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Nach PETA-Anzeige: Direktor des Tierparks Neumünster setzt Mitarbeiter unter Druck

Zahlreiche Missstände beim Veterinäramt gemeldet

Stand Februar 2013
Neumünster / Gerlingen, 19. Februar 2013 – Hygienemängel, unsachgemäße Tötung von „Futtertieren“ und 25 verstorbene Humboldt-Pinguine – Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hat das Veterinäramt Neumünster in den letzten Wochen über mehrere Missstände im Tierpark Neumünster informiert. Eine Reaktion folgte prompt: Während das Veterinäramt den Berichten sorgfältig nachging und teilweise Verbesserungen für die Tiere durchsetzte, führte die Zoodirektion Befragungen von Mitarbeitern und sogar Ex-Mitarbeitern durch. Um herauszufinden, woher PETA seine Informationen bezog, wurden einzelne Angestellte massiv unter Druck gesetzt. PETA fordert die Zoodirektion auf, der Beseitigung der Missstände höchste Priorität einzuräumen.

„Anstatt Druck auf Mitarbeiter auszuüben, muss die Zoodirektion dringend erforderliche Maßnahmen für den Tierschutz umsetzen“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA.

Bei der Tötung von Meerschweinchen als „Futtertiere“ soll es nach PETA vorliegenden Informationen zu schweren Verstößen gegen die Tierschutz-Schlachtverordnung gekommen sein. Das Veterinäramt Neumünster teilte daraufhin mit, dass der Tierpark über die vorgeschriebenen Schlachtmethoden belehrt wurde und eine Betäubungseinrichtung für die Tötung von Meerschweinchen angeschafft werden soll. Des Weiteren waren 25 von 37 Humboldt-Pinguinen nach einer Infektion mit dem Schimmelpilz Aspergillus gestorben. Aufgrund der Infektionsgefahr sollen nun keine neuen Pinguine mehr in den Tierpark aufgenommen werden.

PETA spricht sich grundsätzlich gegen die Haltung von Wildtieren in Zoos aus. Natürliche Bedürfnisse, wie soziale Interaktionen, Nahrungssuche oder das Paarungsverhalten, werden unterdrückt – denn Zoos füttern und züchten nach Plan. Außerdem mangelt es an geistiger Anregung und körperlicher Aktivität. Die artwidrigen Haltungsbedingungen haben bei vielen Tieren schwere Verhaltensstörungen zur Folge. Zoologische Einrichtungen tragen in der Regel nicht zum Artenschutz bei: Die meisten der in Zoos lebenden Wildtiere gehören keiner gefährdeten Art an oder können nicht ausgewildert werden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Zoo

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de