Spenden
 »  »  »  » Krebs

Krebs

Stand Januar 2013
Krebs ist inzwischen eine Zivilisationskrankheit, die sehr häufig vorkommt und zum einen durch erbliche Faktoren und zum anderen durch den Lebensstil und Umweltfaktoren ausgelöst wird.

Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland ca. 395.000 Menschen an Krebs (rund 195.000 Frauen und 200.000 Männer). Täglich sterben ca. 20.000 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung, wie eine US-Studie zu Tage brachte.

Klicken Sie auf das Bild für eine Vergrößerung.
Am Weltkrebstag sind weltweit ca. 300 Organisationen beteiligt, unter anderem auch die Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Krebsgesellschaft und das Deutsche Krebsforschungszentrum. Auch PETA Deutschland e.V. möchte einen Beitrag zur Vorbeugung von Krebserkrankungen leisten.

Längst ist bekannt, dass Vegetarier und Veganer ein geringeres Krebsrisiko haben. Das rührt einmal daher, dass sie weniger tierische Produkte verzehren, und ist auch auf ihren erhöhten Gemüse- und Obstverzehr zurückzuführen. Außerdem können sich Faktoren, wie das durchschnittlich niedrigere Körpergewicht und die niedrigere Gesamtfettzufuhr präventiv auf die Entstehung von Krebs auswirken. Es ist also ratsam, sich vegan zu ernähren, um sich vor Krebs zu schützen.


Lebensstilfaktoren

40 Prozent aller Tumore lassen sich auf vermeidbare Faktoren in der Ernährung und im Lebensstil zurückführen! 2010 erkrankten in Deutschland 450.000 Menschen an Krebs. Das würde bedeuten, dass unter Beachtung gesundheitsförderlicher Lebensstilfaktoren ca. 180.000 Krebserkrankungen vermieden werden könnten.

Worauf sollte man achten?
• Rauchen: 23 Prozent der Tumore bei Männern und 15 Prozent der Tumore bei Frauen sind auf Rauchen zurückzuführen.
• Ernährung: Zu viel Fleisch und Salz und zu wenig Gemüse und Obst sind für über 9 Prozent der Tumorerkrankungen verantwortlich. Das aus einer Ernährung mit vielen fettigen tierischen Produkten auch Übergewicht und Fettleibigkeit entstehen können, ist bereits bekannt und gerade dieses Übergewicht ist verantwortlich für 5,5 Prozent aller Tumore.
• UV-Licht: Vorsicht vor zu starker Sonneneinstrahlung, vor allem im Sommer zur Mittagszeit.
• Bewegungsmangel: Viel Bewegung und Sport an der frischen Luft beugt Übergewicht und Folgekrankheiten, wie eben auch Krebs vor
• Infektionen
• Berufsbedingte Risiken

Der feine Unterschied
Männer riskieren Krebs vor allem durch zu wenig Vitamine und Mineralstoffe in ihrer Ernährung und durch übermäßigen Alkoholkonsum.
Frauen dagegen erhöhen ihr Krebsrisiko durch Übergewicht.
Rauchen wirkt sich bei beiden Geschlechtern gleich negativ aus.

Quelle:
Dr. D Max Parkin et al. (2011): The Fraction of Cancer Attributable to Lifestyle and Environmental Factors in the UK in 2010. Zusammenstellung mehrerer Studien in: British Journal of Cancer. Volume 105, Supplement 2, 6 December 2011, unter: http://info.cancerresearchuk.org/groups/cr_common/@nre/@new/@pre/documents/generalcontent/cr_080626.pdf
Foto: thomobe / flickr
Fleischkonsum

Fleischkonsum steht laut mehrerer Studien in einem engen Zusammenhang zur Erzeugung von Krebs. Vegetarier haben im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung ein geringeres Risiko, an Krebs zu erkranken oder zu sterben. Mills konnte feststellen, dass gerade das Risiko für Dickdarmkrebs und Lungenkrebs bei Vegetariern sank. Wenn die vegetarische Ernährung auch noch mit einem gesunden Lebensstil mit weniger Tabakkonsum und Alkohol kombiniert wird, kann das Erkrankungsrisiko bei Frauen um 8% und bei Männern sogar um 30% reduziert werden. Doch selbst wenn die Studien um Faktoren, wie BMI, Rauchen, Bildungsstand oder Sportliche Aktivität bereinigt werden, bleibt dieser ernährungsabhängige Effekt bestehen.

Quelle:
Mills PK (2001): Vegetarian diets and cancer risk. In: Sabaté J (Hg.). Vegetarian nutrition. CRC press, Boca Raton, S.55-90.

Einige Veröffentlichungen, unter anderem ein umfassender Bericht vom World Cancer Research Fund (WCRF), der 7000 klinische Studien zur Verbindung zwischen Ernährung und Krebs untersucht hat, belegt: Verbraucher sollten kein industriell verarbeitetes Fleisch mehr kaufen und konsumieren. Produkte wie Speck, Würstchen, Hot Dogs, Sandwich-Fleisch, Kochschinken, Salami und praktisch jedes in gefrorenen Fertigmahlzeiten benutzte rote Fleisch, werden in der Regel mit dem, in Europa nur als Gemisch zugelassenen, Stoff Natriumnitrit versetzt, damit das Fleisch eine hellrote Farbe behält und länger frisch aussieht. Natriumnitrit führt aber auch zur Bildung von krebsauslösenden Nitrosaminen im menschlichen Körper. Wer also regelmäßig Fleisch isst, erhöht deutlich sein Risiko an Krebs zu erkranken.

