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Neue PETA-Recherche: Videomaterial beweist Misshandlung von Affenbabys – auch deutsche Wissenschaftler beteiligt

 
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Traumatische Experimente führen bei den Tieren zu psychischen Erkrankungen

Stand September 2014
Bethesda (Maryland, USA) / Würzburg / Stuttgart, 9. September 2014 – Experimente an Makaken-Kindern mit deutscher Beteiligung: Mehr als ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit der berühmt-berüchtigte Forscher Harry Harlow erstmals nachwies, dass die frühkindliche Trennung von der Mutter bei Affenkindern zu Psychosen führt. Mehrstündiges Videomaterial, das aktuell von der Tierrechtsorganisation PETA in Auszügen veröffentlicht wird, bringt nun an den Tag, dass in den USA noch immer Hunderte von Affenbabys ihren Müttern unmittelbar nach der Geburt entrissen werden, in sozialer Isolierung leben müssen und traumatisierenden psychologischen Experimenten unterzogen werden. Durchgeführt werden die Versuche unter der Leitung eines ehemaligen Schützlings Harlows in einem Labor der US-amerikanischen Nationalen Gesundheitsinstitute (National Institutes of Health, NIH) in Poolesville, Maryland. Doch auch Fakultäten anderer Institutionen sind beteiligt, darunter auch die Universität Würzburg. PETA fordert den sofortigen Abbruch dieses 30 Jahre andauernden ergebnislosen Projekts.
 
„Affenmüttern ihre Babys zu entreißen, um so die psychischen Folgen eines frühen Verlustes der Mutter zu untersuchen, ist ein Paradebeispiel für eine völlig sinnlose Forschung, die ethisch nicht vertretbar ist“, sagt Isabel Engelhardt, Fachreferentin für Tiere in der Tierversuchsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Heutzutage stehen der Wissenschaft wesentlich zuverlässigere Forschungsmethoden wie etwa bildgebende Verfahren zur Darstellung des Gehirns oder epidemiologische Studien zur Verfügung, mit denen sich Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen beim Menschen erforschen lassen, ohne dass dafür Tiere gequält werden müssen.“
 
Durch einen Antrag nach dem US-amerikanischen Informationsfreiheitsgesetz gelang es PETA USA, Zugang zu Hunderten Fotos und Dokumenten sowie mehreren hundert Stunden Videomaterial der NIH zu erhalten. Aus dem Material geht hervor, dass die Institute Affen gezielt mit der genetischen Veranlagung für Depressionen und andere psychische Erkrankungen züchten. Die Affenbabys werden über viele Jahre ausgesprochen qualvollen sowie schmerzhaften Experimenten unterzogen, die darauf abzielen, bei den Affenkindern schwere Angstzustände, Aggressionen, Depressionen und psychische Störungen auszulösen bzw. diese Zustände zu verschlimmern. Neugeborene Äffchen werden beispielsweise alleine in winzige Käfige gesperrt und durch extremen Lärm und lautes Knallen vorsätzlich in Panik versetzt. Die Babys schreien angsterfüllt und versuchen vergeblich, sich zu verstecken oder zu fliehen. Ältere Affen werden zum Teil gezielt alkoholabhängig gemacht, um die Symptome ihrer psychischen Leiden zu verstärken. Viele von ihnen werden bereits vor Erreichen des achten Lebensjahres getötet.
 
Laut einem Bericht aus dem Jahr 2013 sind zwei Professoren der Universität Würzburg an dem NIH-Projekt beteiligt. 2011 waren sie außerdem Mitverfasser einer Studie über Experimente der NIH, in denen neugeborene Makaken unmittelbar nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt wurden. Der Versuch sollte ermitteln, inwiefern Stress in einem frühen Lebensabschnitt mit den Genen interagiert und damit die Entwicklung nachteilig beeinflusst. Diese Studie wurde teilweise durch Fördergelder der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) finanziert. Das Projekt TRR-58 Z02 wird bereits seit 2008 finanziell gefördert und ist bis heute nicht abgeschlossen.

Die grausamen Tierversuche haben Psychologen zufolge nie zur Entwicklung oder Verbesserung von Behandlungsmöglichkeiten für psychische Erkrankungen beim Menschen geführt. Trotzdem ist die Weiterführung der Experimente noch bis 2017 genehmigt. Auch die weltberühmte Primatenforscherin Dr. Jane Goodall äußerte sich zu den NIH-Experimenten: „In einem Labor in Maryland werden Experimente an Affen durchgeführt, die mit Steuergeldern finanziert werden und meiner Ansicht nach unmenschlich sind. Ich bin entsetzt und sehr traurig darüber.“

Videomaterial in sendefähiger Qualität sowie Statements von wissenschaftlichen Experten in englischer Sprache stehen zur Verfügung.


Weitere Informationen:
PETA.de/Kindesmisshandlung
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 - 860 591 529, JanaF@peta.de