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Negativ-Rekord: 36 Pferdekutschen-Unfälle in 2012 / 2 tote, 103 teils schwer verletzte Fahrgäste und 6 tote Pferde

PETA fordert Verbot

Stand Dezember 2012
Gerlingen, 17. Dezember 2012 – Nach einem tragischen Kutsch-Unfall im bayerischen Velburg am vergangenen Freitag, bei dem 22 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, veröffentlicht die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun eine Unfallstatistik für das Jahr 2012. Die traurige Bilanz: Bundesweit kam es zu deutlich mehr Unfällen mit Pferdekutschen als in den Vorjahren. Bei mindestens 36 Vorfällen wurden insgesamt zwei Menschen und sechs Pferde getötet, 103 Fahrgäste zum Teil schwer verletzt. Angesichts dieses Negativ-Rekords hat PETA jetzt das Bundesverkehrsministerium schriftlich aufgefordert, ein Verbot von Pferdekutschen im Straßenverkehr zu prüfen. In Rothenburg ob der Tauber wurde bereits im August 2010 das Pferdekutschenverbot vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bestätigt.

„Die Risiken von Kutschfahrten sind unkontrollierbar und überproportional hoch, deshalb fordern wir ein Verbot von Pferdekutschen als Beförderungsmittel“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Kampagnenleiter bei PETA. „Bei den diesjährigen Unfällen war meist nur ein Geräusch der Auslöser für eine Tragödie. Pferde sind keine Maschinen und gehören nicht in den modernen Straßenverkehr.“

Pferde sind Fluchttiere, die sich im Straßenverkehr leicht erschrecken. Dies führt immer häufiger zu sehr schweren Unfällen, unter anderem weil für den Kutscher und die Fahrgäste keine Sicherungsvorrichtungen wie Gurte oder Airbags existieren. Auch aus Tierschutzgründen ist ein Verbot notwendig. Stundenlang müssen die Tiere bei Winterkälte oder Sommerhitze im lauten und gefährlichen Straßenverkehr auf hartem Asphalt stehen oder schwere Kutschen ziehen – oft bis zum Zusammenbruch.

Besonders tragische Fälle in 2012: Bei einem Unfall in der Nähe des Schloss Neuschwanstein stießen im Oktober zwei Pferdekutschen zusammen – acht Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, zwei Pferde getötet. Ebenfalls im Oktober starb ein 62-jähriger Kutscher im nordfriesischen Enge-Sande, als sein Pony durchging. 13 Menschen wurden im Mai bei Prausitz verletzt, nachdem ein Pferd scheute und die vollbesetzte Kutsche umkippte.

Pferdekutschenunfälle fordern immer wieder Opfer bei Mensch und Tier / © 112-magazin.de

Weitere Informationen:
PETA.de/Pferdekutschen
PETA.de/Pferdekutschenunfaelle

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de