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Berlin: Neubau eines riesigen Tierversuchslabors für abertausende Genmäuse geplant!

Helfen Sie uns, den Folter-Bau zu stoppen!

Das Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) plant, versteckt in einem Waldstück, ein riesiges neues Tierlabor zu bauen. Unter dem Deckmäntelchen der (Krebs-)Forschung sollen dort Hunderttausende von genmanipulierten Mäusen einen qualvollen Tod sterben. Weitere Infos über das Projekt und welche furchtbaren Schmerzexperimente am MDC bereits durchgeführt wurden, finden Sie weiter unten.



UPDATE (23.4.2012): MASSIVE TIERSCHUTZVERSTÖßE AM MDC!

Lesen Sie weiter unten, was PETA-Recherchen ergeben haben: Jahrelang wurde am MDC systematisch gegen geltendes Recht verstoßen.

Bitte helfen Sie den Tieren und protestieren Sie bei Berlins Regierendem Bürgermeister Wowereit gegen den Bau des Labores!

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Regierender Bürgermeister Berlin
Klaus Wowereit

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UPDATE: Massive Tierschutzverstöße

PETA Deutschland ist es mithilfe des Informationsfreiheitsgesetzes gelungen, Kontrollberichte der zuständigen Aufsichtsbehörde aus den Jahren 2008 und 2009 zu erhalten. Der Inhalt ist schockierend. Bei jedem Besuch fanden die Kontrolleure gravierende Mängel, regelmäßig wurde am MDC gegen das deutsche Tierschutzgesetz und die EU-Versuchstierrichtlinie verstoßen. Im Folgenden sind einige Befunde der Kontrollen zusammengefasst:

  • Käfige waren zu klein, zu dicht besetzt, mit zu wenig oder keinem Beschäftigungsmaterial ausgestattet (dieser Punkt taucht in den verschiedenen Berichten immer wieder auf, trotz vorheriger Anmahnung).
  • Es fehlten Nestmaterial und Unterschlüpfe für die Tiere.
  • Kaninchen wurden in nicht tierschutzgerechten Käfigen gehalten, obwohl zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Erlaubnis zur Kaninchenhaltung vorlag. Die sozialen Tiere wurden einzeln gehalten.
  • Meerschweinchen und Hamster, die ebenfalls zu dem Zeitpunkt nicht Teil der Erlaubnis waren, wurden vorgefunden.
  • Die Kontrollbücher waren unvollständig, es fehlten vor allem immer wieder Angaben über den Verbleib der Tiere.
Auszug aus dem Kontrollbericht (Zum vergrößern das Bild anklicken)

Auszug aus dem Kontrollbericht (Zum vergrößern das Bild anklicken)

  • Mehrfach wurden schwer verwundete, kranke Tiere vorgefunden, die längst von ihren unerträglichen Leiden hätten erlöst werden müssen. Stattdessen überließ man diese Tiere einfach ihrem Schicksal. Ein Beispiel: siehe abfotografierter Auszug.
  • Eine Gruppe von Mäusen wurde vom Wochenenddienst vergessen und nicht gefüttert, einige Tiere verhungerten daraufhin.
  • Es wurden kranke Mausgruppen vorgefunden, die unter verschiedenen Infektionen litten.

Die hier zusammengefassten Mängel beschränken sich auf tierschutzrelevante Verstöße, es wurden jedoch auch zahlreiche Verstöße gegen Sicherheitsvorkehrungen und Hygienemaßnahmen gefunden. Eine Einrichtung, die über Jahre hinweg so massiv geltendes Recht verletzt, darf nach PETAs Auffassung keinesfalls die Genehmigung für den Bau eines zusätzlichen, noch größeren Tierlabores erhalten.

Foto: Berndt Fankhauser / pixelio.de

Foto: Berndt Fankhauser / pixelio.de

Was für Versuche werden am MDC durchgeführt?

Das MDC ist ein riesiges Forschungsgelände in Berlin. Dort wird zwar auch „in vitro“ geforscht, leider gibt es aber auch viele Wissenschaftler, die dort noch immer auf Tierversuche setzen. In erster Linie handelt es sich um sogenannte Grundlagenforschung; konkrete Ergebnisse für die Medizin sind jedoch selten. Trotzdem werden Forscher wie Gary Lewin, der extrem grausame Versuche zum Schmerzempfinden verschiedener Tiere durchführt, mit hohen Summen von EU-Geldern gefördert!

