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Nach tödlichem Beißvorfall in Waren: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins in Mecklenburg-Vorpommern

 
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Nachweis kann Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben

Stand September 2016
Waren / Stuttgart, 6. September 2016  Verantwortungslose Hundehaltung: Vergangenen Sonntag gegen 19:30 Uhr war eine 18-Jährige mit ihrem Hund Am Rothegrund in Warenshof unterwegs und wurde von zwei frei laufenden „Jagdhunden“ angegriffen. Medienberichten zufolge biss einer der Hunde die junge Frau in die Wade, während sich der andere auf deren Vierbeiner stürzte. Der Halter trennte die Tiere, als er die Hilferufe der Frau bemerkte. Die 18-Jährige musste in die Notaufnahme – ihr Hund überlebte den Angriff trotz Notoperation nicht. Die Polizei und das Ordnungsamt ermitteln. Angesichts dieses Vorfalls fordert PETA die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in Mecklenburg-Vorpommern: Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem vermittelt das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind.
 
„Dieser Fall macht deutlich, dass offenbar viele Halter ihre Hunde nicht einschätzen können und die wahre Ursache für Beißattacken daher bei ihnen zu suchen ist – nicht beim Hund. Ein Tier bezahlte die Verantwortungslosigkeit des Hundehalters mit dem Leben“, so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin bei PETA. „Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für den Menschen werden – unabhängig davon, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein Mischling ist.“

Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor der Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, um das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Auf den theoretischen Kurs folgt ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar für Hund und Halter in einer Hundeschule.

In der Schweiz sind Hundehalter bereits seit 2008 zu einem Sachkundenachweis verpflichtet. Ebenso in Liechtenstein, wo die Zahl der Hundeangriffe auf Menschen seither deutlich zurückgegangen ist. Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen eine entsprechende Regelung beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist in diesem Bundesland seit Juli 2013 verpflichtend. Wer in Berlin ab dem 1. Januar 2017 einen Hund neu aufnimmt, wird aufgefordert, sich die notwendige Sachkunde anzueignen. Die Einführung eines Hundeführerscheins hat einen weiteren Vorteil: Sie kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen – darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Hundefuehrerschein
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de