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Künstliches Fleisch – PETA stellt „In Vitro-Nuggets“ vor

Biopsie von PETA-Vorsitzender Ingrid Newkirk wird tierfreundliche Fleisch-Alternative

Stand März 2008
Kontakt: Harald Ullmann, Tel.: 07156-1782826

Gerlingen – Genau rechtzeitig zum Tag der Erde am 22 April revolutioniert die unkonventionelle Tierrechtsorganisation PETA, People for the Ethical Treatment of Animals, den Lebensmittelmarkt mit einem künstlichen Fleischersatz auf Basis menschlicher Zellen. In wissenschaftlichen Kreisen ist diese Methode bekannt als „In Vitro Fleisch“. PETA Deutschland e.V. lädt diese Woche weltweit, unter anderem auch in der deutschen Zentrale in Gerlingen, zur Kostprobe.

Ziel der von PETA beauftragen Wissenschaftler war es, tier-artiges Gewebe mit dem Geschmack, der Textur und – am schwersten von allen – der „Eindringtiefe“ oder Muskelmasse von Fisch- oder Hühnerfleisch zu züchten. Der Erfolg des Projektes, an dem Labors in 3 Ländern über 11 Jahre hinweg beteiligt waren, wird diese Woche bei der Vorstellung der „Newkirk Nuggets“ – dem ersten im Labor entstandenen essbarem Fleisch – sichtbar werden. Das Basis-Gewebe wurde der 1. Vorsitzenden von PETA Deutschand, Ingrid E. Newkirk, vom Oberarm entnommen und in einer nahrhaften Flüssigkeit aus Pilzen, menschlichem Kollagen und Sojabrühe kultiviert, um Myoblast zu entwickeln. Das Myoblast reproduziert sich enorm schnell und bildet fast 2cm dicke Scheiben des künstlichen Fleisches.

Mit diesem Durchbruch werden für PETA Träume wahr. Die Organisation ist der Meinung, dass Fleisch, genau wie Tabak und Alkohol, süchtig macht. Anders lässt es sich nicht erklären, dass viele Menschen immer noch Fleisch essen, obwohl zahlreiche Studien beweisen, dass eine vegetarische Ernährung nicht nur frei von Grausamkeit und gut für die Umwelt ist, sondern wesentlich weniger Ressourcen verbraucht und tödliche Krankheiten wie Herzerkrankungen, Bluthochdruck, viele Krebsarten und Herzanfälle verhindert. Newkirk meint dazu: „Wenn man genau weiß, dass etwas schmutzig, schlecht für seinen Körper und grausam ist und man es doch noch tut, dann ist man eindeutig süchtig. Unsere „Newkirk Nuggets“ sind absolut sauber und stellen Fleischsüchtige auf eine ethische Art zufrieden.“

Das Projekt startete bereits 1997, als PETA zum ersten Mal von einem holländischen Forscher angesprochen wurde, der mit dem Wirtschaftsministerium zusammenarbeitete und die Idee hatte, bei der Entwicklung von „In Vitro-Fleisch“ mitzuhelfen. PETA Niederlande und PETA US sind seitdem stille finanzielle Partner der biotechnologischen Forschung. Der erste große Durchbruch gelang mit ethisch gewonnenem Frosch- und Fischgewebe. Im April 2004 kaufte der holländische Wurstfabrikant Stegeman einen Teil des Projekts.

Professor Van de Hayden, seit 2006 führender Forschungsleiter, beschreibt die Prozedur so “Um es einfach auszudrücken: ein fertiges Nahrungsmittel entsteht aus Myoblast, also Skelett-Muskel Progenitorzellen, das von dem Fleisch der Versuchsperson gewonnen und auf porösem Schwamm gezüchtet wurde. Diese Verbindung wird auf Plastiklaken kultiviert, an die sich das sich entwickelnde Fleisch anhaftet, dem wir dann Nährstoffe zufügen können. Die dünnen Streifen des Fleisches werden abschließend in dickere Stränge verwandelt. Werden diese paniert und frittiert, kann man sie von Hühnchenfleisch nicht mehr unterscheiden.“

PETA finanzierte das Projekt über die Jahre hinweg unter anderem an der Universität von Amsterdam, dem Tissue Engineering Laboratory an der Medizinischen Universität von South Carolina und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT).