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Null Transparenz bei Fleischherkunft: Discounter und Supermärkte lassen keinen Einblick in Zuliefererbetriebe zu

 
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PETA bat in einem Schreiben um Adressen und Besichtigungen

Stand November 2015
Stuttgart, 6. November 2015 – Keine Stallbesichtigung für Tierrechtsorganisation: Immer mehr deutsche Handelsunternehmen werben aktuell mit scheinbar höheren Standards bei der Tierhaltung und suggerieren den Verbrauchern damit „Tierwohl“. Um einen Einblick in die realen Zustände der Zuliefererbetriebe von tierischen Produkten zu erhalten, wandte sich PETA Deutschland e.V. Mitte August in einem Schreiben an die namhaften Discounter und Supermarktketten Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Norma, Penny, Real und Rewe und bat um Adresslisten und die Möglichkeit, die Betriebe zu besichtigen. Lediglich Norma, Kaufland, Rewe und Edeka antworteten der Tierrechtsorganisation, lehnten einen Besuch jedoch „aus rechtlichen Gründen“ ab – die anderen Märkte reagierten bis heute nicht. PETA fordert von den Verantwortlichen der Handelsunternehmen mehr Transparenz und ein Ende der verbrauchertäuschenden Tierschutzsiegel auf Produkten wie Fleisch, Milch und Eiern.
 
„Es gibt kein ‚artgerecht‘ produziertes Fleisch“, so Lisa Wittmann, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Wird ein Tier aus wirtschaftlichen Gründen gehalten, geht es immer auf Kosten des Lebewesens – spätestens im Schlachthof. Das wissen die Discounter und Supermarktketten, daher wundern die ausgebliebene Reaktion auf unser Schreiben und die fehlende Transparenz wenig.“
 
Werbeplakate, Werbespots und Verpackungen täuschen dem Verbraucher stets eine nahezu romantische, tierfreundliche Art der Tierhaltung vor – unterstützt durch die verschiedenen Siegel, die für eine scheinbar bessere Tierhaltung stehen sollen. Werden Mastbetriebe öffentlich gezeigt oder stehen der Bevölkerung für Besichtigungen zur Verfügung, handelt es sich hierbei meist um sogenannte Vorzeigebetriebe, also „Showställe“. Über 99 Prozent der Schweine, 98 Prozent der Hühner und Puten und 95 Prozent der Rinder leben in Deutschland in konventioneller Tierhaltung – 100 Prozent der Tiere sterben im Schlachthof. Harte Spaltenböden, enge Buchten oder Kastenstände, in denen Tiere keinerlei arttypisches Verhalten ausleben können, sind dabei die Regel. Die sensiblen Lebewesen vegetieren in den eigenen Exkrementen, werden frühzeitig von ihrem Nachwuchs getrennt und erleiden Qualen bei betäubungslosen Amputationen oder Kastrationen. Vor all dem schützen auch die minimalen Verbesserungen der sogenannten Tierschutzlabels nicht.
 
Gleichzeitig begrüßt die Tierrechtsorganisation das wachsende Angebot veganer Produkte in zahlreichen Supermärkten und Discountern. Dies zeigt das zunehmende Interesse der Menschen, sich tier- und umweltfreundlicher zu ernähren.
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, gegessen zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
 
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine moderne Definition der Grundnahrungsmittel ein: Bislang wurden hierzu unter anderem Fleisch und andere tierische Produkte gezählt und dementsprechend günstiger besteuert. Doch sollten aus ernährungsphysiologischer, ökologischer und tierrechtlicher Sicht keine tierischen Produkte, sondern pflanzliche Eiweißquellen die Proteine für die menschliche Ernährung liefern. PETA fordert die Politik auf, tierische Produkte aus der Liste der Grundnahrungsmittel zu streichen und dafür gesunde Lebensmittel mit einem verminderten Steuersatz zu belegen.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Ernährung
Veganstart.de
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de