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Mit Tieren auf Reisen

Stand Oktober 2012
Wenn Sie Reisevorbereitungen treffen, achten Sie bitte auf größtmöglichen Komfort und kleinstmögliches Risiko für Ihr Tier. Ist es wirklich erforderlich, dass Sie fliegen? Wenn ja, können Sie ihr Tier evtl. auch im Passagierraum mitnehmen? Können Sie vielleicht auch mit dem Auto oder dem Zug fahren oder ein Schiff nehmen? Oder können Sie Ihr Tier möglicherweise zu Hause bei Verwandten oder einem zuverlässigen Betreuer lassen?


Unfreundliche Fluggesellschaften

Wenn Fliegen auch auf den ersten Blick die schnellste und stressfreiste Reisemöglichkeit zu sein scheint, so kann doch der Transport eines Tieres im Frachtraum eines Flugzeuges extrem gefährlich sein und sogar tödlich enden. Auch wenn das Statistische Bundesamt darüber keine Statistiken führt, wie viele Tiere jährlich beim Transport verletzt werden oder gar sterben, so wurde doch schon fast jede größere Fluggesellschaft wiederholt mit Bußgeldern belegt, weil sie gegen das Tierschutzgesetzt verstieß. (1)


Laderäume verfügen gewöhnlich nicht über eine Hitzeregulierung oder Klimaanlage, daher können in nur kurzer Zeit extreme Temperaturen erreicht werden. In einem Fall wurden fünf Hunde für einen Flug verladen, der bei gleißender Hitze beinahe drei Stunden Verspätung hatte. Passagiere hörten das wahnsinnige Bellen der Hunde, aber die Fluggesellschaft weigerte sich, irgendetwas zu unternehmen. Als das Flugzeug seinen Bestimmungsort erreichte, lebten nur noch zwei der Hunde. (2)


Die meisten Frachträume werden außerdem nicht belüftet, um Brände zu verhindern. Ein ehemaliger Sicherheitsbeamter der amerikanischen Bundesluftfahrtbehörde, Jim Wippert, warnt: "Ein Tier in einem Laderaum hat nur eine begrenzte Menge Sauerstoff zur Verfügung. Ist der Sauerstoff aufgebraucht, erstickt das Tier. Und das kommt vor. Die Fluggesellschaften sprechen allerdings nicht gerne darüber." (3) 1990 erstickten 32 Welpen auf einem Flug der Delta Airlines und 24 weitere Hunde auf einem Flug der United Airlines, weil der Flug Verspätung hatte und ihre Atemluft schließlich aufgebraucht war. (4)


Tragödien spielen sich auch ab, weil das Personal der Fluggesellschaften nur unzureichend ausgebildet oder rücksichtslos ist. Eine Katze wurde auf einem Flug von Los Angeles getötet, weil ein Angestellter der American Airlines einen Packriemen über die Transportbox der Katze zog. (5) Manchmal entfleuchen Katzen oder Hunde auch aus den Boxen, wenn diese während des Transportes beschädigt werden, irren dann im Flugzeug oder auf dem Hangar herum und werden nicht mehr gefunden.


Vorbereitungen für den Flug

- Wenn Sie Ihre Buchungen für den Flug vornehmen, teilen Sie der Fluggesellschaft bereits vorab mit, daß Sie ein Tier mitzunehmen gedenken. Die meisten Fluglinien beschränken nämlich die Zahl der Tiere an Bord. Erkundigen Sie sich nach den Vorschriften der Fluglinie hinsichtlich des Transportes von Tieren, um Probleme zu vermeiden.


- Erkundigen Sie sich zuvor bei der entsprechenden Botschaft nach möglichen Quarantänebestimmungen. Eine längere Quarantänedauer kann für ein Tier zu einer stressvollen Erfahrung werden. Sollte es wirklich unumgänglich sein, besuchen Sie Ihr Tier täglich, um ihm die Einsamkeit und Langeweile zu verkürzen.


- Verwenden Sie unbedingt eine stabile, ausbruchsichere Transportbox, denn insbesondere Katzen können sich leicht auch durch die kleinste Öffnung zwängen. Entsprechende Behälter, wie sie von den meisten Fluggesellschaften vorgeschrieben sind, sind in Zoohandlungen erhältlich.


