Spenden
 »  »  » Kleines Gehege und Verhaltensstörungen: Knut leidet auf dem Abstellgleis Peta Deutschland e.V. kritisiert Haltungsbedingungen von Knut

Kleines Gehege und Verhaltensstörungen:
Knut leidet auf dem Abstellgleis

Peta Deutschland e.V. kritisiert Haltungsbedingungen von Knut

Stand Januar 2011
Kontakt: Frank Albrecht, Tel. 07156/ 178 28 35

Gerlingen – Wie die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. heute mitteilt, halte sie die derzeitige Haltung von Knut für völlig unzureichend und nicht tierschutzkonform. Angesichts der Tatsache, dass Knut bereits eine lange und sehr ausgeprägte Verhaltensstörung zeige und aufgrund seiner menschlichen Fehlprägung noch immer isoliert aufwachse, bestehe dringender Handlungsbedarf. Von einer Abgabe Knuts an den Tierpark Neumünster rate die Tierrechtsorganisation aufgrund der dortigen noch schlechteren Haltungsbedingungen allerdings dringend ab.

„Wer die Eisbärenanlage in Neumünster gesehen hat, kann die Haltungsbedingungen dort nur als verheerend bezeichnen. Der Tierpark Neumünster sollte gar keine Eisbären mehr halten!“, so Frank Albrecht, Zooexperte von PETA Deutschland e.V. „Eine völlig veraltete und kleine Anlage, auf der zwei Eisbären fast den ganzen Tag extrem verhaltensgestört hin- und herlaufen. Es wäre ein Skandal, wenn der Tierpark Neumünster Knuts neue Heimat werden würde.“

Desweiteren widersprechen die Tierrechtler von PETA Deutschland e.V. der Aussage des Berliner Zoo- und Tierparkdirektors Herrn Blaszkiewitz, wonach Knut erst in „frühestens vier Jahren ein größeres Gehege benötige“. Denn nach Angaben der Organisation unterschreite Knuts derzeitige Gehegegrösse (ca. 300 m²) erheblich den eigenen internationalen Vorgaben der Association of Zoo and Aquariums (AZA Bear TAG), die für 1-2 Eisbären eine Aussengehegemindestgröße von 500 m² fordere. Selbst deutsche Experten der Länderarbeitsgemeinschaft Natur- und Artenschutz (LANA-Gutachten) fordern eine Gehegemindestgröße von 400 m² und erachten die Vorgaben des so genannten „Säugetiergutachten“ (Gutachten über die Haltung von Säugetierendes des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) für „nicht ausreichend“.

„Knuts langanhaltende Laufstereotypie beweist eindeutig, dass der einstige Star unter den jetzigen Haltungsbedingungen erheblich gestresst ist und extrem leide“, so Frank Albrecht abschließend. „Es wird Zeit, dass Knut von den Millionen Euro, die er dem Zoo eingebracht hat, endlich profitiert und ein größeres Gehege bekommt. Wir fordern ein sofortiges Handeln des verantwortlichen Tierhalters.“

Da diesen großen Landsäugetieren, unter den unnatürlichen Bedingungen der Gefangenschaft, ihre arttypischen langen Wanderungen nie geboten werden können (so eine aktuelle Studie), spricht sich die Tierrechtsorganisation für ein generelles Auslaufen aller Eisbärenhaltungen in deutschen Zoos und Tierparks aus.

Weitere Informationen zu Zoos finden Sie hier.