WFupkGVviUk.
 
[1] Tierschutznutztierhaltungsverordnung: Abschnitt 6 – Anforderungen an das Halten von Kaninchen - § 32 Allgemeine Anforderungen an Haltungseinrichtungen für Kaninchen http://www.gesetze-im-internet.de/tierschnutztv/BJNR275800001.html#BJNR275800001BJNG000602310
[2] http://www.fao.org/faostat/en/#home
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Kaninchenmast   

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 (0)711 860591-528, DenisS@peta.de