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Kinder krankenhausreif gebissen: PETA fordert nach Beißvorfall in Oberhausen die Einführung eines Hundeführerscheins in Nordrhein-Westfalen

 
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Nachweis kann Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben

Stand Februar 2017
Oberhausen / Stuttgart, 22. Februar 2017  Verantwortungslose Hundehaltung: Medienberichten zufolge griff die Bulldogge einer Familie am Montagabend in einer Wohnung an der Kewerstraße zwei auf dem Sofa sitzende Kinder an, die anschließend im Krankenhaus ärztlich behandelt werden mussten. Die Familie hatte den Hund vor einigen Monaten aufgenommen, nachdem dieser einen Chihuahua totgebissen hatte und daraufhin eingeschläfert werden sollte. Die örtliche Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung. Angesichts dieses Vorfalls fordert PETA die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in Nordrhein-Westfalen: Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem vermittelt das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind.
 
„Dieser Fall macht deutlich, dass offenbar viele Halter ihre Hunde nicht einschätzen können und somit die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen ist – nicht beim Tier. Die Bulldogge hätte aufgrund der Vorgeschichte gar nicht in eine Familie mit Kindern vermittelt werden und gemeinsam mit ihnen auf der Couch liegen dürfen. Kinder und Hunde müssen genau beobachtet werden und es sollte immer ein Sicherheitsabstand bestehen“, so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin bei PETA. „Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für den Menschen werden – unabhängig davon, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein Mischling ist.“

Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend an den theoretischen Kurs folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule.

Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist dort seit Juli 2013 verpflichtend. Wer in München nach dem 01.05.2014 einen Hundeführerschein absolviert hat, kann sich ein Jahr lang von der Hundesteuer befreien lassen. In Mannheim gilt eine zweijährige Steuerbefreiung für alle Hunde, deren Halter den Hundeführerschein nach dem 1. Januar 2016 erworben haben. Wer in Berlin ab dem 1. Januar 2017 einen Hund neu aufnimmt, ist dazu aufgefordert, sich die notwendige Sachkunde anzueignen.
Die Einführung eines Hundeführerscheins hat einen weiteren Vorteil: Sie kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Hundefuehrerschein

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 (0)711 860591-528, DenisS@peta.de