Im Folgenden einige Beispiele für Studien, die von Forschern des MDC durchgeführt wurden und die zeigen, wie grausam und überflüssig Tierversuche sind:

  • Mäuse wurden auf ein Gitter gesetzt. Durch das Gitter wurde ihnen von unten mit feinen Drähten in ihre empfindlichen Pfoten gestochen. Essigsäure und Salzsäure wurden in ihre Beine gespritzt, dann wurden sie wieder mit feinen Drähten gestochen. Wie oft sie die Pfoten wegzogen oder wie lange sie ihre Pfoten leckten, wurde als Maßstab für das Schmerzempfinden der Tiere betrachtet.
  • Mäusen wurde eine gewebereizende Zuckerlösung in den Brustkorb gespritzt, woraufhin sie eine Entzündung des Brustfells und Rippenfells bekamen. Im selben Experiment wurde Mäusen Kochsalzlösung, Formalin oder Capsaicin (das ist die chemische Verbindung, die Chilischoten ihre extreme Schärfe verleiht) in die Pfoten gespritzt. Einige Mäuse wurden auf fast 60° C heiße Herdplatten gesetzt.
  • Ratten wurden mit Kohlendioxid vergast, anschließend wurden ihre Beine aufgeschnitten und noch lebende Nerven am Oberschenkel entnommen. Anderen Ratten wurde vor ihrem Tod eine gewebereizende Zuckerlösung in die Umgebung der Oberschenkelnerven gespritzt und sie wurden erst nach einigen Stunden getötet, als das Gewebe schon deutlich entzündet war.
  • Mäusen wurden Capsaicin (s.o.), Kampher oder andere scharfe oder brennende Substanzen in den Brustkorb gespritzt, anschließend wurden sie mit feinen Drähten gestochen.
  • Mäuse wurden enthauptet und seziert.



Was hat es mit dem Neubau auf sich?

In einem an das MDC-Gelände angrenzenden Waldstück soll bis 2016 ein riesiger Neubau entstehen, der Name „In-Vivo-Pathophysiologielabor“ (IPL) bedeutet nichts anderes als dass hier Tierversuche durchgeführt und Tiere für diese Versuche gehalten und gezüchtet werden sollen! Die Zahlen, die bisher veröffentlicht wurden, sprechen eine deutliche Sprache:
Im neuen IPL sollen Kapazitäten für 4.000 Mäusekäfige entstehen. Rechnet man mit einem durchschnittlichen „Besatz“ von 4 Mäusen pro Käfig, wären dies etwa 16.000 Mäuse. Da die Mäuse aber meist nur kurze Zeit dort leben, bevor sie in Versuchen „verwendet“ und getötet werden, werden pro Jahr viele zehntausende Mäuse dort in qualvollen Experimenten umkommen. Bislang beispielsweise hat das MDC Kapazitäten für knapp 20.000 Käfige, genehmigt sind aber derzeit Projekte mit insgesamt über 450.000 Mäusen. Dies zeigt, dass diese sozialen und freundlichen Tiere wie Wegwerf-Labormaterial betrachtet werden, das Wohl der individuellen Maus oder ihre Bedürfnisse spielen nicht die geringste Rolle.

Noch können wir versuchen, den Neubau mit Ihrer Hilfe zu verhindern, denn er ist noch nicht genehmigt!



Was hat PETA bis jetzt getan?

PETA Deutschland führt seit Monaten Schriftverkehr mit den zuständigen Behörden und hat nicht nachgegeben, bis schließlich Akteneinsicht gewährt wurde. Daher kennen wir beispielsweise die Tierzahlen derzeitig laufender Projekte am MDC. Außer Mäusen (derzeit fast eine halbe Million) sind am MDC aktuell auch Versuche mit Ratten, Kaninchen, Hamstern, Meerschweinchen, Nacktmullen, Hühnern, Fischen und Krallenfröschen für insgesamt 255 Projekte genehmigt.
Die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die über die Genehmigung des Projektes entscheiden muss (und die bereits den Neubau eines weiteren, kleineren Tierhauses entgegen der Empfehlung der Naturschutzbehörde durchdrückte), wurde von PETA Deutschland mehrfach angeschrieben, mit der Bitte, Stellung zu unseren Bedenken zu nehmen. Die Senatsverwaltung will aber an ihren Plänen festhalten, weswegen wir nun den Weg über die Öffentlichkeit wählen. Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit wurde von PETA angeschrieben, wir hoffen auf baldige Antwort.

Bitte helfen Sie uns, den Neubau des großen neuen Tierlabors zu verhindern und appellieren Sie persönlich an Berlins Regierenden Bürgermeister.



Wie ist die rechtliche Situation?

PETA stellt am bisherigen Verhalten der beteiligten Behörden fest, dass völlig vergessen wird, dass der Tierschutz als Staatsschutzziel in die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen wurde und bei Genehmigungsvorhaben – verpflichtend – eine Abwägung zwischen Abs. 20a (Tierschutz) und Abs. 5 GG (Forschungsfreiheit) erfolgen muss. In diesem Fall muss nach Ansicht von PETA Deutschland e.V. die Abwägung klar zugunsten des Tierschutzes erfolgen, gerade auch im Hinblick auf die anstehenden gesetzliche Änderungen zum Schutz von „Versuchstieren“, die einen solchen Ausbau von Tierversuchskapazitäten nicht mehr als zeitgemäß erscheinen lassen!