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Niedersachsen: 150.000 Tiere sterben aufgrund der Hitze – PETA stellt Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück

 
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Organisation kritisiert unzureichende Vorsorgemaßnahmen

Stand Juli 2015
Osnabrück / Niedersachsen / Stuttgart, 14. Juli 2015 – Kein Entkommen: Aufgrund der starken Sommerhitze in den vergangenen Tagen starben alleine in Niedersachsen über 150.000 landwirtschaftlich gehaltene Tiere, darunter Puten, Hühner und Schweine – die Tiere konnten offensichtlich wegen unzureichenden oder fehlenden Vorsorgemaßnahmen nicht vor den Wettereinflüssen geschützt werden. PETA Deutschland e.V. hat nun bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück Strafanzeige gegen die Betreiber der Stallanlagen gestellt. Der Vorwurf: Durch die ungenügende Einrichtung von Kühlungs- und Schutzmöglichkeiten wurde offensichtlich billigend in Kauf genommen, dass die Tiere bei großer Hitze qualvoll sterben.
 
„Jedes Tier, das bei Hitze wegen fehlenden Vorsorgemaßnahmen an Kreislaufversagen, Hitzschlag oder Schock stirbt, ist ein grob fahrlässig getötetes Tier“, so Lisa Wittmann, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Kein Hund darf bei hohen Temperaturen im Auto zurückgelassen werden, ohne dass der Halter mit Konsequenzen rechnen muss. Wer Schweine, Puten oder Hühner in einen Stall sperrt, ist genauso für ihr Leben und Wohlergehen verantwortlich.“
 
PETA kritisierte in der Vergangenheit wiederholt das bestehende System der landwirtschaftlichen Tierhaltung, da ein Schutz der Tiere vor hohen Temperaturen so gut wie nicht geregelt ist. Zudem werden selbst minimale Schutzmaßnahmen wie Berieselungs- und Lüftungsanlagen oder geringere Besatzdichten in der Praxis meist nicht umgesetzt.
Für die Ernährungsindustrie sind Tiere ein reines Produktionsgut. Sterben in einem Stall Tiere, wird allein der entstandene Sachschaden berechnet – und meist von den Versicherungen ersetzt. In der Tierhalteindustrie bedeutet jedoch nicht nur der mangelhafte Schutz vor Witterungseinflüssen Leid und Tod. Egal ob Rind, Schwein oder Geflügel, egal ob konventionelle oder ökologische Haltung: Tiere als leidensfähige Lebewesen werden anhand ihrer Leistung und ihres Nutzens für den Menschen beurteilt. Für Fleisch, Milch und Eier werden sie ausgebeutet und getötet, obwohl sie ihr natürliches Lebensalter nicht annähernd erreicht haben. Im Schlachthaus ist das Leiden noch nicht beendet: Kopfüber an einem Bein aufgehängt wird ihnen die Kehle durchtrennt, Millionen Tiere sind dabei nicht ausreichend betäubt.[1]
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, gegessen zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
 
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine moderne Definition der Grundnahrungsmittel ein: Bislang wurden hierzu unter anderem Fleisch und andere tierische Produkte gezählt und dementsprechend günstiger besteuert. Doch sollten aus ernährungsphysiologischer, ökologischer und tierrechtlicher Sicht keine tierischen Produkte, sondern pflanzliche Eiweißquellen die Proteine für die menschliche Ernährung liefern. PETA fordert die Politik auf, tierische Produkte aus der Liste der Grundnahrungsmittel zu streichen und dafür gesunde Lebensmittel mit einem verminderten Steuersatz zu belegen.
 
[1] Bärbel-Höhn.de/kleine_Anfrage_Tierschutz_bei_Schlachtung.pdf

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529