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Nach Beißvorfall in Tabarz: PETA fordert die Einführung eines „Hundeführerscheins“ für Hundehalter

 
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Nachweis kann Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben

Stand Juni 2012
Tabarz (Kreis Gotha) / Gerlingen, 27. Juni 2012 – Nachdem am vergangenen Sonntag ein Vierjähriger auf einem Spielplatz im thüringischen Tabarz von einem Hund angefallen und ins Gesicht gebissen wurde, fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. erneut die Einführung eines „Hundeführerscheins“, der Beißvorfälle verhindern soll. Durch einen Theoriekurs und ein Praxisseminar muss sichergestellt werden, dass potenzielle Hundehalter umsichtig und tiergerecht mit Hunden umgehen. Medienberichten zufolge kam es zu dem Vorfall, als das Kind auf den an einem Zaun festgebundenen Jack-Russell-Terrier zulief. Der Hundehalter, der gesucht wird, soll dem verletzten Jungen lediglich ein Taschentuch gereicht haben, bevor er im Auto wegfuhr.

„Noch bevor Menschen einen Hund aufnehmen, müssen sie den sachgemäßen Umgang mit ihm lernen und vorweisen“, sagt Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei PETA. „Ein ‚Hundeführerschein‘ würde notwendiges Basiswissen vermitteln, wie etwa, dass bei einem Zusammentreffen von Hunden und kleinen Kindern immer Vorsicht geboten sein muss und dass gerade kleine Kinder nie unbeaufsichtigt mit Hunden zurückgelassen werden sollten. Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für den Menschen werden – unabhängig davon, ob es ein Schäferhund, ein Dackel oder ein Mischling ist.“

In der Schweiz sind alle Hundehalter bereits seit September 2008 zu einem Sachkundenachweis verpflichtet. Niedersachsen wird als erstes Bundesland in Deutschland 2013 einen allgemeinen „Hundeführerschein“ einführen. In Thüringen, wo sich der jüngste Beißvorfall ereignete, müssen nur Halter von als gefährlich eingestuften Rassen einen Sachkundenachweis erbringen. PETA weist darauf hin, dass die Festlegungen der „Listenhunde“, zu denen der Jack-Russell-Terrier nicht zählt, auf willkürlichen Annahmen basieren.

Die Einführung von verpflichtenden Kursen wird zudem Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem Kauf abrücken lassen. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.

Weitere Informationen:
www.peta.de/hundefuehrerschein
www.peta.de/silkewechsung
www.peta.de/haustiere

Kontakt:
Bartek Langer 07156 17828-27, BartekL@peta.de