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Katzenjammer im Essener Tierheim

 
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PETA fordert Kastrationspflicht für freilaufende Katzen

Stand Juni 2012
Essen / Gerlingen, 25. Juni 2012 – Weil das Albert-Schweitzer-Tierheim in Essen über die Kapazitäten hinaus ausgelastet ist, fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. die Einführung einer Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen in Privathaushalten. Diese würde nicht nur Tierleid verhindern, sondern auch dazu beitragen, die städtischen Ausgaben zu reduzieren.

„Viele Menschen glauben immer noch, dass es nur in Süd- und Osteruropa heimatlose Katzen gibt“, so Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei PETA. „Dabei streifen auch bei uns in Deutschland geschätzte zwei Millionen verwilderte Katzen durch Parks, Wälder und Hinterhöfe. Eine Kastrationspflicht verhindert nicht nur Tierleid, die Stadt könnte langfristig eine Menge sparen, würde jetzt entsprechend gehandelt.“

PETA weist darauf hin, dass heimatlose Katzen meist die Nachkommen von nicht kastrierten Katzen aus Privathaushalten sind. Sie leiden an Hunger, viele von ihnen sind krank, verletzt oder werden Opfer von Jägern oder Tierquälern. Katzen, die von keinem Tierarzt behandelt oder von keinem Menschen umsorgt werden, sterben häufig auch an leicht zu behandelnden Krankheiten.

Bedenkt man, dass eine nicht kastrierte Katze im Normalfall zweimal im Jahr vier bis sechs Nachkommen zeugen kann und diese wiederum ab dem fünften Lebensmonat geschlechtsreif sind, wird schnell klar, wie verheerend das Problem wirklich ist. So können eine einzige Katze und ihre Nachkommen rein rechnerisch in nur sieben Jahren 420.000 weitere Katzen in die Welt setzen. Die Kastration von Katzen und Katern ist ein tierärztlicher Routineeingriff – auch die Bundestierärztekammer rät zur Kastration von Freigänger-Katzen.

Während in Österreich die Kastrationspflicht fest im Tierschutzgesetz verankert ist, werden in Deutschland bislang Kastrationsgebote über die Städte und Gemeinden geregelt. Nachdem Paderborn bereits 2008 das Kastrationsgebot für Freigänger-Katzen eingeführt hat, zogen inzwischen über 80 Städte nach – zuletzt Bonn und Osnabrück (aktuelle Liste anbei). Im Rahmen der Novellierung des Tierschutzgesetzes werden nun die Landesregierungen ermächtigt, mittels Rechtsverordnung die Verpflichtung zur Kastration von Freigänger-Katzen in Privathaushalten zu regeln.

Auch Show-Größe Dieter Thomas Heck unterstützt PETAs Forderung nach einer bundesweiten Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen.

 

Menschen können verhüten, Katzen nicht / © Bartek Langer/PETA