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Warum Milchprodukte das Diabetesrisiko steigern

Stand September 2012

Diabetes und Kinder
Eine groß angelegte Fallstudie in Finnland kam zu dem Schluss, dass das Diabetes-Typ-1-Risiko umso höher ist, wenn Kinder bereits früh Milchprodukte erhalten. (1,2)
Eine weitere finnische Studie zeigte, dass Kinder, die bereits früh mit Muttermilch-Ersatz-Nahrung aus Kuhmilch gefüttert wurden, später besonders anfällig für Diabetes vom Typ 1 waren, wenn bereits eine Diabetes-Typ1-Erkrankung in der Familie, z.B. bei einem Verwandten ersten Grades, besteht. Natürlich spielen die Gene eine entscheidende Rolle, doch die Ernährung mit Kuhmilch kann die Krankheit fördern. (3)

Andere Befunde, die sich über lange Zeit mit der Ausbreitung von Krankheiten bei den Menschen befassen, legen nahe, dass Kinder, die ohne Kuhmilch-Protein in ihrer Nahrung aufgewachsen sind, später weniger anfällig für insulinabhängige Diabetes (IDDM) sind. Es wird vermutet, dass das Rinderserumalbumin (BSA) diesen Effekt beeinflusst. (4)

Diabetes und Erwachsene
Veganer sind durch ihre Ernährungsweise vor Übergewicht besser geschützt als Menschen, die Fleisch essen. Damit ergibt sich automatisch auch, dass sie ein sehr viel geringeres Risiko haben, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Selbst wenn alle möglichen Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Herkunft, Bildung, Einkommen, körperliche Aktivität, Fernsehgewohnheiten, Schlafgewohnheiten, Alkoholkonsum und der Body-Mass-Index herausgerechnet werden, bleibt dieser Zusammenhang bestehen. (5)

Menschen, die sich mit vegetarischen Kostformen ernähren, ganz besonders aber Veganer, wiesen in der Studie von Tonstad et al. ein sehr viel geringeres Diabetes-Risiko auf als Fleischesser. Selbst dunkelhäutige Menschen, die normalerweise im Gegensatz zu hellhäutigen Menschen ein erhöhtes Diabetes-Risiko haben, konnten dieses durch die vegane Ernährungsweise enorm senken. (6)

Bei Teilnehmern einer Studie, die alle an Typ-2-Diabetes litten, wurde untersucht, wie sich eine Ernährungsumstellung auf die Diabetes-Erkrankung auswirkt. Einige von ihnen ernährten sich ab dem Studienbeginn vegan, die anderen nach den Richtlinien der American Diabetes Association (ADA). Es konnte festgestellt werden, dass 43 Prozent der veganen Gruppe und 26 Prozent der ADA-Gruppe ihre Diabetes-Medikamente herabsetzen konnten. Das Körpergewicht bei der veganen Gruppe fiel im Durchschnitt um 6,5 kg, der LDL-Cholesterin-Spiegel um 21,2 Prozent. LDL (lowdensitylipoprotein) ist ein Lipoprotein, das Cholesterin bindet und LDL-Cholesterin wird oft als „negatives“ Cholesterin bezeichnet, da es Cholesterin zu den Körperzellen transportiert und auch für Atherosklerose mitverantwortlich ist. Bei der ADA-Gruppe sank das Körpergewicht um 3,1 kg und der LDL-Cholesterin-Spiegel um 10,7 Prozent. Das zeigt, dass sich eine rein pflanzliche Ernährung sogar regenerierend auf Krankheiten wie Diabetes oder schlechte Blutfettwerte auswirken kann. (7)

Milchproteine dagegen haben Eigenschaften, die die Insulinproduktion stimulieren, was sich ungünstig auf den Blutzuckerspiegel auswirkt und daher einen Zusammenhang zum Diabetes Typ 2 vermuten lässt. (8)

