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 »  »  » Königsfischen und Krebsquälerei in Ulm-Donautal: PETA will Fischerfest unterbinden lassen

Königsfischen und Krebsquälerei beim Fischerfest in Ulm-Donautal: PETA appelliert an Veterinäramt, tierverachtende Veranstaltung zu unterbinden

 
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Stand September 2017
Ulm / Stuttgart, 4. September 2017 – Tierquälerei zum Vergnügen: Der Fischereiverein Ulm/Neu-Ulm e.V. plant für den 10. September ein sogenanntes Königsfischen, bei dem einem Medienbericht zufolge zusätzlich zahlreiche Signalkrebse lebendig gekocht und anschließend verzehrt werden sollen. PETA kritisiert die Veranstaltung als tierquälerisch und rechtswidrig: Laut § 17 Tierschutzgesetz dürfen Wirbeltiere nur aus einem „vernünftigen Grund“ getötet werden. Als solcher gilt der Verzehr – bei dem Wettbewerbsfischen tritt dieser jedoch in den Hintergrund, womit die Veranstaltung gegen die tierschutzrechtlichen Bedingungen verstoßen dürfte. Die Tierrechtsorganisation hat das zuständige Veterinäramt aufgefordert, das Fischerfest zu untersagen.
 
„Die Veranstaltung erinnert an altrömische Sittenlosigkeit“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Zur Unterhaltung findet ein Wettfischen statt, zur Verköstigung werden Krebse lebendig gekocht. Solche Praktiken sind archaisch und dürfen im 21. Jahrhundert auf keinen Fall erlaubt sein.“

Neben zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen [1], die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren [2], kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [3]

Jedes Jahr werden in Deutschland Millionen Krebstiere bei lebendigem Leib in kochendes Wasser geworfen. Internationale Studien beweisen, dass Hummer und andere Krebse Schmerzen und Angst empfinden. Im Kochtopf sterben sie oft einen langsamen und qualvollen Tod. Eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von 2005 besagt beispielsweise, dass Hummer, Krabben und Krebse hohe kognitive Fähigkeiten aufweisen und über ein komplexes Verhaltensrepertoire, ein Bewusstsein, ein Gedächtnis sowie komplexe Gehirnstrukturen verfügen [4]. Viele Wissenschaftler und Juristen halten die Tötungsmethode für Krebstiere durch Kochen bei lebendigem Leib für inakzeptabel, da sie dem Tier Schmerzen zufügen [5] [6].

[1] Sneddon, L. U., Braithwaite, V. A., & Gentle, M. J. (2003). Do fishes have nociceptors? Evidence for the evolution of a vertebrate sensory system. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 270(1520), 1115–1121. http://doi.org/10.1098/rspb.2003.2349.
[2] Sneddon, L. U. (2003). The evidence for pain in fish: the use of morphine as an analgesic. Applied Animal Behaviour Science, 83(2), 153-162. DOI: 10.1016/S0168-1591(03)00113-8.
[3] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichung von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
[4] The EFSA Journal (2005) 292, 1-46 - Opinion on the „Aspects of the biology and welfare of animals used for experimental and other scientific purposes“, S. 16. http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/doc/292.pdf.
[5] Hirt, Almuth/Maisack, Christoph/Moritz, Johanna (2016): „Tierschutzgesetz. Kommentar“, S. 1011 f.
[6] Magee, B. & Elwood, R. W.: Shock avoidance by discrimination learning in the shore crab (Carcinus maenas) is consistent with a key criterion for pain. In: The Journal of Experimental Biology 216, 2013, S. 353-358(5).
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische-Schmerz-Neocortex

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de