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Neue Undercover-Ermittlung: Tierquälerische Massenzucht von Kaninchen, Hamstern & Co für führende Zoohandels- und Baumarktketten – PETA erstattet Strafanzeigen

 
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Organisation fordert Händler wie OBI, Hagebaumarkt, Fressnapf und Dehner zum sofortigen Verkaufsstopp lebender Tiere auf

Stand April 2015
Stuttgart, 15. April 2015 – Verwesende Tierleichen, Kannibalismus und zentimeterhohe Fäkalien: Nach monatelanger Recherche veröffentlicht PETA Deutschland e.V. heute die Ermittlungsergebnisse zu einem knappen Dutzend deutscher und niederländischer Kleintierzuchtanlagen. In den Betrieben werden Hunderttausende von Meerschweinchen, Hamstern, Kaninchen, Vögeln, Ratten oder Mäusen für den deutschen Heimtierhandel „produziert“. Die Videoaufnahmen der Tierrechtsorganisation zeigen Regale voller vernachlässigter Kleintiere, übereinandergestapelt in winzigen Plastikboxen oder überfüllten Käfigen. Unter ihnen befinden sich unzählige tote, verdurstende, kranke und verletzte Tiere. Aufgrund der vielen dokumentierten Verstöße gegen das Tierschutzgesetz erstattete PETA bei mehreren Staatsanwaltschaften in Deutschland und in den Niederlanden Strafanzeigen gegen insgesamt elf Züchter und Großhändler. Die Betriebe decken einen bedeutenden Teil des gesamten deutschen Marktes ab. Über zwischengeschaltete Großhändler beliefern die Zuchtanlagen sowohl kleine Zoofachhändler als auch große Ketten wie OBI, Hagebaumarkt, Fressnapf, Dehner, Das Futterhaus, Raiffeisenmarkt und Zoo & Co. Die Tierrechtsorganisation fordert die Baumärkte und Zoofachhändler auf, den Verkauf lebender Tiere umgehend zu beenden und stattdessen mit örtlichen Tierheimen zur Vermittlung heimatloser Tiere zusammenzuarbeiten. Zudem appelliert PETA an die Politik, gesetzliche Vorgaben für den Handel und die Haltung von sogenannten Heimtieren zu erlassen.
 
„Im Baumarkt oder Zoogeschäft sehen es die Kunden den Tieren nicht an, doch wo die Hamster, Meerschweinchen oder Vögel herkommen, herrschen Verzweiflung, Tod, Krankheit und Kannibalismus“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland e.V. „Ein großer Teil der bundesweit im Handel angebotenen Tiere wird in Massenzuchten unter katastrophalen Zuständen ‚produziert‘. Jeder Käufer läuft Gefahr, diese unhaltbaren Praktiken zu unterstützen.“
 
Bei ihren Recherchen stießen die Ermittler vielfach auf tote Tiere, die einfach zwischen ihren Artgenossen liegen gelassen wurden. Die Überlebenden fristen ihr Dasein häufig inmitten ihrer eigenen Ausscheidungen. Bei vielen der sensiblen Lebewesen führt der Stress der engen und nicht annähernd tiergerechten Gefangenschaft zu Kannibalismus. In einer der größten Zuchteinrichtungen fanden die Ermittler zahlreiche Gefriertruhen voller toter Tiere, die offensichtlich den schlechten Bedingungen zum Opfer gefallen waren. Auch die Leichen der als Reptilienfutter gezüchteten Kleintiere sind zu Tausenden in den Truhen gelagert.
 
PETA weist darauf hin, dass im Rahmen stichprobenartiger Ermittlungen bei weniger großen Zuchtbetrieben, die an kleine sowie große Zoohandlungen liefern, ebenfalls extrem schlechte Zustände entdeckt wurden.

Die Tierrechtsorganisation appelliert an alle Kunden, das Leid zu stoppen und niemals ein Tier im Handel oder bei einem Züchter zu kaufen. Wer einen tierischen Mitbewohner bei sich aufnehmen möchte, sollte sich an ein Tierheim wenden und ein hilfsbedürftiges Lebewesen adoptieren. Jedes Jahr werden etwa 300.000 Tiere in deutschen Tierheimen abgegeben oder einfach ausgesetzt.


Weitere Informationen:
PETA.de/Heimtierhandel
PETA.de/Heimtierschutzgesetz
PETA.de/Zoohandel
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de