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Mehr als Wellness: PETA-Expertin gibt Tipps zur richtigen Hundemassage

Kurze Einheiten können Wohlbefinden und Gesundheit fördern

Stand März 2016
Stuttgart, 15. März 2016 – Entspannende Zuwendung: Der bevorstehende Frühling lädt Mensch und Hund zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Zum Glück, denn mit moderater Bewegung an der frischen Luft tun Hundehalter nicht nur ihrer eigenen Gesundheit, sondern auch der ihrer Lieblinge etwas Gutes. Durch das Laufen auf Asphalt oder Ziehen an der Leine kann der Bewegungsapparat der Tiere stark beansprucht werden. Mit ein paar einfachen Massage-Griffen unterstützen Hundehalter ihren Schützling, fit und beweglich zu bleiben: Das gezielte Streichen, Greifen und Rollen fördert die Entspannung der Muskeln und die Durchblutung gleichermaßen, und auch ältere Tiere profitieren von einer regelmäßigen Massage. Tierärztin Dörte Röhl, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei der Tierrechtsorganisation PETA, hat hilfreiche Tipps zusammengestellt.
 
„Massagen lindern Verspannungen, regen den Stoffwechsel an und fördern zudem die Mensch-Hund-Beziehung. Außerdem fallen bei regelmäßiger Anwendung kleine Veränderungen an Muskeln oder Gelenken schnell auf, sodass frühzeitig reagiert werden kann“, so Dörte Röhl. „Hunde mit Erkrankungen gehören jedoch auf jeden Fall in Profi-Hände und sollten vorab von einem Tierarzt untersucht werden.“
 
Auch bei leichten und entspannenden Massagen gilt es einige Punkte zu beachten, damit die Vierbeiner sie genießen können:
 
  • Ruhige Umgebung und kein Zeitdruck: Weder Mensch noch Tier sollten gestört werden oder es eilig haben, weil Termine anstehen bzw. eigentlich gleich Futter- oder Spaziergehzeit ist.
  • Aufgewärmt auf einer Decke: Noch effektiver sind Massagen, wenn die Muskeln vorher aufgewärmt wurden, beispielsweise mit einer nicht zu heißen Wärmflasche oder einem Wärmekissen. Als Unterlage eignet sich eine einfache Decke.
  • Auf den Hund hören: Nur so lange und so stark massieren, wie es dem Vierbeiner angenehm ist. Wichtig: Gelenke und wenig bemuskelte Stellen über den Knochen aussparen. Steht der Hund auf, ist das ein deutliches Zeichen, dass es ihm genügt. Weitere Hinweise auf Unbehagen können angelegte Ohren, Hecheln, Lippenlecken oder weitere sogenannte Beschwichtigungssignale sein.
  • Kurz halten: Damit es nicht unangenehm oder langweilig für das Tier wird, sollte die Wellness-Einheit nur einige Minuten dauern.
 
Wer seinen tierischen Mitbewohner regelmäßig massiert und ihn dabei genau beobachtet, findet schnell heraus, wie und an welchen Stellen es ihm angenehm ist. Die meisten Hunde schätzen dabei sanften Druck mit den Händen, doch auch ein Igelball oder eine Noppenbürste können hilfreich sein. Einige Tipps zum Vorgehen:
 
  • Nachspüren: Sitzt oder liegt der Vierbeiner auf seiner Massage-Decke, mit beiden Händen langsam und schwer vom Kopf bis zum Schwanz streichen. Dabei sind die unter Haut und Muskeln verborgenen Gelenke und Knochen sowie eventuelle Verspannungen zu spüren.
  • Ausstreichungen: Mit der flachen Hand und sanftem Druck den ganzen Körper des Hundes vom Hals bis zur Schwanzwurzel und den Gliedmaßen ruhig ausstreichen. Diese Technik vor allem zu Beginn und am Ende der Massage einsetzen, aber auch immer wieder zwischendurch.
  • Rollen: Bei vielen Hunden ist die Haut am Hals relativ lose. Diese und das Fell mit beiden Händen abwechselnd leicht greifen, sodass eine Art s-förmiger Wulst entsteht. Den ganzen Rücken bis zur Rute entlangarbeiten. Sind die Muskeln hier zu verspannt und zucken leicht, die Hände anfangs nur sanft zueinander verschieben, Achtung: Nicht direkt auf der Wirbelsäule massieren.
  • Igelball: Den genoppten Ball mit leichtem Druck in kreisförmigen Bewegungen über den Körper des Hundes rollen. Nur auf Stellen anwenden, die mit einer dickeren Muskelschicht überzogen sind, also nicht auf Gelenken, Knochen oder der Wirbelsäule. Wirkt eher stimulierend und durchblutungsfördernd.
 
Gerade Vierbeinern mit Gelenkserkrankungen, Fehlhaltungen oder betagteren Tieren helfen oft spezielle Massagetechniken, beweglich zu bleiben. Auch Schmerzen können verringert werden. Diese entsprechenden Griffe müssen jedoch unbedingt beim Tierarzt oder Hundephysiotherapeuten gelernt werden, da sie unsachgemäß angewendet mehr schaden als nutzen können.
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de