- Öffnen Sie die Box vor dem Transport täglich mehrere Male, damit sich das Tier daran gewöhnt.


- Um Übelkeit bei Ihrem Tier zu vermeiden, füttern Sie es sechs bis acht Stunden vor dem Flug zum letzten Mal. Lassen Sie es, unmittelbar bevor sie es in die Box tun, auch noch einmal Wasser trinken.


- Tiere, die Beruhigungsmittel vor dem Flug bekommen haben, können trotzdem noch ängstlich sein und die Kontrolle über ihre Motorik verlieren. Außerdem verringern Beruhigungsmittel die Fähigkeit des Körpers, seine Temperatur zu regulieren, was während einer Reise besonders wichtig ist. (6) Bitte verwenden Sie diese Medikamente daher nur, wenn Ihr Tier zur Panik neigt und sonst die Gefahr besteht, es könnte sich in dem Versuch, sich zu befreien, verletzen. Verwenden Sie in solchen Fällen nur Tranquilizer, die vom Tierarzt verschrieben wurden.


- Lassen Sie Ihr Tier unbedingt ein Halsband mit einer Identifizierungsplakette tragen. Nehmen Sie auch Anhänger mit Ihrer jeweiligen vorübergehenden Urlaubsanschrift mit, die Sie Ihrem Tier zusätzlich zu seiner Plakette mit der Heimatanschrift anheften.


Das Risiko klein halten

Falls Sie wirklich unbedingt mit Ihrem Tier fliegen müssen und es im Frachtraum untergebracht wird, treffen Sie bitte die folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

- Buchen Sie nur Non-Stop-Flüge. Ihr Tier unterliegt einem zusätzlichen Unfall-, Trauma- und Fluchtrisiko während Zwischenlandungen oder wenn Sie umsteigen. Falls ein Umsteigen unvermeidbar ist, erkundigen Sie sich ganz genau, wie die Fluglinie in solchen Fällen vorgeht. Die meisten transportieren Ihr Tier nicht zu dem Anschlussflug, sondern Sie müssen es selbst bei der Gepäckausgabe abholen und erneut einchecken.

- Meiden Sie extreme Temperaturen. Fliegen Sie in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, falls es an Ihrem Abflug- oder Ankunftsort warm ist. Im Winter fliegen Sie am besten tagsüber. An extrem heißen oder kalten Tagen sollten Sie überhaupt nicht mit Ihrem Tier fliegen. Tiere können im Frachtraum erfrieren, ersticken oder an Hitzeerschöpfung sterben, insbesondere dann, wenn es zu Verspätungen kommt.

- Vermeiden Sie zentrale Flughäfen und Tage, an denen besonders viel Verkehr herrscht wie z.B. an Feiertagen oder Wochenenden, denn da sind Verspätungen noch wahrscheinlicher.

- Prüfen Sie gründlich, ob der Gepäckschein an der Transportbox den richtigen Bestimmungsort nennt und sicher befestigt ist. Und prüfen Sie den Schließmechanismus der Box lieber einmal zuviel als zuwenig. Außerdem muss die Box ausreichend Belüftungsmöglichkeit bieten und einen Rand von wenigstens 2cm haben, um einen sicheren Abstand zu anderen Gepäckstücken zu gewährleisten, damit die Luftschlitze nicht verdeckt werden.

- Geben Sie an der Box den Namen Ihres Tieres, Ihren Namen, Ihre Anschrift und Tel.Nr. und Ihren Zielort an. Machen Sie Angaben für die Fütterung und Wassergabe, auch wenn Ihr Tier voraussichtlich nicht gefüttert oder getränkt wird. Schreiben Sie in großen Druckbuchstaben "LIVE ANIMAL" auf die Box und zeigen Sie durch Pfeile an, wo oben ist.

- Legen Sie keine Leine mit in die Box. Sie könnte herausfallen, sich verhaken oder Ihr Tier könnte sich darin verfangen und sich strangulieren.

