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Kritik an Reptilienbörse in Wolnzach: PETA fordert Bürgermeister Machold auf, die Veranstaltung künftig zu untersagen

 
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Stand Oktober 2014
Wolnzach / Stuttgart, 24. Oktober 2014 – Tödlicher Stress für Exoten: Morgen findet in Wolnzach eine Reptilienbörse statt. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. kritisiert diese Veranstaltung als nicht tiergerecht und appelliert nun in einem Brief an Wolnzachs Bürgermeister Jens Machold, zukünftig keine derartigen Reptilienbörsen mehr zuzulassen. Die Veranstalter von Terraristikbörsen nehmen den Tod unzähliger Tiere billigend in Kauf: Viele der empfindlichen Exoten versterben bereits, bevor sie überhaupt in den Handel kommen. Verlustraten von 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich.[1] Für die überlebenden Reptilien bedeuten die Ausstellungen großen Stress, da sie meist tierschutzwidrig in kleinen Plastikboxen präsentiert werden. PETA fordert die Stadt Wolnzach daher auf, das bereits im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung festgehaltene Verbot von gewerblichen Tierbörsen für exotische Tiere schon jetzt umzusetzen.
 
„Die sensiblen Reptilien wie Ausstellungsstücke zu behandeln hat mit Tierliebe nichts zu tun. Der Transport, die lärmenden Besuchermassen und keine Versteckmöglichkeiten – für die Tiere sind derartige Veranstaltungen purer Stress“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA Deutschland e.V. „Unser Schreiben soll Politiker und Bürger endlich wachrütteln: Diese Tierquälerei darf nicht länger toleriert werden.“

Bei einem erheblichen Teil der auf Reptilienbörsen angebotenen Wildtiere handelt es sich um Naturentnahmen. Im Auftrag profitorientierter Händler und gedankenloser Endabnehmer werden die letzten artenreichen Naturgebiete regelrecht geplündert. PETA kritisiert zudem, dass Reptilien teilweise zu Schleuderpreisen an jeden Interessenten verkauft werden – unabhängig davon, ob der zukünftige Halter über das nötige Fachwissen zur Haltung der Exoten verfügt. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten.[2]

Studien zufolge übertragen die meisten Reptilien gefährliche exotische Salmonellenarten – geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die gefährlichen Erreger in sich. Auf den Menschen übertragene Salmonellen können im Extremfall zur Hirnhautentzündung oder zum Tod des Menschen führen – vor allem Kinder sowie immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge rührt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren her.[3]

PETA appelliert an die Bevölkerung, Terraristikbörsen, Reptilienausstellungen und Exotenmessen zu meiden. Wer über die nötigen Fachkenntnisse verfügt, kann ein Tier aus einem Tierheim bei sich aufnehmen und so dazu beitragen, den Handel einzudämmen. Wissenswertes über die faszinierenden Reptilien und Exoten erlernen Kinder viel eher mithilfe von entsprechenden Dokumentationen, da Tiere in Freiheit ein anderes Verhalten als in Gefangenschaft zeigen.

Quellen:
[1] Toland, Elaine/Warwick, Clifford/ Arena, Phillip: Pet Hate, in: The Biologist, Vol. 59 No. 3, 2012.
[2] Schmidt, Volker: Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress, 2008.
[3] Robert Koch-Institut (2013): Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien. Epidemiologisches Bulletin. 4. März 2013 / Nr. 9.

 
Weitere Informationen:
PETA.de/Reptilien
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0) 711 - 860 591 529, JanaF@peta.de