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Kindesmisshandlung – Experimente an Affenbabys

In Laboren der NIH werden Affenbabys für grauenhafte psychologische Experimente missbraucht.

Stand Juni 2016
Update – Juni 2016
Nachdem die NIH die Experimente an Babyaffen aufgrund einer erfolgreichen Kampagne von PETA USA unterlassen, wollen sie im Herbst einen Workshop anbieten, im Rahmen dessen Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Ethik und Tierschutz über die Ethik von Affenversuchen diskutieren.

Erfolgsmeldung – Dezember 2015
Nach einer langjährigen Kampagne von PETA USA und vielen Unterstützern haben die National Institutes of Health (NIH) jüngst verkündet, die grausamen psychologischen Experimente an Affenbabys zu beenden. Die Entscheidung, die der Kongressabgeordneten Brendan Boyels ebenfalls bestätigte, lässt sich darauf zurückführen, dass PETA USA im Begriff war, neue Videos und E-Mails zu veröffentlichen. Das Video- und E-Mail-Material zeigte, dass die schrecklichen Experimente weiter fortgesetzt wurden und damit nicht nur die Medien, sondern auch Politiker und die Öffentlichkeit über den Status des „Projekts“ belogen wurden.

Über eine viertel Million PETA-Unterstützer wandten sich mit Briefen und E-Mails an die Regierung; auch Prominente und Wissenschaftler kritisierten die Experimente. Durch so viel Engagement bekommen die noch circa 300 verbleibenden Affen in den Laboren der NIH jetzt die Möglichkeit, in Auffangstationen entlassen zu werden. Wir werden uns weiterhin für diese Tiere einsetzen, damit das Vorhaben auch in die Tat umgesetzt wird.

UPDATE – November 2015
Nach jahrelangen Kampagnen von PETA USA und anderen Tierrechtsgruppen haben die NIH angekündigt, alle bundeseigenen Schimpansen in den Ruhestand zu schicken. Zunächst sollten 50 der insgesamt 360 Schimpansen weiterhin für mögliche künftige Experimente im Labor gefangen gehalten werden. Francis Collins, Direktor der NIH, revidierte diese Aussage jüngst und gab an, dass kein weiteres Interesse an Experimenten mit Schimpansen bestehe und die Behörde daher davon absehe, einige der Menschenaffen zu behalten. Die 360 Schimpansen können ihr Leben nun in renommierten Auffangstationen verbringen. Umso mehr setzt sich PETA USA auch weiterhin für die Babyaffen ein.

UPDATE – April 2015
Nach unserer Berichterstattung über die psychologischen Experimente an Affenbabys richtete die SPD in Bayern eine schriftliche Anfrage an die Universität Würzburg und das Kultusministerium Bayern, worin sie umfassende Auskünfte über deren Beteiligung an dem Forschungsprojekt, die Sinnhaftigkeit der Versuche, Experimente an Primaten in Bayern allgemein, die Verwendung von Steuergeldern für diese sinnlosen Versuche u. v. m. verlangte. Nun haben wir die ausführliche Antwort erhalten, in der das Ministerium viele der Öffentlichkeit bisher verborgene Informationen offenlegen musste.
Die Kooperation mit den NIH-Instituten wird eindeutig bestätigt. Außerdem geht hervor, dass von 2009 bis 2013 alleine in Bayern insgesamt 178 Affen für Versuchszwecke missbraucht wurden und in diesem Zeitraum mehr als 26.000 Euro nur für den Einkauf dieser Tiere verschwendet wurden. Die Universität gibt sogar zu, dass eine Übertragbarkeit der Forschungsergebnisse aus diesen Tierversuchen auf den Menschen nicht garantiert werden kann.

Das Originaldokument mit vielen weiteren Informationen finden Sie hier.
 
Um lebenslange psychische Traumata auszulösen, werden die Babys ihren Müttern kurz nach der Geburt entrissen - meist sehen sie sich nie wieder. Als Mutterersatz erhalten die Säuglinge eine mit Stoff bezogene Flasche.

