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Löwe Cecil von Trophäenjäger in Simbabwe zu Tode gehetzt: PETA fordert die Bundesregierung auf, ein Importverbot für Jagdtrophäen zu verhängen

Stand Juli 2015
Simbabwe / Stuttgart, 29. Juli 2015 – Angeschossen, gehetzt und geköpft: Der bekannteste Löwe Südafrikas fiel aktuellen Medienberichten zufolge Anfang Juli einem Trophäenjäger zum Opfer. Cecil wurde zunächst von dem US-amerikanischen Zahnarzt mit Pfeil und Bogen angeschossen und anschließend 40 Stunden lang durch die Steppe gehetzt, bevor ihn der Hobbyjäger letztlich mit einem Schuss tötete. Den Löwenkopf und das Fell soll der Schütze abgetrennt haben, um sie als Trophäe mit nach Hause zu nehmen. PETA Deutschland e.V. fordert die Bundesregierung nun auf, die Einfuhr von Jagdtrophäen nach Deutschland zu verbieten und somit dem sinnlosen Töten zumindest ein Stück weit Einhalt zu gebieten. Deutsche Hobbyjäger töten jedes Jahr ganz legal unzählige Tiere im Ausland, nur um in der Heimat mit einem abgezogenen Fell, einem ausgestopften Kopf oder einem Geweih an der Wand prahlen zu können. Das Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund ist gemäß Tierschutzgesetz verboten. Die Tierrechtsorganisation argumentiert, dass die Beschaffung einer Jagdtrophäe und die Befriedigung des Jagdtriebs keinen vernünftigen Grund darstellt. In einer neuen Online-Petition an das Bundesamt für Naturschutz können Interessierte die Forderung unterstützen.

„Trophäenjäger töten aus Spaß und zur Befriedigung ihrer Mordlust. Damit sie zu Hause mit einem ausgestopften Wildtier oder einem seiner abgetrennten Körperteile angeben können, müssen die Löwen, Nashörner oder Elefanten oft einen langsamen und qualvollen Tod sterben“, so Wildtierexperte Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland e.V. „Das ist unethisch, gefährdet den Erhalt ganzer Arten und muss verboten werden.“

PETA fordert sowohl aus ethischen als auch aus Artenschutzgründen ein Verbot der Trophäenjagd. Denn der illegale Handel mit Teilen von geschützten Tieren wird durch die Trophäenjagd begünstigt. Weil „legale“ Trophäen wie Stoßzähne oder Tierhäute im Umlauf sind, fällt es Artenschützern und Behörden schwer, diese von den illegal gejagten Körperteilen zu unterscheiden. Dem Schmuggel, teilweise mit in afrikanischen Herkunftsländern gefälschten Papieren, ist somit Tür und Tor geöffnet.

Des Weiteren sind bei Trophäenjägern in der Regel die stärksten und schönsten Tiere begehrt. Gerade diese Tiere sind aber für die Arterhaltung am wichtigsten, denn sie sorgen in der Regel für Nachkommen und das Überleben einer Art.

Trophäenjäger versuchen sich bisweilen durch haltlose Argumente zu rechtfertigen: Die vielen tausend Euro, die Jäger für eine Trophäenjagd ausgeben, landen nicht bei der armen Bevölkerung oder bei einer Nationalparkverwaltung, sondern fast ausschließlich in den Taschen der Reiseveranstalter und Jagdfarmen-Besitzer. In den acht am stärksten vom Jagdtourismus betroffenen afrikanischen Ländern beträgt der Anteil der Trophäenjagd am gesamten Tourismusgeschäft nur 1,8 % [1]. Ein noch geringerer Anteil kommt tatsächlich dem Artenschutz zugute. Der weitaus größte Teil der Touristen möchte eine intakte Tierwelt sehen, davon profitiert auch die Bevölkerung langfristig.
 
[1] Daniel Ballmer: Die Grünen blasen zum Halali. Basler Zeitung vom 28.07.2015 (http://bazonline.ch/schweiz/standard/Die-Gruenen-blasen-zum-Halali-/story/21128982)
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Trophaeenjagd 
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 (0)30 6832666-04, JudithS@peta.de