Spenden
 »  »  » Nach zwei Beißvorfällen in Mannheim: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins

Nach zwei Beißvorfällen in Mannheim: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge

Nachweis kann Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben

Stand Oktober 2015
Mannheim / Stuttgart, 21. Oktober 2015 – Verantwortungslose Hundehalter: Vergangenen Sonntag wurden zwei Hunde sowie zwei Menschen bei Beißvorfällen in Mannheim verletzt. Im Stadtteil Blumenau ging eine Hundehalterin mit ihrem Vierbeiner auf dem Fußweg am Bahndamm spazieren, als ein unangeleinter Hund das Tier angriff. Beim Versuch, die Hunde zu trennen, wird die 44-Jährige in den Unterarm gebissen. Kurze Zeit später fiel ein ebenfalls unangeleinter Rottweiler in der Oberen Riedstraße im Stadtteil Käfertal einen Australian Shepherd an – eine Passantin wollte dem Hundehalter helfen und wurde dabei verletzt. Gegen beide Hundehalter soll nun Anzeige erstattet werden. Angesichts dieses Vorfalls fordert PETA Deutschland e.V. die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in Baden-Württemberg: Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Halter und Hund ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem werden Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung vermittelt, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind.
 
„Die beiden Fälle in Mannheim mit je einem verletzten Menschen und Tier machen deutlich, dass offenbar viele Halter ihre Hunde nicht einschätzen können und somit die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen ist – nicht beim Tier“, so Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin bei PETA Deutschland e.V. „Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für den Menschen werden – unabhängig davon, ob es eine Rottweiler, ein Dackel oder ein Mischling ist.“
 
Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend an den theoretischen Kurs folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule.
In der Schweiz sind Hundehalter bereits seit 2008 zu einem Sachkundenachweis verpflichtet. Ebenso in Liechtenstein, wo seither die Zahl der Hundeangriffe auf Menschen deutlich zurückgegangen ist. Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen eine entsprechende Regelung beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist in diesem Bundesland seit Juli 2013 verpflichtend.
Die Einführung eines Hundeführerscheins hat  einen weiteren Vorteil: Sie kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.
Weitere Informationen:
PETA.de/Hundeführerschein
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 (0)30 6832666-04, JudithS@peta.de