Hintergrundinformationen

Der Beginn der grausamen Experimente…
In den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren war Harry Harlow berühmt-berüchtigt für seine tierquälerischen psychologischen Experimente mit Affen. (1) In den grausamen Versuchen entriss Harlow neugeborene Äffchen ihren Müttern, ersetzte die Mütter einiger Affenbabys mit „Ersatzmüttern“ aus Draht und Holz und hielt traumatisierte Äffchen teilweise bis zu einem Jahr lang völlig isoliert in winzigen Metallkäfigen. Als Harlow erkannte, dass die barbarischen Lebensbedingungen bei den Affenbabys dauerhafte seelische Traumata auslösten, weitete er sein abscheuliches Projekt sogar noch aus. Gemeinsam mit seinem damaligen Doktoranden Stephen Suomi entwarf er eine dunkle Isolationskammer, die sogenannte „Fallgrube der Verzweiflung“ (Pit of Despair), in der er die Affen komplett von der Umwelt isolierte. (2)
Innerhalb weniger Tage wurden die in der Kammer gefangenen Tiere in den Wahnsinn getrieben: Sie schaukelten ununterbrochen hin und her, umklammerten sich selbst, bissen sich ins eigene Fleisch und rissen sich das Fell aus. Als die Tiere schließlich aus der Isolationskammer befreit wurden, waren sie so traumatisiert, dass sie nicht mehr in der Lage waren, mit ihren Artgenossen zu interagieren. Einige der Tiere waren so erschüttert und depressiv, dass sie sich zu Tode hungerten. Suomi und Harlow wollten herausfinden, was geschehen würde, wenn die traumatisierten Affen schließlich selbst zu Müttern würden. Hierzu konstruierten sie das sogenannte „Rape Rack“ – eine Vergewaltigungsvorrichtung, auf der weibliche Affen gewaltsam fixiert und künstlich befruchtet wurden. Später beobachteten und fotografierten die Männer, wie die psychisch kranken Mütter ihre eigenen Babys misshandelten und töteten.
Selbst Neugeborene werden bereits für Experimente missbraucht
Seit Harlows Tod im Jahr 1981 waren die meisten Menschen eigentlich der Annahme, dass die grausamen Experimente mit den Affenbabys der Vergangenheit angehören. Doch wie PETA USA erfahren musste, führt Harlows Schützling, Stephen Suomi, in mit Steuergeldern finanzierten Laboren einer Einrichtung der US-amerikanischen Nationalen Gesundheitsinstitute (National Institutes of Health, NIH) in Poolesville im US-Bundesstaat Maryland bereits seit über 30 Jahren ähnliche Experimente durch, in denen Babyäffchen unter dem Verlust ihrer Mutter so sehr leiden, dass sie in die Depression getrieben werden.
Die vorliegenden Videoaufnahmen und Fotos zeigen nur einen kleinen Teil der Qualen, die diese Tiere erleiden müssen.
Das Leiden findet kein Ende
PETA USA liegen Dokumente sowie Hunderte Fotos und über 500 Stunden bislang unveröffentlichtes hochauflösendes Videomaterial vor, das im Zeitraum von 2009 bis 2012 in dieser NIH-Einrichtung aufgenommen wurde. Die Beweismaterialien zeigen im Detail, wie Suomi und seine Kollegen in abscheulichen Versuchen Affenbabys psychisch misshandeln. Alleine in den letzten sieben Jahren wurden die grausamen Experimente mit mehr als 30 Millionen US-Dollar finanziert.
In dieser NIH-Einrichtung werden jedes Jahr 40 bis 60 Affen geboren. Viele der Tiere werden gezielt mit der genetischen Veranlagung für psychische Störungen gezüchtet. Die Hälfte aller neugeborenen Affen wird innerhalb weniger Stunden nach der Geburt für immer von ihren Müttern getrennt. Einige Babyäffchen erhalten „Ersatzmütter“ bestehend aus einer Wärmflasche mit Frotteebezug. Wie bereits in den früheren Experimenten von Harlow und Suomi neigen diese mutterlosen Affenbabys verstärkt dazu, an schweren Angstzuständen, Aggressionen, Depressionen, Durchfall, Haarausfall und anderen körperlichen und psychischen Leiden zu erkranken. Darüber hinaus entwickeln sie leichter selbstzerstörerisches Verhalten und beißen sich beispielsweise selbst oder reißen sich das eigene Fell aus.
Die Affen leiden über viele Jahre in den entsetzlichen und oftmals auch schmerzhaften Experimenten. Ziel der Experimentatoren ist es, die Symptome ihrer psychischen Erkrankung zu verschlimmern und den Schweregrad ihrer seelischen Traumata zu untersuchen. Derzeit werden rund 200 junge Äffchen in diesen grauenhaften Experimenten eingesetzt. Insgesamt leben dauerhaft etwa 500 Affen in den NIH-Laboren von Suomi.
Affenbabys, die ihren Müttern schon früh entrissen werden, leiden meist an Depressionen, Aggressivität und Angstzuständen. Sie werden häufiger krank und fügen sich selbst Verletzungen zu.
Auch deutsche Wissenschaftler sind an den Gräueltaten beteiligt
Laut einem Bericht aus dem Jahr 2013 sind Professor Klaus-Peter Lesch, Lehrstuhlinhaber für molekulare Psychiatrie an der Universität Würzburg, und Professor Andreas Reif, stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Würzburg, an dem NIH-Projekt beteiligt (3). 2011 waren Lesch und Reif Mitverfasser einer Studie über Experimente der NIH, in denen neugeborene Makaken direkt nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt wurden (4). Das Experiment sollte ermitteln, inwiefern Stress in einem frühen Lebensabschnitt mit den Genen interagiert und damit die Entwicklung nachteilig beeinflusst. Diese Studie wurde teilweise durch Fördergelder des Sonderforschungsbereiches TRR-58 Z02 der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) finanziert. Das Projekt TRR-58 Z02 wird bereits seit 2008 finanziell gefördert und ist bis heute nicht abgeschlossen. In seinen derzeitigen Experimenten an der Universität Würzburg untersucht Lesch Angst und Furcht an gentechnisch veränderten Mäusen.
Einsam und alleine fristen die Babys in kleinen Käfigen ihr Dasein
Videoaufnahmen, die Sie eigentlich nicht zu sehen bekommen sollten
PETA USA liegt Videomaterial vor, das Suomi und seine Kollegen zeigt, wie sie Babyäffchen terrorisieren, die sie zuvor vorsätzlich psychisch krank gemacht haben.
 
