Spenden
 »  »  » Katzenbabys in Wuppertaler Zoohandel: PETA appelliert an „Zoo-Schlüter“, den Verkauf zu beenden

Katzenbabys in Wuppertaler Zoohandel: PETA appelliert an „Zoo-Schlüter“, den Verkauf umgehend zu beenden

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge
Stand August 2017
Wuppertal / Stuttgart, 1. August 2017 – Katzenbabys wie Ware hinter Glas ausgestellt: Einem Whistleblower zufolge ist der Wuppertaler Zoohandel „Zoo-Schlüter“ auf der Suche nach sogenannten Hauskatzen im Alter von acht bis zehn Wochen, um sie in seinem Geschäft weiterzuverkaufen. Dabei landen jedes Jahr schätzungsweise über 130.000 Katzen [1] in deutschen Tierheimen. Diese haben bereits jetzt Schwierigkeiten, die scheinbar nicht endende „Flut“ an Katzen zu bewältigen. Eine verantwortungsvolle Zucht gibt es aus Tierschutzsicht nicht, denn jedes gezüchtete Tier und jeder einzelne Verkauf nimmt einem Tier im Tierheim die Chance auf ein neues Zuhause – und verschärft die ohnehin dramatische Situation noch weiter. Daher kontaktierte die Tierrechtsorganisation PETA den Zoohandel und forderte die Verantwortlichen auf, den Verkauf von Katzenbabys umgehend einzustellen.
 
„Geschäfte wie der Zoohandel „Zoo-Schlüter“, der die jungen Katzen wie ausgestellte Ware hinter dem Schaufensterglas präsentiert, sind kein geeigneter Ort für Katzenbabys – kein Tier hat es verdient, wie ein Verkaufsartikel ausgestellt zu werden“, so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA..
 
Etwa zwei Millionen heimatlose Katzen streifen durch deutsche Parks, Parkhäuser, Hinterhöfe und Gartenanlagen. Die domestizierten Tiere sind nicht für ein Leben in der Natur gerüstet; ohne menschliche Fürsorge sterben sie oft frühzeitig und nicht selten qualvoll. Zudem vermehren sie sich unkontrolliert und leiden mitunter an teilweise hochansteckenden Krankheiten, sodass auch für „Freigänger“ mit einem Zuhause ein gesundheitliches Risiko besteht.
 
Katzen benötigen Familienanschluss; insbesondere junge Katzen sind auf permanente Fürsorge angewiesen. Zum einen müssen Katzenwelpen die Trennung von der Mutter verarbeiten, zum anderen ist es verantwortungslos, die Tiere während der wichtigen Prägephase wie „Wanderpokale“ herumzureichen. Durch die „Zwischenlagerung“ im Zoohandel drohen erhebliche Sozialisierungsprobleme. Die jungen Katzen locken Kunden in die Zoohandlung: Erliegen sie dem niedlichen Aussehen, kaufen möglicherweise auch Menschen eine Katze, die andernfalls kein Tier bei sich aufgenommen hätten. Eine sinnvolle Alternative ist die Zusammenarbeit des Zoohandels mit lokalen Tierheimen. Mithilfe von sogenannten Vermittlungsterminals für Tierheimbewohner können sich  Kunden direkt im Markt informieren, welche tierischen Freunde im Tierheim auf eine Adoption warten.
 
Mitgliedern des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. ist es untersagt, sogenannte Hauskatzen anzubieten – diese Regelung gilt allerdings nicht für „Rassekatzen“. Laut den Heidelberger Beschlüssen des Verbands soll der Zoofachhandel „die örtlichen Tierschutzvereine in ihrem Bemühen unterstützen, die für die in ihrer Obhut befindlichen Katzen, Hunde und anderen Tiere ein neues Heim zu finden.“ [2]
 
PETA spricht sich grundsätzlich gegen den Verkauf von Tieren im Zoohandel aus – ganz gleich, ob es sich um Kleintiere oder Exoten handelt. In der Zoohandelsbranche leiden und sterben unzählige Tiere. Wer sich nach reiflicher Überlegung dafür entscheidet, einen tierischen Mitbewohner bei sich aufzunehmen, sollte ein Tier aus einem Tierheim adoptieren.
 
[1] Neue Westfälische (2016): Tierschutzverein fordert die Bielefelder auf, Katzen kastrieren zu lassen. Dabei werden sozial schwache Katzenhalter von Tierärzten unterstützt. Online abrufbar unter: http://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/mitte/21525923_Tierschutzverein-fordert-die-Bielefelder-auf-ihre-Katzen-kastrieren-zu-lassen.html.
[2] Zentralverband zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (2011): Heidelberger Beschlüsse zum Tierschutz im Zoofachhandel. Online abrufbar unter: https://www.zzf.de/fileadmin/files/ZZF/Datenblaetter_Formulare_Fotos/ZZF_Heidelberger_Beschluesse_Mai_2011.pdf.

Weitere Informationen:
PETA.de/Katzenkastration
Veganblog.de/Haustiere/Zoohaendler-verkauft-Katzenbabys
Reptilienhandel.Peta.de/
Heimtierhandel.Petadeutschland.de/

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de