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 »  »  »  »  » Interview mit „Unter uns“-Schauspieler Milos Vukovic über Tierheim-Hunde

Milos Vukovic: „Wenn ein Hund, dann aus dem Tierheim!“

 
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„Unter uns“-Schauspieler im Interview mit PETA

Stand Mai 2011

Milos Vukovic, der den Paco Weigel in der RTL-Serie „Unter uns“ spielt, spricht über seine Erfahrungen mit seiner Hündin, die mittlerweile leider verstorben ist. Er rät allen Menschen, die ein Tier bei sich aufnehmen möchten, ins Tierheim zu gehen. Milos war mit Benji auch beim VIP-Hundeprofi Martin Rütter zu sehen.

 

 

Milos Vukovic mit seiner Hündin Benji. Foto: © Ralf Jürgens, VOX
Sie haben eine 10 Jahre alte Hündin aus dem Tierheim aufgenommen. Was hat Sie dazu bewogen?

Meine damalige Freundin brachte Benji zu uns. Ich kam von der Arbeit und auf einmal sah ich ein ‚‚graues Etwas‘‘. Der Zwergpudelmischling war damals 10 Jahre alt und hatte langes, verfilztes Fell und war sehr dürr. Wir haben uns ganz schnell in sie verliebt. Man hat es förmlich spüren können, wie wohl sie sich bei uns gefühlt hat. Benji war einfach ein Charakterhund. Das Tolle war, man bekommt so viel von dem Hund zurück. Wir haben es ihr schön gemacht, aber sie hat mir auch wiederum so viele tolle Momente geschenkt. Sie war einfach was ganz Besonderes.



Können Sie es verstehen, wenn sich Menschen einen Hund nur seiner Rassemerkmale wegen und aufgrund seines Stammbaumes aussuchen?

Gezielt zum Züchter zu fahren ist mir irgendwie zu geplant. Das klingt für mich so, als würde ich mir den Hund zurechtformen wollen. Im Tierheim sind so viele Hunde, die da gerne herauswollen. Man darf da auch nicht zu egoistisch sein und sagen: „Aber vielleicht lebt dieser alte Hund nicht mehr so lange.“ Man sollte in erster Linie immer für das Tier entscheiden und dann an sich denken und deswegen auch keine Angst davor haben, einen älteren Hund aus dem Tierheim zu holen. Für mich ist ganz klar, wenn ein Hund, dann aus dem Tierheim!

 

Haben Sie es jemals bereut, einen Hund aus dem Tierschutz bei Ihnen zu Hause aufgenommen zu haben? Es kursiert ja leider noch immer das Gerücht, dass Hunde aus dem Tierschutz einen „Knacks“ hätten…

Die Sache mit Benji war die beste Entscheidung und das würde ich immer wieder so machen. Mit Sicherheit hatte Benji, wenn man das so sagen möchte, einen kleinen Knacks. Aber ganz ehrlich, ich will auch keinen Hund aus einem Regal herauspicken, wo dann darunter steht: „Dieser Hund läuft nicht hinterher, dieser Hund kann gut alleine bleiben und so weiter.“ Ich will keinen perfekten Hund haben, den ich mir selbst zusammenbastle. Sie war so wie sie war und das hat sie besonders gemacht. Ich konnte auch darüber lachen, wenn sie mal genervt hat. Nur als Beispiel: Ich komme in die Garderobe, will mich nach dem Dreh umziehen und sobald ich anfing, meine Privatklamotten anzuziehen, ist sie ausgerastet. Sie wusste, jetzt geht’s nach Hause und ich konnte mich gar nicht anziehen. Das war schon eine tolle Zeit mit ihr!


Der Verlust eines Tieres ist überwältigend und kann extrem zehrend sein. Wie gehen Sie mit der Situation um?

Die Entscheidung zur Euthanasie war das Schlimmste, was ich je entscheiden musste. Die ersten Wochen waren der absolute Albtraum! Aber das war das Beste für das Tier. Benji hatte noch 5 wahnsinnig tolle Jahre und ich denke sehr oft an sie.

Was sollte man bedenken, wenn man ein Tier bei sich aufnehmen möchte?

Wer wirklich bereit ist, ein Tier bei sich aufzunehmen: bitte immer aus dem Tierheim! Abgegeben zu werden ist für ein Tier der Horror; das Tier kann ja nichts dafür, sondern die Menschen. Man muss es sich vorher aber gut überlegen, das habe ich selbst gemerkt. Benji hat sehr viel Aufmerksamkeit gebraucht: Ich musste kochen, ihr jeden Morgen und Abend Herztabletten geben und so weiter. Man muss dafür sorgen, dass es dem Tier gut geht!

Vielen Dank für das nette Gespräch, Milos!