  • Die Experimentatoren entreißen den Affenmüttern ihre verstörten, verzweifelten Neugeborenen und drücken die Äffchen gewaltsam nach unten. Dabei drehen sie ihre kleinen Köpfe von einer Seite zur anderen, um herauszufinden, welche Lage den Babys besser gefällt.
  • Die Affenbabys werden gemeinsam mit ihren Müttern in Käfige gesperrt. Zuvor wurden die Muttertiere medikamentös ruhiggestellt; ihre Brustwarzen wurden abgeklebt und die sedierten Tiere werden in Kindersitzen platziert. Die Babys sind völlig verängstigt, weil ihre Mütter nicht reagieren. Sie schreien und weinen, klettern auf die sedierten, reglos daliegenden Mütter und schütteln sie im verzweifelten Versuch, sie aufzuwecken. Die Videoaufnahmen zeigen mindestens eine Situation, in der die Experimentatoren eine verzweifelte Affenmutter auslachen, die mit aller Kraft versucht, gegen die Sedierung anzukämpfen und wachzubleiben, um ihr verängstigtes Kind zu beruhigen. In einigen Experimenten legten die Experimentatoren sogar eine elektrische Schlange in einen Käfig mit Affenbabys – wohlwissend, dass diese die Reptilien von Natur aus fürchten.
  • Neugeborene Äffchen werden in winzige Drahtkäfige gesperrt und in sogenannten „Schreckens-Kammern“ durch großen Lärm vorsätzlich in Angst und Schrecken versetzt. Die Babys schreien angsterfüllt und versuchen vergeblich, sich vor dem Lärm zu verstecken und zu fliehen.
  • In anderen Experimenten werden die Affenbabys jeweils alleine in einen Metallkäfig gesteckt und ihnen wiederholt und bewusst durch die Gegenwart eines Menschen Angst eingejagt. Die Äffchen schreien, kauern sich zusammen und klammern sich verängstigt an die Rückwand des Käfigs.
Wenn die Affenbabys größer sind, werden sie zwischen den verschiedenen NIH-Laboren hin- und hertransportiert und jahrelang weiteren Experimenten unterzogen. Bei manchen der gequälten Affen werden Vorrichtungen in ihren Schädel verschraubt, über die die Experimentatoren verschiedenste Medikamente direkt in das Gehirn injizieren können. Es handelt sich dabei jedoch um Psychopharmaka, wie beispielsweise den unter dem Handelsnamen Fluoxetin bekannten Arzneistoff, die längst erfolgreich zur Behandlung psychischer Erkrankungen bei menschlichen Kindern und Erwachsenen angewendet werden. Andere Äffchen werden mit der Injektion von Ethanol in hoher Dosierung vorsätzlich alkoholabhängig gemacht. Dies soll ihre Symptome wie Angst, Aggression, Depression, Schmerzempfindlichkeit und Kontaktarmut, weiter steigern. Einige Affen werden auch an die Wake Forest University im US-Bundesstaat North Carolina verkauft, wo sie ähnlichen Experimenten unterzogen werden, in denen sie vorsätzlich alkoholabhängig gemacht werden.
 
