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Keine fünfte Jahreszeit für Pferde – PETA begrüßt schärfere Kontrollen der Veterinärbehörde hinsichtlich der Karnevalsumzüge

Stand Januar 2013
Aachen / Gerlingen, 20. November 2012 – Laute Musik, fliegende Pralinenschachteln, grölende Narren und mittendrin Pferde. Weil die Tiere bei Karnevalsumzügen unter ständigem Stress leiden, plant das für die Region Aachen zuständige Veterinäramt Würselen strengere Reglementierungen einzuführen und Zustand, Herkunft sowie Behandlung der Pferde zu prüfen. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. begrüßt das Vorgehen und weist darauf hin, dass kein Tier zum Zwecke der Unterhaltung missbraucht werden darf.

„Wir danken dem Veterinäramt für die vorbildliche Vorgehensweise, denn für Pferde bedeutet die fünfte Jahreszeit alles andere als Spaß“, sagt Jennifer Kirchner, Kampagnenleiterin bei PETA. „Pferde sind Fluchttiere. Sie zur Belustigung der Jecken großem Lärm und Trubel auszusetzen, ist tierschutzwidrig und sollte verboten werden.“

Das Amt für Veterinärwesen hat die betreffenden Karnevalsvereine und Verantwortlichen der Züge angeschrieben, die Reglementierungen für die bei den Umzügen teilnehmenden Pferde zu straffen. Darüber hinaus werden die Veterinäre Blutproben entnehmen, falls der Verdacht einer Sedierung besteht. Denn im vergangenen Jahr wurden vermehrt sedierte Pferde registriert. Eine Methode, die vermutlich auch bei anderen Karnevalsumzügen häufig Anwendung findet.

PETA weist darauf hin, dass das Vorgehen des Amts für Veterinärwesen dem geltenden Recht zum Schutz der Tiere entspricht. Laut § 3 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, einem Tier – außer in Notfällen – Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist.

Pferde sind äußerst sensible Fluchttiere. Im unruhigen Straßenverkehr leiden sie an durch Abgase verursachten Atemproblemen und dem hohen Lärmpegel. Außerdem führt das Laufen auf Asphalt häufig zu Beinbeschwerden. Insbesondere im Sommer kommt es immer wieder vor, dass die Tiere einen Herzschlag erleiden, weil sie sich in brütender Sommerhitze und großer Feuchtigkeit überanstrengen müssen.

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de