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Lebende Plattfische in trockenen Kisten auf Warnemünder Fischmarkt – PETA erstattet Anzeige

 
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Stand August 2017
Warnemünde / Stuttgart, 8. August 2017 – Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Rostock: Ein aufmerksamer Besucher beobachtete Ende Mai auf dem Warnemünder Fischmarkt an 10 bis 15 Ständen, wie lebende Plattfische in trockenen Plastikkisten gestapelt wurden. Auf Nachfrage des Zeugen teilte der Verkäufer mit, dass dies auf dem Fischmarkt in Warnemünde üblich sei. Daraufhin wandte sich der Besucher an die Tierrechtsorganisation PETA, die das Veterinäramt einschaltete. Anfang Juli sah ein weiterer Zeuge an einem Stand ebenfalls lebende Plattfische in einer Kunststoffkiste ohne Wasser. Diese trug die Aufschrift „Fischereigenossenschaft Haffküste e.G., Kanalweg 8, 17373 Ueckermünde“. Der Zeuge filmte die nach Luft schnappenden Fische und sandte PETA das Video zu. Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen § 17 Nr. 2 b) TierSchG erstattete die Tierrechtsorganisation Mitte Juli Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Rostock. Laut dem Gesetz ist es verboten, einem Wirbeltier länger andauernde erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen.
„Durch den Sauerstoffmangel erlitten die Fische erhebliche Schmerzen und Leiden“, so Dr. Tanja Breining, Biologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Sobald man sie aus dem Wasser holt, beginnt ihr Erstickungstod.“
Der rücksichtslose Umgang mit den Tieren stellt zudem einen Verstoß gegen § 9 der Tierschutzschlacht­­verordnung dar. Lebende Fische dürfen nur in Behältern aufbewahrt werden, deren Wasservolumen den Tieren ausreichend Bewegungsmöglichkeiten bietet.

Wissenschaftliche Studien und Gutachten zeigen, dass Fische Schmerz spüren [1]. Fische sind intelligente und soziale Tiere; einige Arten benutzen Werkzeuge oder können Menschengesichter unterscheiden [2].
Sie schließen teils enge Freundschaften, und manche Rifffische singen wie Vögel in der Morgen- und Abenddämmerung im Chor [3].





Im März 2017 fand der erste Welttag zur Abschaffung von Fischerei und Aquakultur statt, der von mehr als 50 Organisationen weltweit unterstützt wird. Er ist Teil der jungen Weltkampagne „Ein neuer Blick auf Fische“ [4].
 
[1] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.

[2] Balcombe, Jonathan P. (2016): What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins. Print.
[3] Bioacoustics, DOI: 10.1080/09524622.2016.1227940.
[4] end-of-fishing.org.


Weitere Informationen:
PETA.de/Fische-Schmerz-Neocortex

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de