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PETA warnt vor Pfingstmontags-Event in Wiefelstede: Tierausstellung „Schauen, streicheln, lernen“ widerspricht Tierschutzleitlinien

 
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Stand Mai 2013
Wiefelstede / Gerlingen, 17. Mai 2013 – Zahlreiche Hände, die gestresste Tiere nicht artgerecht anfassen, kleine Gehege ohne Rückzugsmöglichkeiten und eine große Menschenmenge, die viel Lärm verursacht und an Plexiglasscheiben und Gehege klopft: Dieser Situation werden Tiere auf der Ausstellung „Schauen, streicheln, lernen“ am Pfingstmontag auf dem Gelände der Brieftaubenreisevereinigung Oldenburg ausgesetzt. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. rät eindringlich von einem Besuch des sogenannten „Familien-Events“ in Wiefelstede ab. Denn Veranstaltungen wie diese widersprechen dem Tierschutz: Kaninchen und Vögel werden ebenso wie Meerschweinchen oder Reptilien enormem Stress und Leid ausgesetzt. PETA fordert ein Umdenken im Umgang mit Tieren und ein Verbot von Ausstellungen, die Tiere zu Vergnügungsobjekten und Ware degradieren. Zugleich appelliert die Organisation an das Veterinäramt, auf der Veranstaltung für die Einhaltung der Tierschutz-Leitlinien zu sorgen. Diese sollten den Tieren ein Mindestmaß an Schutz gewähren und untersagen das Anfassen und Streicheln der gestressten Tiere. PETA fordert zudem, eine derartige Veranstaltung zukünftig nicht mehr zu genehmigen.

„Tierausstellungen sind nicht zeitgemäß“, so Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei PETA. „Der Tierschutz ist im Grundgesetz festgeschrieben – und dennoch werden sensible Lebewesen wie im Mittelalter zur Schau gestellt. Sie werden in enge Käfige gezwängt und ihrer Würde beraubt – das hat nichts mit Tierliebe zu tun. Wer ein Herz für Tiere hat, besucht solche Ausstellungen nicht.“

PETA-Ermittler konnten auf zahlreichen Tier- und Vogelausstellungen eindeutige Verstöße gegen den Tierschutz dokumentieren. Diese Missstände sind jedoch keine Ausnahmen, sondern treten systembedingt auf allen Ausstellungen auf. Grundsätzlich bemängelt PETA den Transportstress für die Tiere sowie die winzigen Käfige und fehlenden Rückzugsmöglichkeiten auf den Ausstellungen. Gerade Vögel, Kaninchen und andere Kleintiere sind als Fluchttiere extrem schreckhaft und sollten niemals dem Stress und Lärm solcher Veranstaltungen ausgesetzt werden. Die Leitlinien zur Ausrichtung von Tierbörsen unter Tierschutzgesichtspunkten – die auch für derartige Ausstellungen gelten – schreiben grundsätzlich vor, die Behältnisse gegen das Hineingreifen und die Entnahme von Tieren durch Unbefugte zu sichern. Auch die Halter dürfen Tiere nicht auf Wunsch von Kindern herausnehmen oder herumreichen. Ausstellungen wie diese vermitteln ein völlig falsches Bild über den tiergerechten Umgang mit Vögeln, Kaninchen und anderen Kleinsäugern sowie deren Haltung und tragen nicht zum Schutz der Tiere bei.

Zudem setzen die Aussteller auch die Besucher großer Gefahr aus, da Reptilien Salmonellen in sich tragen, die auf den Menschen übertragen werden können. Im Extremfall verursachen diese Erreger Hirnhautentzündungen, die tödlich enden können – vor allem Kinder, Immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren herrührt. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin resümiert, dass sich die Infektionen beim Menschen am häufigsten als Magen-Darm-Erkrankung manifestieren.

Zudem heizen derartige Veranstaltungen die Zucht und den Handel an, während unzählige Tiere zugleich auf ein neues, tiergerechtes Zuhause warten. PETA rät allen Tierfreunden, die nach gründlicher Überlegung Vögel, Kaninchen oder andere Tiere aufnehmen möchten, lieber ein Tierheim aufzusuchen.

Weitere Informationen:
PETA.de/Tiermarkt
PETA.de/Salmonellen

Kontakt:
Judith Stich, 030 6832666-04, JudithS@peta.de