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Nach Beißvorfall in Roth: PETA fordert die Einführung eines „Hundeführerscheins“ für Tierhalter

Nachweis kann Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben

Stand Februar 2013
Roth (Mittelfranken) / Gerlingen, 26. Februar 2013 – Hundeattacke in Roth: Am vergangenen Samstag fügte ein Hund in der mittelfränkischen Stadt einem neunjährigen Mädchen schwere Bissverletzungen am Kopf zu. Die unangeleinte Dogge, die bei einem Befreiungsversuch auch einem Mann in die Hände biss, konnte schließlich vom Halter unter Kontrolle gebracht werden. Mit Hinblick auf den Fall fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun die Einführung eines „Hundeführerscheins“. Dieser Nachweis stellt sicher, dass Halter gewissenhaft mit ihrem Tier umgehen und die Signale sowie das Kommunikationsverhalten ihres Hundes richtig deuten. So könnten Unfälle dieser Art – auf öffentlichen Wegen sowie auch im Privaten – vermieden werden.

„Wenn es zu Beißvorfällen kommt, liegt das Problem in der Regel nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine“, sagt Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei PETA. „Noch bevor Menschen einen Hund aufnehmen, müssen sie den sachgemäßen Umgang mit ihm lernen und vorweisen. Denn jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für den Menschen werden – unabhängig davon, ob es ein Schäferhund, ein Dackel oder ein Mischling ist.“

Der „Hundeführerschein“ sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme des Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie das notwendige Fachwissen über die tiergerechte Haltung, die Kommunikation und die Bedürfnisse der Tiere erwerben. Anschließend müssen Halter und Hund gemeinsam an einem Praxisseminar in einer Hundeschule teilnehmen.

In der Schweiz sind alle Hundehalter bereits seit September 2008 zu einem Sachkundenachweis verpflichtet. Niedersachsen hat als erstes deutsches Bundesland eine entsprechende Regelung beschlossen – der allgemeine „Hundeführerschein“ wird ab Sommer 2013 verpflichtend. In Bayern, wo sich der jüngste Beißvorfall ereignete, wird nur die Haltung von als gefährlich eingestuften Hunden gesondert geregelt. PETA weist darauf hin, dass die Festlegungen der „Listenhunde“, zu denen die Dogge nicht zählt, auf willkürlichen Annahmen basieren.

Die Einführung von verpflichtenden Kursen wird zudem Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, möglicherweise von einem Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Hundefuehrerschein
PETA.de/Web/SilkeWechsung
PETA.de/Haustiere

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de