Diverse Studien, die den Zusammenhang von Milchkonsum und dem Auftreten von neuen Diabetes-Typ-1-Fällen untersucht haben, brachten interessante Ergebnisse ans Licht. Kuhmilchkonsum und die Diabetes-Inzidenz (die Häufigkeit neu auftretender Diabetes-Erkrankungen) weisen eine Korrelation auf. Das bedeutet: Je mehr Kuhmilch in einem Land oder in einer Region getrunken wurde, desto höher war auch das Auftreten von Diabetes. Während beispielsweise in Japan bei 100.000 Menschen im Jahr durchschnittlich nur 0,6 Fälle von Diabetes-Neuerkrankungen auftraten, wies Finnland im Durchschnitt 42,9 Fälle bei 100.000 Menschen auf. Das Interessante dabei ist, dass in Japan 40 Liter Kuhmilch pro Person und Jahr konsumiert wurden, in Finnland jedoch 225 Liter. (9)

Kuhmilchkonsum und Diabetes-Inzidenz in verschiedenen Ländern (nach Daten aus Scott 1990, Dahl-Jorgensen 1991, Muntoni 1994. In: Seebaum 1998, S.20)

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Quellen:
(1) Virtanen, S. M.; Rasanen, L.; Ylonen, K.; Aro, A.; Clayton, D.; Langholz, B.; Pitkaniemi, J.; Savilahti, E.; Lounmaa, R.; Tuomilehto, J.; Akerblom, H. K. (1993): The childhood in diabetes in Finland study group. In: Diabetes 42: 1786-1790.
(2) Virtanen et al. (1994): Diet, cow's milk protein antibodies and the risk of IDDM in Finnish children. Childhood Diabetes in Finland Study Group.In: Diabetologigia, 1994, Apr., 37(4), S. 381ff. Unter: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?term=Virtanen%20et%20al.%20In%20Diabetologigia%2C%201994%2C
(3) Paronen et al. (2000): Effect of cow's milk exposure and maternal type 1 diabetes on cellular and humoral immunization to dietary insulin in infants at genetic risk for type 1 diabetes. Finnish Trial to Reduce IDDM in the Genetically at Risk Study Group.In: Diabetes 49(10): 1657-1665. Online unter http://diabetes.diabetesjournals.org/content/49/10/1657.short
(4) Karjalainen et al. (1994): T cells from children with IDDM are sensitized to bovine serum albumin. In: Scandinavian Jounal of Immunology40(6): 623 ff. Onlineunter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7997851
(5) Tonstad et al. (2009): Type of vegetarian diet, body weight, and prevalence of type 2 diabetes. In: Diabetes Care32(5):791-796. Online unterhttp://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19351712
(6) Tonstad et al. (2011): Vegetarian diets and incidence of diabetes in the Adventist Health Study-2. In: NutrMetabCardiovasc Dis.Issue(no.): Seiten. Online unterhttp://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21983060
(7) Barnard et al. (2006): A Low-Fat Vegan Diet Improves Glycemic Control and Cardiovascular Risk Factors in a Randomized Clinical Trial in Individuals With Type 2 Diabetes. In: Diabetes Care 29(8): Seiten. Online unter http://www.pcrm.org/pdfs/health/diabetes/Diabetes-Care.pdf
(8) Nilsson M (2004): Glycemia and insulinemia in healthy subjects after lactose-equivalent meals of milk and other food proteins: the role of plasma amino acids and incretins. In: Am J ClinNutr. 80(5):1246-1253. Online unter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?term=Nilsson%20et%20al.%20In%20American%20Jounal%20Of%20Clinical%20Nutrition%2C%202004
(9) Silvia Seebaum (1998): Wertigkeit von A1- und A2-Antikörpern gegen ß-Casein beim Typ 1-Diabetes mellitus: Eine prospektive Familienstudie. Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Medizin. Online unter http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/1998/12/pdf/SeebaumSilvia-1998-09-29.pdf