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Karpfen-Quälerei auf Hannoveraner Wochenmarkt – PETA stellt Strafanzeige gegen den Händler

 
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Stand März 2014
Hannover / Gerlingen, 5. März 2014 – Lebende Karpfen sind keine Ware: Auf dem Wochenmarkt an der Moltkestrasse in Hannover bietet ein Händler Karpfen zum Verkauf an, die den Marktbesuchern in engen und dreckigen Behältnissen präsentiert werden. Aus Beweismaterial, das PETA Deutschland e.V. vorliegt, geht zudem hervor, dass die Tiere teilweise auch lebend verkauft werden. Der Verkauf lebender Fische ist in Deutschland jedoch verboten, und daher stellt diese Form der Aufbewahrung sowie die Lebendabgabe an den Endverbraucher einen Verstoß gegen § 10 der Tierschutzschlachtverordnung und mutmaßlich auch gegen §§ 2 und 17 des Tierschutzgesetzes dar. Eine Anwohnerin hatte den Fall zusammen mit Beweisbildern und Tonbandaufnahmen bereits im Februar 2014 beim zuständigen Veterinäramt vorgebracht – dort sah man keinen Handlungsbedarf. Vor diesem Hintergrund hat PETA nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hannover gegen den Händler gestellt. Die Tierrechtsorganisation fordert zudem ein grundsätzliches Verkaufsverbot lebender Tiere auf Wochenmärkten.
 
„Karpfen sind kein Gemüse, sondern schmerzempfindliche Wirbeltiere“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin bei PETA Deutschland e.V. „Wir gehen davon aus, dass die Staatsanwaltschaft den Fischhändler für die Verstöße zur Rechenschaft ziehen wird.“
 
Die Haltung lebender Fische sowie der Verkauf nicht getöteter Karpfen sorgen auch außerhalb von Deutschland zunehmend für Beschwerden: In Prag hat diese in Tschechien weitverbreitete Praxis in diesem Winter eine Protestwelle von Tierschützern nach sich gezogen.
 
Karpfen können in Einzelfällen bis zu 120 Zentimeter lang und über 40 Kilogramm schwer werden. Ursprünglich stammen diese Fische aus China. Fossilienfunde sind bereits aus der Tertiärzeit bekannt. Karpfen bevorzugen stehende oder langsam fließende Gewässer mit reichem Pflanzenbewuchs. Im Winter halten sie Winterschlaf. 

Zwei neue Gutachten der Schweizer Eidgenössischen Ethikkommission für Biotechnologie im Außerhumanbereich (EKAH) befassen sich intensiv mit der Kognition und dem Bewusstsein von Fischen. Die Verfasser, Philosoph Markus Wild und Biologe Helmut Segner[1], belegen, dass Fische Schmerzen empfinden, ein Bewusstsein haben, lernfähig sind und kooperieren können. Auch internationale Studien von Sneddon[2] und Braithwaite[3] kamen zu diesem Ergebnis.



Quellen: [1] Segner, 2013; [2] Sneddon, 2011; [3]Braithwaite, 2010.


 
Kontakt:
Judith Stich, +49 (0) 30 6832666-04, JudithS@peta.de