Spenden
 »  »  »  » Lebende Krebse in Plastiktüten verpackt: PETA erstattet Anzeige gegen Hamburger Fischmarkt und Humme

Lebende Krebse in Plastiktüten verpackt: PETA erstattet Anzeige gegen Hamburger Fischmarkt und Hummer Pedersen

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge
Stand Juli 2014
Hamburg / Stuttgart, 14. Juli 2014 – Krebs- und Hummerleid an Hamburgs Hafenkante: Ermittler der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. dokumentierten in der Fischmarkthalle und bei Hummer Pedersen auf dem Hamburger Fischmarkt, wie Verkäufer lebende Krebse in Plastiktüten verpackten und den Kunden mitgaben. Die Tierrechtsorganisation filmte außerdem bei Hummer Pedersen die Lagerung von kanadischen Hummern in trockenen Kisten – übereinandergestapelt und mit gefesselten Scheren, ohne Wasser oder feuchtes Zeitungspapier. Dies stellt einen klaren Verstoß gegen die Tierschutzschlachtverordnung dar, nach der Krebstiere nur im Wasser oder vorübergehend auf einer feuchten Unterlage transportiert werden dürfen. Aufgrund der Verstöße gegen §§ 2, 18 TierSchG, sowie gegen § 10 Tierschutzschlachtverordnung hat PETA nun bei der Staatsanwaltschaft Hamburg Anzeige gegen die Geschäftsführer des Hamburger Fischmarkts sowie gegen die verantwortlichen Mitarbeiter bei Hummer Pedersen erstattet.
 
„Einige Beschicker des Hamburger Fischmarktes halten sich nicht an Tierschutzgesetze und behandeln Krebstiere als seien sie Gemüse, das man in trockenen Kisten stapeln und in Plastiktüten verkaufen kann“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin bei PETA Deutschland e.V. „Dabei zeigt eine neue Studie, dass Krebse auch Angstgefühle haben und auf dieselben Beruhigungsmittel reagieren wie wir Menschen.“
 
Aus Kanada importierte Hummer sind tagelang unterwegs – bewegungslos und ohne Wasser. In Hamburg angekommen, sitzen sie weitere ein bis zwei Wochen übereinander gestapelt in Becken, bis sie in Plastiktüten an Kunden abgegeben oder lebend in kochendes Wasser geworfen werden und einen qualvollen Tod sterben.
 
Laut § 2 Tierschutzgesetz müssen alle Tiere, auch Wirbellose und sogenannte „Nutztiere“, ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden. Die artgemäße Bewegungsmöglichkeit darf nicht so eingeschränkt werden, dass ihnen vermeidbare Leiden zugefügt werden. Krebstiere leben im Wasser und atmen über Kiemen. Die „Verpackung“ in Kartons und Plastik beeinträchtigt sie in erheblichem Maß; setzt sie starkem Stress sowie Atemnot aus und kann zum Erstickungstod führen.
 
Hummer sind faszinierende Tiere, die über 100 Jahre alt werden können, blaues Blut haben und ihre Eier 9 Monate lang mit sich herumtragen.
 
Studien von Professor Elwood von der Queens Universität in Belfast beweisen, dass Hummer und andere Krebstiere Schmerz meiden [1]. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigt, dass Hummer Schmerzen empfinden und ein Bewusstsein haben [2]. Eine neue Studie von Wissenschaftlern der Universität in Bordeaux zeigt, dass Krebstiere auch Angstgefühle empfinden [3].
 
Menschen, die Tierleid verhindern möchten, sollten kein Geld für tierische Produkte ausgeben. Mit PETAs kostenlosem Veganstart-Programm gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht.


Quellen:
[1] Magee & Elwood (2013) Shock avoidance by discrimination learning in the shore crab (Carcinus maenas) is consistent with a key criterion for pain. In: The Journal of Experimental Biology 216, 2013, S. 353-358. Elwood, R. W.: Pain and suffering in invertebrates? In: Institute of Laboratory Animal Resources Journal. 52(2), 2011, S. 175-184.
 
[2] www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/doc/292.pdf
 
[3) Fossat et al. (2014) Anxiety-like behavior in crayfish is controlled by serotonin. Science 13 June 2014. Vol. 344 no. 6189 pp. 1293-1297
 

Weitere Informationen:
PETA.de/Hummer
PETA.de/Metrohummer
 
Kontakt:
Sylvie Bunz, 49 (0)711 860 591 528, SylvieB@peta.de