Viele der Affen in den NIH-Einrichtungen werden bereits vor Erreichen des achten Lebensjahres getötet und seziert.
Die Babys werden oft direkt nach der Geburt von ihren Müttern getrennt
Pseudowissenschaft
Obgleich die grausamen Experimente mit Affenbabys im Hinblick auf das Krankheitsbild der psychischen Störung beim Menschen zum größten Teil irrelevant sind, werden sie bis heute finanziert und durchgeführt. Die Experimentatoren selbst haben bereits zugegeben, dass ihre Ergebnisse bei der Behandlung von psychischen Traumata und Hirnfunktionsstörungen beim Menschen nicht anwendbar sind.
 
Auch Suomi hat schon vor langer Zeit eingeräumt, dass seine qualvollen Experimente bedeutungslos sind. Bereits im Jahr 1977 schrieb er:
 
„ … [o]b die in Studien mit nichtmenschlichen Primaten ermittelten Daten deutlich zu unserem Verständnis der menschlichen Entwicklung beigetragen haben, ist etwas völlig anderes…derartige Fälle waren relativ selten…der Großteil der in Affenversuchen gewonnen Daten, die sich auf den Menschen anwenden lassen, hat keine neuen Erkenntnisse über das menschliche Verhalten aufgezeigt, sondern vielmehr nur bekannte Gesetzmäßigkeiten bestätigt, die bereits aus früheren Studien mit Menschen abgeleitet worden waren.“ (5)
Auch heute, nach weiteren 40 Jahren qualvoller Affenexperimente, hat sich an dieser Tatsache nichts geändert. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel kamen Suomi und seine Kollegen zu folgendem Schluss:
„[V]iele Ergebnisse aus der Verhaltensforschung und aus biochemischen Studien mit Affen und anderen Tieren lassen sich nicht auf den Menschen übertragen. Aus diesem Grund ist diese Studie im Hinblick auf die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von [Antidepressiva] bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen nicht unmittelbar anwendbar. … [D]ieses Tiermodell der Mutter-Kind-Trennung wurde zur Messung der Wirksamkeit eines Arzneimittels beim Menschen nie wissenschaftlich validiert. … Die Wirksamkeit von [Antidepressiva] beim Menschen lässt sich ausschließlich durch Studien mit Testpersonen unserer eigenen Spezies, also mit menschlichen Probanden, eindeutig feststellen.“ (6)
[Hervorhebungen des Autors]
Während bis heute grausame Experimente mit Affenbabys durchgeführt und mit Steuergeldern finanziert werden, fehlen anderen Wissenschaftlern in den USA die nötigen Finanzmittel zur Durchführung von Studien mit menschlichen Probanden, die für die menschliche Gesundheit und das menschliche Wohlbefinden nachweislich von Nutzen sind. So wurde beispielsweise die Verbindung zwischen genetischer Veranlagung, frühkindlicher Belastung und der Entstehung psychischer Erkrankungen beim Menschen mithilfe epidemiologischer Studien, modernen Gehirnscan-Verfahren und genetischen Studien mit freiwilligen Versuchspersonen nachgewiesen. Die Forschung mithilfe dieser tierleidfreien Testmethoden wird derzeit weiter vertieft.


Quellen:
  1. http://en.wikipedia.org/wiki/Harry_Harlow
  2. http://en.wikipedia.org/wiki/Pit_of_despair
  3. http://annualreport.nichd.nih.gov/suomi.html
  4. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3046296/
  5. Suomi SJ: Mechanisms Underlying Social Development: A Reexamination of Mother-Infant Interactions in Monkeys. In: Pick A (ed.): Minnesota Symposium on Child Psychology, Vol. 10. (Minneapolis: University of Minnesota Press, 1976.)
  6. Shrestha SS, Suomi SJ et al.: Fluoxetine administered to juvenile monkeys: effects on the serotonin transporter and behavior. Am J Psychiatry. März 2014; 171(3):323-31.