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Nach tödlichem Beißvorfall in Kleve: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins in Nordrhein-Westfalen

Nachweis kann Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben

Stand Januar 2016
Kleve / Stuttgart, 8. Januar 2016 – Verantwortungslose Hundehaltung: Wie die Polizei nun bestätigte, wurden am 19.12.2015 eine Spaziergängerin und ihr Cocker Spaniel in Kleve von zwei Hunden eines angrenzenden Grundstücks angegriffen. Medienberichten zufolge griff die 70-Jährige zu ihrem Pfefferspray, woraufhin sich die Hunde auf ihren Cocker Spaniel stürzten. Der Halter kam hinzu und schützte das bereits schwer verletzte Tier vor seinen Hunden. Als die Spaziergängerin die Polizei rief, stieg der Halter der Hunde mit den Worten „Keine Polizei“ in sein Auto und fuhr davon. Die 70-Jährige musste sich einer stationären Behandlung unterziehen und erlitt einen schweren Schock. Ihr tierischer Begleiter erlag seinen Verletzungen einen Tag später. In Anbetracht dieses Vorfalls fordert PETA Deutschland e.V. die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in Nordrhein-Westfalen: Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem vermittelt das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind.
 
„Dieser Fall macht deutlich, dass offenbar viele Halter verantwortungslos mit ihren Vierbeinern umgehen. Anders ist nicht erklärbar, dass zwei Hunde ohne ersichtlichen Grund eine Frau angreifen und ihren Vierbeiner so schwer verletzen, dass dieser seinen Verletzungen erliegt“, so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin bei PETA Deutschland e.V. „Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob es eine Dogge, ein Dackel oder ein Mischling ist.“

Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor der Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, um das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Auf den theoretischen Kurs folgt ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar für Hund und Halter in einer Hundeschule.

In der Schweiz sind Hundehalter bereits seit 2008 zu einem Sachkundenachweis verpflichtet. Ebenso in Liechtenstein, wo die Zahl der Hundeangriffe auf Menschen seither deutlich zurückgegangen ist. Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen eine entsprechende Regelung beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist in diesem Bundesland seit Juli 2013 verpflichtend.
Die Einführung eines Hundeführerscheins hat einen weiteren Vorteil: Sie kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen – darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Hundefuehrerschein
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de