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Nach tödlichem Beißvorfall in Saarbrücken: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins

 
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Nachweis kann Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben

Stand Oktober 2015

 

Saarbrücken / Stuttgart, 20. Oktober 2015 – Verantwortungslose Hundehaltung: Vergangenen Samstag verletzte ein American Staffordhire Terrier in Saarbrücken einen Mischlingshund so schwer, dass er starb. Der sogenannte Kampfhund verließ zuvor unbemerkt das Haus seiner Halterin und lief frei umher. Die Halterin des Mischlings ging mit ihrem angeleinten Hund spazieren, als der Terrier das Tier angriff und tötete. Beim Versuch, ihren Hund zu schützen, kam die 63-Jährige zu Fall und wurde leicht verletzt. Gegen den Halter des American Stafford Terriers wurde ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Angesichts dieses Vorfalls fordert PETA Deutschland e.V. die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins im Saarland: Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Halter und Hund ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem werden Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung vermittelt, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind.
 
„Dieser Fall macht deutlich, dass offenbar viele Halter verantwortungslos mit ihren Vierbeinern umgehen. Anders ist es nicht erklärbar, dass ein Hund unbemerkt den Haushalt verlässt. Der Mischlingshund bezahlte das Unvermögen der Hundehalterin mit dem Leben“, so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin bei PETA Deutschland e.V. „Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob es eine Dogge, ein Dackel oder ein Mischling ist.“
Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend an den theoretischen Kurs folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule.
In der Schweiz sind Hundehalter bereits seit 2008 zu einem Sachkundenachweis verpflichtet. Ebenso in Liechtenstein, wo seither die Zahl der Hundeangriffe auf Menschen deutlich zurückgegangen ist. Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen eine entsprechende Regelung beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist in diesem Bundesland seit Juli 2013 verpflichtend.
Die Einführung eines Hundeführerscheins hat einen weiteren Vorteil: Sie kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Hundeführerschein
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de