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Landwirt-Kundgebung in München gegen sinkende Milchpreise nach Ende der Milchquote: PETA fordert Aufklärung über für Tiere qualvolle Produktionsbedingungen

 
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Kühe und Kälber sind die wahren Leidtragenden von Überschussproduktion und Preisdumping

Stand August 2015
München / Stuttgart, 31. August 2015 – Tierrechtsorganisation macht auf die echten Opfer der Milchproduktion aufmerksam: Morgen treffen sich Landwirte aus der gesamten Bundesrepublik auf dem Odeonsplatz in München, um gegen die sinkenden Milchpreise nach Beendigung der Milchquote im April 2015 zu demonstrieren. Während die Milchproduzenten ihren finanziellen Druck in den Mittelpunkt der Kundgebung stellen, verschweigen sie die Qualen der Millionen Kühe und ihrer Kälber in der Milchindustrie, die den wahren Preis für Kuhmilch zahlen. Die sensiblen Tiere leiden unter der nicht immer tiergerechten Haltung im Stall und werden auf noch mehr Leistung gezüchtet – zahlreiche Krankheiten und schmerzhafte Entzündungen sind die Folge. Gibt eine Kuh weniger Milch oder wird nicht jedes Jahr erneut schwanger, ist sie für den Landwirt unwirtschaftlich und wird getötet. Kälber werden ihren Müttern unmittelbar nach der Geburt weggenommen – den weiblichen Tieren steht ein Leben als Milchmaschine bevor, die männlichen Kälber enden nach einem kurzen Leben im Schlachthaus. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. fordert die Politik und Bauernverbände auf, die Zustände in der deutschen Milchproduktion nicht länger zu verschleiern. Ganz gleich ob mit oder ohne Quote: Jeder Schluck Milch bedeutet großes Tierleid für eine der über 4 Millionen Kühe in der deutschen Milchindustrie.
 
„Der Mensch benötigt für eine gesunde Ernährung keine Milch oder Milchprodukte. Im Gegenteil – Kuhmilch steht im Verdacht, zahlreiche Krankheiten wie Krebs, Adipositas oder Akne auslösen zu können“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei PETA Deutschland e.V. „Mit dem Konsum pflanzlicher Milchalternativen versorgen Verbraucher ihren Körper nicht nur mit wertvollen Nährstoffen, sondern verhindern das Leid zahlreicher Kühe in der Milchindustrie.“
 
Die sogenannte Milchquote reglementierte von 1984 bis zum 1. April 2015, wie viel Milch jeder Landwirt an Molkereien verkaufen darf. Seit der Abschaffung dieser Regelung und dem Lieferboykott von Russland gibt es einen enormen Milchüberschuss – auch dieser wiederum führt zu drastisch sinkenden Preisen für Milch und Milchprodukte. Die Landwirte stehen deshalb unter noch größerem finanziellem Druck. Weil diese nun selbst entscheiden können, wie viel Milch in ihrem Betrieb ‚produziert‘ wird, steigt das Risiko, dass Milchbetriebe weiter wachsen und immer mehr Kühe unter qualvollen Bedingungen ausgebeutet werden. Die Landwirte versuchen damit, die sinkenden Milchpreise durch Mehrproduktion aufzufangen.
Kühe sind sensible und sehr intelligente Lebewesen mit höherentwickelten kognitiven Fähigkeiten. Sie agieren auf sehr komplexe Weise miteinander, schließen Freundschaften und haben ein sehr intensives Verhältnis zu ihren Kindern. Kuhmütter sind wie der Mensch neun Monate schwanger und sie ziehen ihr Kuhkind normalerweise liebevoll groß. In der Milchindustrie wird ihnen dieses Mutterglück jedoch untersagt. Ihr Kalb, das wie ein Menschenkind Zuneigung und Pflege von der Mutter benötigt, wird ihnen meist gleich nach der Geburt entrissen und steht die ersten Wochen einsam in einer engen Kälberbox. Denn die für Kälber gedachte Muttermilch wird fast komplett für den menschlichen Verzehr verkauft.
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine moderne Definition der Grundnahrungsmittel ein: Bislang wurden hierzu unter anderem Fleisch und andere tierische Produkte gezählt und dementsprechend günstiger besteuert. Doch sollten aus ernährungsphysiologischer, ökologischer und tierrechtlicher Sicht keine tierischen Produkte, sondern pflanzliche Eiweißquellen die Proteine für die menschliche Ernährung liefern. PETA fordert die Politik auf, tierische Produkte aus der Liste der Grundnahrungsmittel zu streichen und dafür gesunde Lebensmittel mit einem verminderten Steuersatz zu belegen.
 
Weitere Informationen:
PETA50Plus.de/Milchquote und Kuhleid
Veganstart.de
PETA.de/Milch
PETA.de/Schlachtung schwangere Kühe
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de