- Falls Ihr Flug Verspätung hat, informieren Sie die Crew, dass ein Tier an Bord ist, und bitten Sie darum, den Flugkapitän zu unterrichten. Handelt es sich um eine längere Verspätung, muss das Tier unbedingt aus dem Flugzeug geholt werden, bis der Flug weitergeht. BESTEHEN SIE DARAUF Denken Sie immer daran, dass Sie die einzige Person sind, die sich um die Belange Ihres Tieres kümmert. Lassen Sie Ihr Tier also nicht im Stich, und lassen Sie sich nicht vertrösten oder gar abwimmeln! Es geht hier um ein lebendes Wesen, nicht um ein Gepäckstück, auch wenn ein völlig aufgelöster Flugpassagier, der eine Fluglinie verklagte, weil sein Hund im Frachtraum an Hitzeerschöpfung gestorben war, sich von einem Bundesrichter sagen lassen musste, dass der Tod seines Hundes dem Verlust eines Gepäckstückes gleichkäme! (7)

- Versuchen Sie, das Verladen Ihres Tieres in den Frachtraum des Flugzeuges persönlich zu überwachen, um sicherzugehen, dass Ihr Tier wirklich auch in Ihrem Flugzeug ist. Falls Sie das Verladen nicht selbst beobachten können, bitten Sie einen Flugbegleiter, sich zu vergewissern, dass Ihr Tier an Bord ist, bevor Sie selbst an Bord gehen.

- Machen Sie Ihr Tier sofort ausfindig, wenn Sie Ihren Zielort erreicht haben. Sollte Ihnen an Ihrem Tier irgendetwas seltsam vorkommen, suchen Sie unverzüglich einen Tierarzt auf !


Auf der Straße unterwegs

Fahren ist weniger gefährlich für Ihr Tier als Fliegen. Die folgenden Tipps können Ihre Fahrt noch sicherer machen:

- Füttern Sie Hund oder Katze mindestens eine Stunde vor Abfahrt nicht mehr, aber nehmen Sie immer ausreichend Trinkwasser für Pausen mit. Verschüttsichere Reiseschalen sind in vielen Zoohandlungen oder über Kataloge erhältlich.

- Installieren Sie Innenrollos an Ihren Autofenstern und lassen Sie Ihr Tier niemals unbeobachtet. Ein Auto kann schnell heiß wie ein Backofen werden oder Ihr Tier könnte aus dem Fahrzeug gestohlen werden.

- Sollte Ihr Hund leicht reisekrank werden, fragen Sie bitte Ihren Tierarzt nach geeigneten Medikamenten.

- Katzen können unterwegs zu den reinsten Fluchtkünstlern werden. Bringen Sie sie daher in sicheren, gut belüfteten Boxen unter, die groß genug sind, dass sich das Tier darin aufstellen und bequem umdrehen kann.

- Hunde können entweder in einer Box reisen oder Sie können Sie auf der Rückbank festschnallen. Doch passen Sie immer auf, daß das Tier sich nicht selbständig macht und davonläuft. Besonders sicher sind Geschirre und Autogurte.

- Nehmen Sie Ihr Tier nicht in einem Pappkarton mit, denn der bietet im Falle eines Unfalles praktisch keinen Schutz.

- Öffnen Sie Autofenster und -türen bitte nur, wenn Ihr Hund oder Ihre Katze angebunden ist. Auf diese Weise sind schon zahllose Tiere an Maut-Stellen und auf Rastplätzen verlorengegangen.

- Halten Sie oft an, um mit Ihrem Hund Gassi zu gehen.

Bitte schauen Sie sich auch Petas Tipps für tierisch tollen Urlaub an


Quellen:(1) "Regulators Probing 3 Airlines After 61 Dogs Die Last Summer,." The Houston Post, December 19, 1990.

(2) "On a Hot Plane, Three Dogs Die," Philadelphia Inquirer, September 26, 1991.

(3) "Pets Aloft," letters, AAA World, Jan/Feb. 1994.

(4) "Pets on Planes: Too Often It's a Rough Ride," Condé Nast Traveler, June 1992.

(5) "Animal Deaths Trigger Federal Agency's Action Against American," Fort Worth Star- Telegram, October 28, 1993.

(6) "10 Tips to Ease Your Pet's Next Flight," Los Angeles Times, February 14, 1988.

(7) "Pet Who Died in Jet's Hold Is Ruled Baggage," The New York TImes, February 16, 1994.