Quelle:
The Institute for Natural Healing (1.4.2012): Processed Meats Declared Too Dangerous for Human Consumption. Link: [url=http://www.annalsofepidemiology.org/article/S1047-2797%2812%2900457-7/abstract ]http://www.totalhealthbreakthroughs.com/2007/12/processed-meats-declared-too-dangerous-for-human-consumption/[/url]

Bosetti et al. fanden ebenfalls heraus, dass eine Ernährungsweise, die sich durch einen hohen Konsum von tierischen Produkten und raffinierten Getreidearten oder Zucker auszeichnet, einen positiven Zusammenhang mit Bauchspeicheldrüsenkrebs aufweist, während eine Ernährungsweise mit vielen frischen Früchten und Gemüsesorten den gegenteiligen Zusammenhang aufweist.

C Bosetti et al. (2013): Nutrient-based dietary patterns and pancreatic cancer risk. In: Annals of Epidemiology, 2013. Unter: http://www.annalsofepidemiology.org/article/S1047-2797%2812%2900457-7/abstract


Eierkonsum

Eierkonsum konnte laut einer neuen Studie, die durch das National Institutes of Health finanziert wurde, mit der Entwicklung von Prostatakrebs in Verbindung gebracht werden. Bereits der Verzehr von 2,5 Eiern pro Woche erhöht bei Männern das Risiko für eine tödliche Form von Prostatakrebs um 81 Prozent im Vergleich zu Männern, die weniger als die Hälfte eines Eies pro Woche konsumieren. An der Health Professionals Follow-up Studie von 1994 bis 2008 nahmen 27.607 Menschen teil. Männer, die bereits an Prostatakrebs erkrankt waren, erhöhten ihr Mortalitätsrisiko noch weiter mit dem Konsum von Geflügel und rotem Fleisch.

Quelle:
[i]Richman EL, Kenfield SA, Stampfer MJ, Giovannucci EL, Chan JM. (2011): Egg, red meat, and poultry intake and risk of lethal prostate cancer in the prostate specific antigen-era: incidence and survival. Cancer Prev Res. 2011; DOI:10.1158/1940-6207.CAPR-11-0354.
Sojaprodukte schützen Frauen vor Brustkrebs-Rückfall

Im American Journal of Clinical Nutrition erschien ein Artikel, der die Ergebnisse von Studien mit insgesamt 9.514 Frauen zusammenfasste. Frauen, die früher bereits die Diagnose Brustkrebs gestellt bekamen, zeigten ein geringeres Risiko für eine weitere Brustkrebserkrankung, wenn sie Sojaprodukte konsumieren. Diejenigen, die die meisten Sojaprodukte konsumierten, hatten eine 25 Prozent geringere Wahrscheinlich, dass ein Tumor wieder auftritt, verglichen mit denen, die Soja-Produkte tendenziell vermeiden, weil sie Angst vor einer krebsfördernden Wirkung hatten. Die Studie zeigte, dass Soja-Produkte tatsächlich protektiv wirken.

Quelle:
Nechuta SJ, Caan BJ, Chen WY, et al.: Soy food intake after diagnosis of breast cancer and survival: an in-depth analysis of combined evidence from cohort studies of US and Chinese women. American Journal of Clinical Nutrition 2012; 96: 123-132.

Obst und Gemüse können der Krebsentstehung entgegenwirken

Eine Studie in der Fachzeitschrift Cancer and Metastasis Reviews hat bei mehr als 40 pflanzlichen Lebensmitteln herausgefunden, dass diese das Fortschreiten der Krankheit verhindern können.
Gary Meadows, Professor an der Washington State University, stellte fest, dass durch den Verzehr von Obst und Gemüse wie Brokkoli, Wassermelone, Kohl, Grapefruit und vielen anderen Metastasen-Suppressor-Gene eingeschaltet werden, die im Kampf gegen Krebs hilfreich sind.

Quelle:
Gary G. Meadows (2012): Diet, nutrients, phytochemicals, and cancer metastasis suppressor genes. In: Cancer and Metastasis Reviews

PETA rät allen, die sich vor Krebs schützen wollen:

kein Fleisch zu essen
  • wenig Zucker, energiedichte Lebensmittel, wie Kuchen oder andere Süßigkeiten, Alkohol oder Kochsalz zu sich nehmen
  • wenig gegrillte oder gebratene Lebensmittel zu essen
  • viel Obst, Gemüse sowie viele Lebensmittel mit komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen zu essen, wie z.B. Vollkornwaren
  • Das American Institute for Cancer Research rät ebenfalls dazu viele pflanzliche Produkte zu essen und Fleisch zu meiden, wenn man das Krebsrisiko senken möchte.
  • Weitere Studien:
    Adwait Kulkarni et al.(2012): Influence of Diet in the Ethiology and Prevention of Oral Cancer. In: Int J Dent Case Reports 2012; 2(4): S.103-107. Link: http://www.ijdcr.com/wp-content/uploads/2012/10/Diet-OC.pdf

    Tantamango-Bartley Y et al. (2012): Vegetarian diets and the incidence of cancer in a low-risk population. In: Cancer Epidemiol Biomarkers Preview 2012 Noember 20th; Link