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Neue Wendung im Fall „Zirkus Alberti“ nach PETA-Anzeige: Behörden befreien Bär Ben in Gunzenhausen aus dunkler Box

Beschlagnahmung des letzten Bären in deutscher Zirkushaltung gefordert / Affen wohl gerettet

Stand März 2016
Gunzenhausen / Fürstenfeldbruck / Stuttgart, 11. März 2016 – Seit Tagen beschäftigt der Fall des Zirkus Alberti/Louis Knie die Öffentlichkeit: Der Zirkus erhielt für dieses Wochenende trotz eines kommunalen Wildtierverbots eine Gastspielgenehmigung in Fürstenfeldbruck. Die Wildtiere des Unternehmens – Bär Ben und zwei Affen – waren aber zunächst unauffindbar. Am gestrigen Donnerstagnachmittag meldete sich eine Frau, die den Käfigwagen des Bären in einem Wohngebiet im über 100 Kilometer entfernten Gunzenhausen sichtete, bei PETA. Der Wagen wurde offenbar Mittwochnachmittag dort abgestellt. Der sichtbare Teil des Käfigs wurde von den Zirkusbetreibern mit Gerümpel vollgestellt, Bär Ben wurde in die kleine separierte Innenbox auf dem Wagen eingesperrt. Die Tierrechtsorganisation erstattete sofort Anzeige beim Kreisveterinäramt Weißenburg-Gunzenhausen – heute Vormittag wurde Ben laut Zeugin unter Anwesenheit von Polizei und Behörden befreit, damit er sich als erste Maßnahme nach mehreren Tagen in der engen Box in einem heute Vormittag aufgebauten Außengehege bewegen kann. PETA forderte heute das Veterinäramt auf, Ben – den letzten Bären in einem reisenden Zirkusbetrieb in Deutschland – zu beschlagnahmen und in eine spezialisierte Bärenwald-Einrichtung zu überführen.

„Die Skrupellosigkeit der Zirkusbetreiber hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Während sich der Zirkus in Fürstenfeldbruck als Opfer widriger Umstände präsentiert, wurde Bär Ben einfach in eine winzige Box gesperrt und in einer Seitenstraße geparkt“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Wir hoffen, dass der Fürstenfeldbrucker Bürgermeister Erich Raff erkennt, dass er den Zirkus niemals hätte zulassen dürfen.“

PETA hatte in den vergangenen 12 Monaten immer wieder die Affenhaltung des Zirkus bei den Kreisveterinärbehörden angezeigt, weil der Käfigwagen der Primaten nicht den geltenden Richtlinien entsprach. Nachdem die Betreiber endlich Auflagen zur Vergrößerung der Haltung auferlegt bekamen, sollen die Tiere vor wenigen Tagen an eine Auffangstation in Norddeutschland abgegeben worden sein.

Die Tierrechtsorganisation übt seit vielen Jahren scharfe Kritik an den Zirkusverantwortlichen für die missbräuchliche Tierhaltung und hat ein Sündenregister auf ihrer Internetseite veröffentlicht, das neben Tierschutzverstößen auch zahlreiche Gewalttaten des Zirkusbetriebs offenlegt. Aufgrund der mangelhaften Haltungsbedingungen fordert PETA die Beschlagnahmung des Braunbären Ben. Für das Tier steht bereits ein Platz in tiergerechten Auffangstation bereit. Die Organisation rät den Bürgern, Zirkusse mit Tieren aus Sicherheits- und Tierschutzgründen zu meiden.
 

Käfigwagen mit Bär Ben in Gunzenhausener Wohngebiet (Foto vom 10.03.16) / © PETA
 
Das druckfähige Motiv kann hier heruntergeladen werden.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus
Sünden-Register des Zirkus Alberti
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de