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Kritik an Reptilienbörse in Ulm: Exotenausstellungen sind eine Gefahr für Mensch und Tier

 
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PETA drängt auf schnelle Umsetzung des Tierbörsenverbotes

Stand April 2014
Ulm / Gerlingen, 24. April 2014 – PETA Deutschland e.V. warnt eindringlich vor einem Besuch der Reptilienbörse in Ulm am kommenden Samstag. Die Tierrechtsorganisation spricht sich grundsätzlich für ein Verbot von Reptilienausstellungen aus. Diese Veranstaltungen widersprechen dem Tierschutz, denn die tierschutzwidrige Unterbringung bedeutet für die Tiere permanenten Stress und kann sogar zu ihrem Tod führen. Studien zufolge können Reptilien außerdem exotische Salmonellenarten übertragen – geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die gefährlichen Erreger in sich. PETA fordert die Bundesregierung daher auf, das im aktuellen Koalitionsvertrag festgehaltene Verbot von gewerblichen Tierbörsen umzusetzen.

„Von artgerechter Unterbringung kann bei nicht domestizierten Wildtieren nie die Rede sein“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Kampagnenleiter bei PETA Deutschland e.V. „Schon der Blick eines Menschen kann ein Tier in Todesangst versetzen – von den Besuchermassen auf einer solchen Börse ganz zu schweigen.“

Auf den Menschen übertragene Salmonellen können im Extremfall zur Hirnhautentzündung oder zum Tod des Menschen führen – vor allem Kinder, Immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge rührt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren her. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) resümiert, dass sich die Infektion beim Menschen am häufigsten als Magen-Darm-Erkrankung manifestiert.

PETA weist zudem darauf hin, dass Reptilienausstellungen tierschutzwidrig sind. Die Exoten werden in deutlich zu kleinen Boxen, teilweise ohne Versteckmöglichkeiten, und ohne den für das Wohlbefinden der Tiere so wichtigen Temperaturgradienten zur Regelung der Körpertemperatur ausgestellt. Ein Großteil der in Deutschland gehaltenen Tiere gelangt als Wildfang oder aus Massenzuchtanlagen nach Europa. Die Wildfänge sind oft in katastrophalem Zustand: Krankheiten, Verletzungen sowie Nahrungsverweigerung lassen über 90 Prozent der Tiere noch im ersten Jahr sterben. Aber auch in Deutschland nachgezüchtete Tiere sind nicht domestiziert – sie leiden gleichermaßen unter den artwidrigen Bedingungen und sind nicht an ein Leben in Gefangenschaft angepasst. PETA kritisiert zudem, dass Reptilien teilweise zu Schleuderpreisen an jeden Interessenten verkauft werden – unabhängig davon, ob der zukünftige Halter über das nötige Fachwissen zur Haltung der Exoten verfügt.

PETA appelliert an die Bevölkerung, Terraristikbörsen, Reptilienausstellungen und Exotenmessen zu meiden. Wer über die nötigen Fachkenntnisse verfügt, sollte ein Tier aus einer Auffangstation bei sich aufnehmen und so dazu beitragen, den Tierhandel einzudämmen. Wissenswertes über die faszinierenden Reptilien und Exoten erlernen Kinder mühelos mithilfe von entsprechenden Dokumentationen.
 
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Exoten
Terraristika-Info.de/

 

Kontakt:
Sylvie Bunz, +49 (0) 30 - 68 32 666 01, SylvieB@peta.de