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Nach Beißvorfall in Backnang: PETA fordert die Einführung eines „Hundeführerscheins“ für Hundehalter

Nachweis kann Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben

Stand November 2012
Backnang / Gerlingen, 29. November 2012 – Nachdem am vergangenen Dienstag im baden-württembergischen Backnang ein Mann von einem Hund angefallen und in die Taille gebissen wurde, fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. die Einführung eines „Hundeführerscheins“, der Beißvorfälle verhindern soll. Ein „Hundeführerschein“ kann sicherstellen, dass Halter gewissenhaft mit ihrem Tier umgehen und die Signale sowie das Kommunikationsverhalten ihres Hundes richtig deuten.

„Das Problem liegt in der Regel nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine“, sagt Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei PETA. „Noch bevor Menschen einen Hund aufnehmen, müssen sie den sachgemäßen Umgang mit ihm lernen und vorweisen. Denn jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für den Menschen werden – unabhängig davon, ob es ein Schäferhund, ein Dackel oder ein Mischling ist.“

Der „Hundeführerschein“ sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme des Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie das notwendige Fachwissen über die tiergerechte Haltung, die Kommunikation und die Bedürfnisse der Tiere erwerben. Anschließend müssen Halter und Hund gemeinsam an einem Praxisseminar in einer Hundeschule teilnehmen.

In der Schweiz sind alle Hundehalter bereits seit September 2008 zu einem Sachkundenachweis verpflichtet. Niedersachsen wird als erstes Bundesland in Deutschland 2013 einen allgemeinen „Hundeführerschein“ einführen. In Baden-Württemberg, wo sich der jüngste Beißvorall ereignete, ist ein Sachkundenachweis für als gefährlich eingestufte Rassen erforderlich. PETA weist jedoch darauf hin, dass die Festlegungen der „Listenhunde“ auf willkürlichen Annahmen basieren.

Die Einführung von verpflichtenden Kursen wird zudem Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, möglicherweise von einem Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Hundefuehrerschein
PETA.de/SilkeWechsung
PETA.de/Haustiere

Kontakt:
Bartek Langer 07156 17828-27, BartekL@peta.de