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Nobelpreisträger Cotzee über Todeslager für Tiere

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Stand Dezember 2007
Nobelpreisträger J.M. Coetzee
Der international anerkannte südafrikanische Romanschriftsteller und Nobelpreisträger J.M. Coetzee war letzte Woche bei einem Vortrag in Sydney zu hören, bei dem er auf nachdrückliche Weise für die Rechte der Tiere eintrat - mit besonderer Betonung auf die Lebensmittelindustrie, die, wie er es ausdrückt "alle anderen wie Zwerge aussehen lässt, wenn es darum geht, welche Zahl an einzelnen Tierleben sie beeinflusst." Zwei Momente in seiner Rede ragten für uns heraus - einmal vergleicht er die Intensivtierhaltung mit Todeslagern, und trifft damit genau den Punkt, den so viele Leute übersehen, wenn sie zum ersten Mal mit diesem strittigen Vergleich konfrontiert werden. Dass die Praktik des Degradierens lebender Wesen auf den Stand von Produktionseinheiten geradewegs abgelehnt werden sollte, ungeachtet dessen, wer die Opfer sind. Und hier ist, was er sagte:
"Natürlich schrien wir entsetzt auf, als wir herausfanden, auf was sie es abgesehen hatten. Wir weinten: Was für ein entsetzliches Verbrechen, Menschen wie Vieh zu behandeln! Hätten wir das nur früher gewusst! Aber unser Protest hätte genauer lauten müssen: Was für ein entsetzliches Verbrechen, Menschen wie Einheiten in einem industriellen Prozess zu behandeln! Und dieser Aufschrei hätte ein P.S. haben sollen: Was für ein entsetzliches Verbrechen, man denke einmal darüber nach - ein Verbrechen gegen die Natur – irgendein Lebewesen wie eine Einheit in einem industriellen Prozess zu behandeln!“

 

Coetzee's Elizabeth Costello stellt suchende Fragen darüber, wie die Gesellschaft Tiere behandelt
Eine weitere Äußerung, die Coetzee machte und die mich wirklich traf, bezog sich auf die Art und Weise, wie Kinder Tiere wahrnehmen — seine Anmerkungen weisen auf die bedenkliche Tatsache, dass uns im Laufe unseres Erwachsenwerdens der Prozess der Sozialisierung selbst blind gegenüber den unbequemen Wahrheiten machen kann, was all das Unrecht angeht, das unsere Gesellschaft anderen zufügt. Dass Kinder weitaus besser ausgestattet sind als wir, wenn es darum geht, das Entsetzen der Intensivtierhaltung als das zu erkennen, was es ist, und dass diejenigen von uns, die es vorziehen, es zu ignorieren, oder versuchen, es zu rechtfertigen, dies nur tun, weil wir von unserer eigenen Gier und der Selbstgefälligkeit der anderen überlistet und missgeleitet wurden:

"Gibt man ihnen nur halbwegs Gelegenheit dazu, durchschauen Kinder die Lügen, mit denen die Werbung sie bombardiert (die glücklichen Hühner, die schmerzlos zu saftigen Nuggets werden, die lächelnde Muh-Kuh, die uns ihre Milch zum Geschenk macht). Nur ein kurzer Blick in einen Schlachthof reicht, um aus einem Kind einen lebenslangen Vegetarier zu machen."

In ihrem Kern sind die Hauptprinzipien der Tierrechtsbewegung einfach und intuitiv — leicht genug, um von einem Kind verstanden zu werden. Aber es ist inspirierend sie mit solcher Tiefgründigkeit und Eloquenz von einem der weltgrößten Schriftsteller ausgedrückt zu sehen. Einen bearbeiten Auszug aus J.M. Coetzee's Rede finden Sie hier