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Kritik an Reptilienbörse in Hittfeld Seevetal: PETA fordert Bürgermeisterin Oertzen auf, die Veranstaltung künftig zu untersagen

 
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Stand November 2015
Hittfeld Seevetal / Stuttgart, 27. November 2015 – Tödlicher Stress für Exoten: An diesem Sonntag findet im Veranstaltungszentrum Burg Seevetal eine von Terra Nord organisierte Reptilienbörse statt. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. übt scharfe Kritik an der mit dem Tierschutz unvereinbaren Veranstaltung und appelliert nun in einem Brief an Bürgermeisterin Martina Oertzen, künftig keine derartigen Tierbörsen mehr zuzulassen. Die Veranstalter von Terraristikbörsen nehmen den Tod unzähliger Tiere billigend in Kauf: Viele der empfindlichen Exoten sterben bereits, bevor sie überhaupt in den Handel kommen. Verlustraten von 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich. [1] Für die überlebenden Reptilien bedeutet die Zurschaustellung großen Stress, da sie meist tierschutzwidrig in kleinen Plastikboxen präsentiert werden. PETA fordert die Gemeinde Seevetal daher auf, das bereits im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung vorgesehene Verbot gewerblicher Tierbörsen für exotische Tiere schon jetzt umzusetzen.
 
„Die sensiblen Echsen und Schlangen wie Ausstellungsstücke zu behandeln, hat mit Tierliebe nichts zu tun. Der Transport, die lärmenden Besuchermassen und fehlende Versteckmöglichkeiten sind purer Stress für die Tiere“, so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin bei PETA Deutschland e.V. „Unser Schreiben soll Politiker und Bürger endlich wachrütteln: Diese Tierquälerei darf nicht länger toleriert werden.“
 
Bei einem erheblichen Teil der auf Terraristikbörsen angebotenen Wildtiere handelt es sich um Naturentnahmen. Im Auftrag profitorientierter Händler und gedankenloser Endabnehmer werden die letzten artenreichen Naturgebiete regelrecht geplündert. PETA kritisiert zudem, dass Exoten teilweise zu Schleuderpreisen an jeden Interessenten verkauft werden – unabhängig davon, ob der künftige Halter über das nötige Fachwissen zur Haltung der Tiere verfügt. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten. [2]
 
Studien zufolge übertragen die meisten Reptilien gefährliche exotische Salmonellenarten: Schätzungsweise 90 Prozent der Tiere tragen die gesundheitsgefährdenden Erreger in sich. Auf den Menschen übertragene Salmonellen können schlimmstenfalls zu Hirnhautentzündungen oder gar zum Tod des Menschen führen – vor allem Kinder und immungeschwächte sowie ältere Menschen sind gefährdet. Laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts ist jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern auf exotische Tiere zurückzuführen. [3]
 
PETA appelliert an die Bevölkerung, Terraristikbörsen, Reptilienausstellungen und Exotenmessen zu meiden. Wer über die nötigen Fachkenntnisse verfügt, kann ein Tier aus einem Tierheim bei sich aufnehmen und so dazu beitragen, den Handel einzudämmen. Wissenswertes über die faszinierenden Reptilien und Exoten erlernen Kinder viel eher in entsprechenden Dokumentationen, da Tiere in Freiheit ein anderes Verhalten zeigen als in Gefangenschaft.
 
[1] Toland, Elaine / Warwick, Clifford / Arena, Phillip (2012): Pet Hate. In: The Biologist, Vol. 59 No. 3.
[2] Schmidt, Volker (2008): Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie. 4. Leipziger Tierärztekongress.
[3] Robert-Koch-Institut: Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien. Epidemiologisches Bulletin. 4. März 2013 / Nr. 9.

 
Weitere Informationen:
PETA.de/Reptilien
PETA.de/Salmonellen
PETA.de/Exotenboersen
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de