Spenden
 »  »  » Nach Beißvorfall in Kleinblittersdorf: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins im Saarland

Nach Beißvorfall in Kleinblittersdorf: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins im Saarland

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge

Nachweis kann Beißvorfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben

Stand April 2016
Kleinblittersdorf / Stuttgart, 25. April 2016 – Verantwortungslose Hundehaltung: Polizeiangaben zufolge entwischte ein Australian Shepherd in Kleinblittersdorf am Donnerstagabend unbemerkt von einem Grundstück, biss mehrere Passanten und verletzte dabei einen Jogger und eine 44-Jährige am Oberschenkel. Die Anwohner flüchteten und selbst die alarmierten Rettungsdienstmitarbeiter blieben aus Sicherheitsgründen im Fahrzeug. Der Hund schnappte auch nach den eintreffenden Polizeibeamten, die ihn auf Abstand hielten, bis die Halterin, gegen die ein Strafverfahren eingeleitet wurde, ihn schließlich einfangen konnte. Das Ordnungsamt soll nun klären, wie gefährlich der Hund ist. Angesichts dieses Vorfalls fordert PETA die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins im Saarland: Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem vermittelt das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind.
 
„Dieser Fall macht deutlich, dass viele Halter offenbar völlig verantwortungslos handeln. Anders ist nicht erklärbar, dass der Hund unbemerkt von dem Grundstück entwischen konnte und mehrere Personen verletzte“, so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Kein Hund ist von Natur aus aggressiv. Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob er ein Australian Shepherd, ein Dackel oder ein Mischling ist.“

Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor der Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, um das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Auf den theoretischen Kurs folgt ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar für Hund und Halter in einer Hundeschule.

In der Schweiz sind Hundehalter bereits seit 2008 zu einem Sachkundenachweis verpflichtet. Ebenso in Liechtenstein, wo die Zahl der Hundeangriffe auf Menschen seither deutlich zurückgegangen ist. Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen eine entsprechende Regelung beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist in diesem Bundesland seit Juli 2013 verpflichtend.
Die Einführung eines Hundeführerscheins hat einen weiteren Vorteil: Sie kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen – darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Hundefuehrerschein
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de